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Pirate-Bay-Betreiber schließen TrackerEntwicklung des Bittorrent-Protokolls macht Tracking überflüssig
Lange und intensiv haben sich die Film- und die Musikindustrie bemüht, den Bittorrent-Tracker Pirate Bay (TPB) zu schließen. Jetzt sind sie - vermeintlich - am Ziel: Die Betreiber haben heute in ihrem Blog bekanntgegeben, dass sie ihren Tracker vom Netz nehmen.
Entwicklung des Bittorrent-Protokolls Anlass zum Jubeln ist das für die Film- und Plattenfirmen dennoch nicht. Denn der Grund für die Abschaltung ist kein Sieg vor Gericht, sondern die technische Weiterentwicklung des Bittorrent-Protokolls. Datentauscher könnten sich über verteilte Hashtabellen (Distributed Hash Table, DHT) zusammen mit Peer Exchange (PEX) finden. "Die Entwicklung von DHT hat einen Punkt erreicht, an dem man keinen Tracker mehr braucht", schreiben die Betreiber. "Da das dezentrale System zum Auffinden von Peers inzwischen so gut ist, hat TPB entschieden, dass es nicht mehr nötig ist, einen Tracker zu unterhalten. Das ist das Ende einer Ära, aber einer Ära, die nicht mehr aktuell ist. Unsere Server haben wir schon ins Museum verfrachtet. Tracking kann sich jetzt dazugesellen." Internationale Verwicklungen Der 2003 gegründete Bittorrent-Tracker Pirate Bay war das größte Angebot dieser Art. Der Unterhaltungsindustrie war das Angebot, das den Dateitausch über das Internet ermöglichte, stets ein Dorn im Auge, weshalb sie hart dagegen vorging. So beschlagnahmte die schwedische Polizei 2006 die Server des Dienstes, nachdem die USA Schweden mit Handelssanktionen gedroht hatten. Die Betreiber Fredrik Neij, Gottfrid Svartholm Warg, Peter Sunde und Carl Lundström hatten sich darauf berufen, dass sie nach schwedischem Gesetz nichts Illegales taten. "Unsere Rolle im Filesharing, also das was wir tun, ist in Schweden legal. Menschen zusammenzubringen, damit sie miteinander kommunizieren, ist legal", hatte Sunde im vergangenen Jahr im Interview mit Golem.de gesagt. Dennoch verurteilte ein Stockholmer Gericht die vier Betreiber im April zu einer Haftstrafe von einem Jahr und Schadensersatzzahlungen in Höhe von rund 3,5 Millionen US-Dollar. (wp)
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