Die öffentliche Debatte um die Datenkopieraktion bei SchülerVZ und den Selbstmord des mutmaßlichen Täters "Exit" dreht sich in eine neue Richtung. In einer Vorabmeldung für sein am Montag erscheinendes Heft zitiert der Spiegel aus Chatprotokollen zwischen "Exit" und den VZ-Netzwerken. Darin soll das Unternehmen dem Datensammler Geld geboten haben.
Der
Meldung des Spiegel zufolge standen der unter dem Pseudonym "Exit" agierende 20-Jährige und die VZ-Netzwerke vor der mutmaßlichen Erpressung bereits mehrere Wochen in Kontakt. Dabei sollen die VZ-Netzwerke mehrfach Geld für die eingesammelten Daten angeboten haben.
Wie die VZ-Netzwerke gegenüber Golem.de erklärten, sind die nun vom Spiegel in Auszügen
veröffentlichen Protokolle aber lange bekannt. Sie wurden der Staatsanwaltschaft kurz nach der Anzeige gegen Exit übergeben. Erst danach sei Untersuchungshaft angeordnet worden.
Verschiedene Versionen von Chatprotokollen mit Exit, von denen einige von den Postern als fiktiv gekennzeichnet wurden, sind zudem seit einigen Tagen in Foren aufgetaucht, auch
bei Golem.de.
Der Spiegel bezeichnet auch das Vorgehen der Justiz als
"fragwürdig". Es sei bekannt gewesen, so das Magazin, dass Exit an einer
"kombinierten Persönlichkeitsstörung" litt. Dennoch sei er in einer Einzelzelle untergebracht worden.
Die
VZ-Netzwerke gehören wie Golem.de zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.
(nie)