Hackintosh-Anbieter wollte 12 Millionen Rechner verkaufen

Tatsächlich soll Psystar aber unter 1.000 Mac-Clones abgesetzt haben

Laut Beweismaterial, das Apple vor Gericht vorgelegt hat, hat Psystar versprochen, 12 Millionen Mac-Clones im Jahr 2011 zu verkaufen. Nach einem Apple-Gutachten soll Psystar im Zeitraum von April 2008 bis Mitte August 2009 aber nur 768 Computer mit vorinstalliertem Mac OS X abgesetzt haben.

Anzeige

Der Hackintosh-Anbieter Psystar hatte vor Investoren angekündigt, 12 Millionen Mac-Clones im Jahr 2011 verkaufen zu wollen. Das geht aus einer Präsentation hervor, die Psystar 2008 vor Investoren gezeigt hat. Die Folie gehörte zum Beweismaterial, das Apple in der vergangenen Woche bei einem Gericht in San Francisco vorgelegt hat, berichtet das US-Magazin Computerworld. Darin wird Richter William Alsup aufgefordert, Psystars Verkauf von Mac Clones endgültig zu untersagen.

Im November 2009 hatte Alsup bereits gegen Psystar geurteilt. Die Reproduktion, Modifikation und Verbreitung von Mac OS X auf Nicht-Apple-Computern wurde als Urheberrechtsverletzung laut Copyright Act und als Verstoß gegen den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) bezeichnet. Psystars Anwälte weisen die Vorwürfe auf Markenrechtsverletzung dagegen als "uninformiert und fehlgeleitet" zurück. Psystars Opencomputer-Produkte würden mit volllizenzierten und unveränderten Versionen von Mac OS X verkauft.

Psystar wollte mit der Präsentation Investitionen in Höhe von 24 Millionen US-Dollar ins Unternehmen holen, um den Geschäftsbetrieb auszuweiten und verstärkt Hardware unter dem eigenen Firmenlogo zu verkaufen. Ziel sei es, "direkt mit Apple zu konkurrieren".

Nach vorsichtigen Schätzungen wollte Psystar im Jahr 2009 laut Präsentation 70.000 Computer verkaufen. Für 2010 zielte Psystar auf 470.000 und für 2011 auf 1,45 Millionen Rechner. Die optimistischen Schätzungen lagen jedoch viel höher: Hier wurden 130.000 (2009), 1,87 Millionen (2010) und 12 Millionen im Jahr 2011 vorgegeben. Zum Vergleich: Apple verkaufte in seinem Finanzjahr 2009 10,4 Millionen Macs.

Um diese hochfliegenden Ziele zu erreichen, hätte Psystar ab dem ersten Quartal 2009 ein Notebook verkaufen müssen. Das OpenBook sollte mit einem 13,3-Zoll-Display, einem Intel-2-Core-Duo-Prozessor mit 2 GHz, 2 GByte RAM und einer 250-GByte-Festplatten ausgestattet sein und mit 699 US-Dollar rund 300 US-Dollar weniger kosten als das günstige Notebook, das Apple zu der Zeit anbot. Psystar-Chef Rudy Pedraza hatte noch im August 2008 bestätigt, dass an dem Produkt gearbeitet werde. Auf den Markt kam das OpenBook jedoch nie, Psystar verkauft nur Desktop und Rack-Server.

Laut einem Wirtschaftsexperten, von dem Apple ein Gutachten bestellt hat, soll Psystar im Zeitraum von April 2008 bis Mitte August 2009 aber nur 768 Computer mit vorinstalliertem Mac OS X verkauft haben. Wie Matthew Lynde von Cornerstone Research erklärte, habe Psystar seine Berechnungen nie infrage gestellt.

Richter Alsup hat die mündliche Anhörung für den von Apple geforderten Verkaufsstopp für den 14. Dezember angesetzt. Der nächste Prozesstermin ist im Januar 2010.


highrider 30. Nov 2009

Apple will das gar nicht. So können sie z.B. ihr System "mal eben" auf 64bit umstellen...

malimo 30. Nov 2009

Dich haben sie wohl gerade erst aus einer Anstalt entlassen! http://www.heise.de...

IhrName9999 30. Nov 2009

Siebenhundertachtundsechszig. SIEBEN. SECHS. ACHT. Hmmm .... einfach mal langsam über den...

ernesto 30. Nov 2009

Unabhängiv von der hohen Qualität der Apple-Produkte: Auch durch Apple gibt es eine...

lool 30. Nov 2009

Es gab Mac OS auch mal für PC. Damals wollte es keiner haben, also wurde der Verkauf der...

Kommentieren




Anzeige
  1. Software-Entwickler (m/w) für das Themengebiet Industry Software
    Siemens AG, Erlangen
  2. First- / Second-Level-Support IT (m/w)
    echion Corporate Communication AG, Augsburg
  3. System Spezialist (m/w)
    ADAC e. V., München
  4. Java Software Entwickler (m/w)
    Information Factory Deutschland GmbH, Nürnberg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Kim Dotcom

    "Gebt mir meine Rechner zurück"

  2. PGP vs. Geheimdienste

    "PGP ist weiterhin sicher"

  3. USB-Sticks und Speicherkarten

    Pauschalabgaben sollen von 10 Cent auf knapp 2 Euro steigen

  4. Samsung XE300

    Google Chromebox versehentlich ausgeliefert

  5. Bang! Lamp

    Eine Design-Lampe zum Abknallen


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 378 | letzter Beitrag 03:00 Uhr

  2. Kommentare: 216 | letzter Beitrag 24.05. 15:00

  3. Kommentare: 206 | letzter Beitrag 03:49 Uhr

  4. Kommentare: 178 | letzter Beitrag 05:14 Uhr

  5. Kommentare: 176 | letzter Beitrag 08:01 Uhr

Mehr


  1. Zulieferer

    Sony soll iPhone 5 mit In-Cell-Touchscreen ausrüsten

  2. HP

    Akku-Multifunktionsgerät zum Mitnehmen

  3. Apple, Foxconn und Sharp

    Displayfabrik für Smartphones und Tablets

  4. Bang! Lamp

    Eine Design-Lampe zum Abknallen

  5. Rüstung

    Ramsch-Technik aus China in US-Waffensystemen

  6. AVM

    Beta-Firmware gegen Fritzbox-Sicherheitslücke

  7. Miniaturisierung

    Gigabyte will leichtestes Notebook der Welt bauen

  8. Datenschutz

    TV- und Radio-Apps geben Daten von Apple-Nutzern weiter

  9. PGP vs. Geheimdienste

    "PGP ist weiterhin sicher"

  10. Tiberium Alliances

    Command & Conquer beendet Browser-Beta



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Redesign: Facebook bastelt an einer veränderten Chronik
Redesign
Facebook bastelt an einer veränderten Chronik

Das Aussehen der Facebook-Profile könnte sich demnächst ändern. Während die ganze Welt den Börsenstart des Unternehmens verfolgt, arbeitet Facebook heimlich, still und leise an einem Redesign der Chronik.

  1. Umsatzwarnung Facebook offenbar selbst an schwachem Börsenstart schuld
  2. Absturz an der Börse Facebook überbewertet?
  3. Geschenke-App Facebook kauft Karma

Reflecta iPad-Scan: Apple-Tablet als Einzugsscanner
Reflecta iPad-Scan
Apple-Tablet als Einzugsscanner

Mit dem Reflecta iPad-Scan wird Apples Tablet zum Einzugsscanner - sofern eine Steckdose in der Nähe ist. Die Scanauflösung beträgt 300 dpi.


Leap Motion: Präzise 3D-Steuerung mit Fingern, aber ohne Berührung
Leap Motion
Präzise 3D-Steuerung mit Fingern, aber ohne Berührung

Ein kleines Gerät soll die Interaktion mit dem Computer revolutionieren, verspricht das Startup Leap Motion: Leap erlaubt eine millimetergenaue Steuerung des Computers mit der Hand, ohne dass dieser dabei berührt wird.


Zum Artikel