Jobbörse der Bundesagentur zugespammt (Update)

Firma gibt 2.500 fingierte Stellenangebote auf

Die Bewerberdaten in der Onlinejobbörse der Bundesagentur für Arbeit sind nicht sicher, hatte der Bundesdatenschützer gewarnt. Die Behörde hatte die Kritik zurückgewiesen. Jetzt hat eine Firma die Freizügigkeit für Arbeitgeber ausgenutzt und mit fingierten Jobofferten Daten von Bewerbern abgegriffen.

Anzeige

Bei der Onlinejobbörse der Bundesagentur für Arbeit ist es zu einem Fall von massivem versuchtem Datenmissbrauch gekommen. Die Frankfurter Rundschau berichtet, die Berliner Firma Econsulting24 habe 2.500 Stellenangebote geschaltet, um so Bewerberprofile einzusammeln. Geboten wurden Facharztstellen, Arbeit in pädagogischen Berufen, Ingenieur- und Managerjobs. Offenbar scheint es keine Sicherheitsvorkehrungen bei Datenbankeinträgen von Arbeitgebern zu geben, die massenhaftes Datenbankspamming dieser Art verhindern.

Dieser eindeutige Versuch der Datensammlung verstoße gegen die Nutzungsbedingungen und stelle einen Missbrauch dar, sagte Anja Huth, Sprecherin der Bundesagentur, der Zeitung.

"Die ständigen schweren Fälle von Datenmissbrauch bei der Bundesagentur für Arbeit müssen endlich Folgen haben", fordert Jan Korte, Datenschutzbeauftragter der Bundestagsfraktion der Linken. Es sei "nicht hinnehmbar, dass Arbeitsuchende zum Freiwild von skrupellosen Unternehmen und Datenkriminellen werden". Wer alle Warnungen ignoriere und mit den Daten von Arbeitssuchenden so leichtfertig umgehe, mache sich der Beihilfe zum Missbrauch schuldig.

Das Stellenportal der Bundesagentur lade zum Missbrauch geradezu ein, hatte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar erst am 29. Oktober 2009 öffentlich kritisiert. Wer sich als Arbeitgeber ausgebe, könne dort ohne Legitimation eine persönliche Identifikationsnummer erhalten und Stellenanzeigen aufgeben. Eine Betriebsnummer oder Gewerbeschein müssten nicht vorgelegt werden. Der so Angemeldete erhalte Zugang zu einem Teil der Bewerbungsunterlagen und könne sich Bewerbungen mit Adresse, Telefonnummer, Geburtsdaten, Zeugnissen und Lebenslauf zuschicken lassen.

Die Bundesagentur begründet das lockere Registrierungsverfahren, die Behörde wolle Einstiegsbarrieren für die Jobbörse vermeiden.

Nachtrag vom 10. November 2009, um 17:24 Uhr:

Die Bundesagentur für Arbeit hat auf den Datenmissbrauch reagiert und verschärft nun die Arbeitgeberzulassung für die Jobbörse. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Von Firmen, die erstmals offene Stellen melden wollen, wird künftig die Betriebsnummer geprüft. "Gegebenenfalls müssen die Unternehmen noch Unterlagen nachreichen", sagte das zuständige Vorstandsmitglied Raimund Becker der Zeitung.


Arbeitsucher 11. Nov 2009

Das kann ich nur bestätigen! Meine Tochter wurde bei Edeka rausgeschmissen weil Edeka...

mich 11. Nov 2009

Woher nimmst Du diese Weisheit? Das AA kann auch nur die Stellen vermitteln, welche es...

leser123456789 11. Nov 2009

Lese ich da einen Hauch von Ironie? Aber: zwischen nicht dürfen und nicht können ist aber...

leser123456789 11. Nov 2009

Wenn ich mich nicht täusche, kenn ich sogar die Firma die das verbrochen hat. Wenn dem so...

leser123456789 11. Nov 2009

Es wäre ja schon hilfreich wenn die Leute dort mal ihren Verstand benutzen würden. Im...

Kommentieren


Stefan Jung / 10. Nov 2009

Die Methodik der Personalvermittlung



Anzeige
  1. Java-Entwickler (m/w) - Bereich ERP
    HALTEC Hallensysteme GmbH, Korntal-Münchingen
  2. Software Developer (m/w) – LINUX EXPERT
    OMICRON electronics GmbH, Klaus (Austria)
  3. IT-System-Administrator (m/w)
    Endress+Hauser Conducta Gesellschaft für Mess- und Regeltechnik mbH & Co. KG, Gerlingen, Waldheim bei Dresden, Groß-Umstadt bei Darmstadt
  4. Testspezialist (m/w)
    PENTASYS AG, München und Frankfurt

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  2. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  3. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  4. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  5. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 200 | letzter Beitrag 14.02. 22:07

  3. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 14.02. 13:50

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 14.02. 12:39

  5. Kommentare: 100 | letzter Beitrag 14.02. 18:09

Mehr


  1. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  2. TZ77XE4

    Biostar zeigt Mainboard für Ivy Bridge und Sandy Bridge

  3. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  4. Fifa Street

    Last Man Standing auf dem Bolzplatz

  5. Isis Web Browser

    Neuer Browser für HPs WebOS

  6. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  7. Thermosensor

    Schmetterlingsflügel macht Wärme sichtbar

  8. Deutsche Gamestage

    Call for Papers der Quo Vadis verlängert

  9. Vodafone

    LTE auf dem Smartphone kostet monatlich 10 Euro mehr

  10. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Eye-Tracking: Bewegungsabhängige Bildschirmoberfläche von Apple
Eye-Tracking
Bewegungsabhängige Bildschirmoberfläche von Apple

Apple hat in den USA einen Patentantrag eingereicht, der eine Benutzeroberfläche beschreibt, die sich der Position des Nutzers vor dem Bildschirm anpassen kann. Die Frontkamera erfasst den Blick des Anwenders und ändert zum Beispiel den Schattenwurf der Icons.

  1. Nicht-Abwerbe-Pakt Google hat mit Apple und Intel gemauschelt
  2. John Browett Apple will mit neuem Chef seine Ladenkette ausweiten
  3. Airport Utility 6 Apple reduziert Funktionsumfang seiner Routersoftware

Test PS Vita: Ausstattungswunder mit Speicherproblem
Test PS Vita
Ausstattungswunder mit Speicherproblem

Zwei Analogsticks und starke Grafik, Berührungs- und Bewegungssteuerung, UMTS und Bluetooth: Sony Computer Entertainment packt in den Nachfolger der Playstation Portable so gut wie alles, was irgendwie Sinn ergibt - nur Speicher etwa für Savegames fehlt der PS Vita von Haus aus.

  1. Playstation Network Umbenennung der Konten und neue Firmware

Bing, Blekko, Duck Duck Go: Googeln ohne Google?
Bing, Blekko, Duck Duck Go
Googeln ohne Google?

Die überarbeitete Version der Google-Suche "Search, plus Your World" hat heftige Debatten ausgelöst. Vor allem der Datenschutz steht mal wieder im Vordergrund der Kritik. "Geht es eigentlich auch ohne Google?", fragen sich daher viele Nutzer. Der Blogger Marcel Weiß hat es 18 Monate lang getestet.

  1. "Focus on the User" Facebook und Twitter zeigen Google, wie soziale Suche geht
  2. Neuer Algorithmus Google straft Seiten mit zu viel Werbung ab
  3. Theseus-Projekt Quote soll die erste Zitate-Suchmaschine Deutschlands werden

Zum Artikel