OLPC: Kleinschreibung und kein XO-2

Nicholas Negroponte spricht über die Zukunft von OLPC

Neue Schreibweise, neue Struktur, neuer Rechner: Nach den Einschnitten Anfang des Jahres 2009 wurde das Projekt One Laptop Per Child (OLPC) neu organisiert. Außerdem plant die Stiftung einen neuen Computer, erzählt OLPC-Gründer Nicholas Negroponte.

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In einem Interview mit dem US-Branchendienst Xconomy hat sich Nicholas Negroponte über die Zukunft der von ihm gegründeten Stiftung One Laptop Per Child (OLPC) geäußert. Nachdem das 'Give One Get One'-Programm 2008 keine befriedigenden Ergebnisse erzielt hatte, entließ die Stiftung Anfang 2009 einen signifikanten Teil ihrer Mitarbeiter.

Schreibweise und Organisation

Inzwischen wurde OLPC in zwei Organisationen aufgeteilt: eine Stiftung und eine Gesellschaft. Letztere ist in Miami angesiedelt und "kümmert sich klar und professionell um Vertrieb, Betreuung und Auslieferung". Die Stiftung hingegen werde sich mit humanitären Aufgaben wie etwa der Verbreitung von Bildung in den Entwicklungsländern beschäftigen. Nach außen wird die Neustrukturierung durch eine Änderung der Schreibweise von OLPC in olpc signalisiert.

Von dem neuen XO-2, einem Computer mit zwei Touchscreens und ohne Tastatur, hat sich die Stiftung indessen verabschiedet. Der Computer hätte, so Negropontes Ankündigung im vergangenen Jahr, 75 US-Dollar kosten sollen. Zu diesem Preis sei die Herstellung jedoch nicht möglich gewesen.

XO-1.75 und XO-3 statt XO-2

Stattdessen wird ein neuer Bildungsrechner entwickelt, der XO-3. Darüber könne er jedoch nicht viel sagen, so Negroponte. Er wünsche sich ein Gerät, das wie ein Blatt Papier aussehe. Es soll aus stabilem Kunststoff gefertigt sein, etwas mehr als einen halben Zentimeter dick sein und keinen Rahmen haben, also ganz Bildschirm sein. Das Gerät soll in der Herstellung 75 US-Dollar kosten und 2012 zur Verfügung stehen. Bis dahin gibt es eine neue Entwicklungsstufe des XO-1, den XO-1.75. Das Neue daran ist, dass in seinem Inneren ein ARM-Prozessor arbeitet.

Negroponte hatte stets beteuert, der bunte Bildungslaptop werde nur 100 US-Dollar kosten. Dieses Ziel hat er jedoch nie erreicht. Ende 2008 lag der Produktionspreis nach Auskunft der Stiftung bei etwa 190 US-Dollar. In dem Interview sagte Negroponte, die Frage nach den Kosten und wie sie aufgebracht werden sollten, werde immer wieder gestellt. Sie sei nicht schwer zu beantworten. Es gebe das Konzept des Total Cost of Ownership (TCO), das neben dem Kaufpreis auch die Kosten für den Unterhalt und den Internetzugang berücksichtige. Das TCO für den XO betrage 1 US-Dollar pro Woche für jedes Kind. Das sei zwar für die ärmsten Länder viel, aber zu bewältigen.

1,1 Millionen Rechner

Negropontes Ziel ist es, Kindern in Entwicklungsländern kostenlos Laptops zum Lernen zur Verfügung zu stellen. Inzwischen seien über 1,1 Millionen der bunten Computer an Kinder in 31 Ländern der Erde ausgeliefert worden. Rund eine weitere halbe Million seien bestellt und in Arbeit.

Xcnomy fragte Negroponte schließlich noch nach einem Kommentar zu dem Betriebssystem Sugar, das OLPC Anfang 2009 aufgegeben hatte. Sugar Labs mache, so Negroponte, "das, was wir eigentlich hätten tun sollen, nämlich eine Anwendung und kein Betriebssystem daraus. Im Frühjahr 2008 war Walter Bender bei OLPC ausgestiegen und hatte Sugar Labs gegründet. Im Sommer 2009 hat die Organisation die Anwendung als System, das direkt von einem USB-Stick gestartet wird, veröffentlicht.


moroon 04. Nov 2009

Das TCO für den XO betrage 1 US-Dollar pro Woche für jedes Kind. Das sei zwar für die...

davoron 04. Nov 2009

.

fu 04. Nov 2009

...aus OLPC wird olpc und aus dem XO-2 wird ein XO-1.75 und ein XO-3. welch ein fortschritt!

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