Wissenschaftler unterstützen Open-Access-Petition

Urheberrecht soll öffentliches Interesse widerspiegeln

Das Aktionsbündnis "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft" unterstützt eine neue Onlinepetition für den "kostenlosen Erwerb wissenschaftlicher Publikationen". Die neue Bundesregierung wird aufgefordert, im Urheberrecht dem Gemeinwohlinteresse Geltung zu verschaffen.

Anzeige

Die wissenschaftlichen Bibliotheken hierzulande können immer weniger Fachliteratur beschaffen, weil die Kosten Jahr für Jahr schneller steigen als die Beschaffungsetats aus dem Steueraufkommen. Die Misere ist zum Teil hausgemacht. Der Staat gibt viel Geld für die Forschung aus und überlässt dann das lukrative Geschäft mit den publizierten Forschungsergebnissen den kommerziellen Fachverlagen. Diese können wegen der urheberrechtlich garantierten, exklusiven Verwertungsrechte, die sie sich von den Wissenschaftlern übertragen lassen, Mondpreise für die subventionierten Publikationen verlangen.

Wissenschaftler haben zur Förderung der Karriere oft keine andere Wahl, als die Daumenschrauben in den Publikationsverträgen der renommierten Fachzeitschriften zu akzeptieren. Um die Zeitschriften anschließend lesen zu können, müssen sie hoffen, dass sich ihre Hochschulbibliothek das Abonnement leisten kann. Die Steuerzahler zahlen also doppelt: Erst für die Arbeit des Wissenschaftlers und dann für die Beschaffung der Zeitschriften.

Das möchte der Initiator einer neuen Onlinepetition ändern. Unter der Überschrift "Wissenschaft und Forschung - Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen" heißt es dort: "Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen. Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, soll der Bundestag auffordern, entsprechende Vorschriften zu erlassen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen."

Dieses Anliegen findet die Unterstützung des Aktionsbündnisses "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft". In einer gestern vom Bündnis verbreiteten Erklärung wird die Petition ausdrücklich begrüßt: "Wenn die Wissenschaft sich schwer tut, selber auf die 'Barrikaden' zu gehen, so sind vielleicht die Bürgerinnen und Bürger weniger zimperlich. Diese Petition kann ein erster wichtiger Schritt werden, das Recht aller an einem freien Zugang zu dem Allgemeingut Wissen einzufordern. Das Aktionsbündnis legt es allen Unterzeichnern der Göttinger Erklärung [zum Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft] nahe, die Petition zu unterzeichnen."

Die im Aktionsbündnis zusammengeschlossenen Wissenschaftler und Wissenschaftsorganisationen, darunter die Fraunhofer-Gesellschaft und die Max-Planck-Gesellschaft, gehören zu den vehementesten Befürwortern von Open Access in Deutschland. [von Robert A. Gehring]


zustimmer 12. Nov 2009

die eigentlichen reviewer für so eine publikation sind ja auch nich bei der verlag...

Michael Völker 12. Nov 2009

Hauptpetent Lars Fischer schreibt in seinem Blog zu Hintergrund und Entstehungsgeschichte...

Kommentieren



Anzeige

  1. SAP-Modulbetreuer (m/w) Rechnungswesen und Controlling
    HiPP-Werk Georg Hipp OHG, Pfaffenhofen (Raum Ingolstadt)
  2. IT-Prozess- und Anwendungsberater (m/w) Produktinformationsmanagement
    TRUMPF GmbH + Co. KG, Ditzingen (bei Stuttgart)
  3. Projektleiter Software Standardisierung (m/w) Schwerpunkt Fördertechnik
    Dürr Systems GmbH, Bietigheim-Bissingen
  4. Entwicklungsingenieur (m/w) Software
    EBE Elektro-Bau-Elemente GmbH, Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Software Development Kit

    Linux-Support und geringere Latenz für Oculus Rift

  2. Big Brother Awards

    Österreich prämiert die EU Kommission und Facebook

  3. iFixit

    Touch-ID-Sensor im iPad mini 3 mit Klebstoff befestigt

  4. Illegales Streaming

    Razzien gegen Betreiber von Kinox.to

  5. Android 4.4.2

    Kitkat-Update für Motorola Razr HD wird verteilt

  6. Galaxy Note 4

    4,5 Millionen verkaufte Geräte in einem Monat

  7. Archos 50 Diamond

    LTE-Smartphone mit Full-HD-Display für 200 Euro

  8. Test Dreamfall Chapters Book One

    Neue Episode von The Longest Journey

  9. iPad Air 2 im Test

    Toll, aber kein Muss

  10. Nocomentator

    Filterkiste blendet Sportkommentare aus



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Ubuntu 14.10: Zum Geburtstag kaum Neues
Ubuntu 14.10
Zum Geburtstag kaum Neues
  1. Thomas Voß "Mir ist in zwei Jahren relevanter als Wayland"
  2. Ubuntu Unity 8 soll Standard in 16.04 werden
  3. Ubuntu Unity-Lockscreen-Bug kann Passwort verraten

Spacelift: Der Fahrstuhl zu den Sternen
Spacelift
Der Fahrstuhl zu den Sternen
  1. Raumfahrt Mondrover Andy liefert Bilder für Oculus Rift
  2. Geheimmission im All Militärdrohne X-37B nach Langzeiteinsatz gelandet
  3. Raumfahrt Indische Sonde Mangalyaan erreicht den Mars

3D-Druck ausprobiert: Internetausdrucker 4.0
3D-Druck ausprobiert
Internetausdrucker 4.0
  1. Niedriger Schmelzpunkt 3D-Drucken mit metallischer Tinte
  2. Deltadrucker Magna Japanisches Unternehmen zeigt Riesen-3D-Drucker
  3. 3D-Technologie US-Armee will Sprengköpfe drucken

    •  / 
    Zum Artikel