Test: Ubuntu 9.10 mit grundlegenden Veränderungen

Neuerungen betreffen vor allem Rechnerhardware

Im letzten Release vor der nächsten LTS-Version (Long Term Support) im April 2010 bringt Ubuntu 9.10 alias Karmic Koala insbesondere im Hardwarebereich zahlreiche Neuerungen. Der Systemstart wurde komplett überarbeitet, das Dateisystem Ext4 zum Standard erhoben.

Anzeige

Ubuntu 9.10 kommt mit dem Kernel 2.6.31.1, der Verbesserungen im WLAN-Stack, der Bluetooth-Unterstützung und dem Ext4-Dateisystem mitbringt. Ext4 ist jetzt zum Standarddateisystem avanciert und bietet unter anderem eine verbesserte interne Defragmentierung. Mit dem Einzug der Kernel Mode Settings (KMS) erhöht sich die Leistung für Intel- und AMD/ATI-Grafikchips erheblich. Wer Ubuntu 9.10 auf einen neuen Rechner installiert, bekommt auch gleich die neue Version 2 des Bootloaders Grub verpasst, auch wenn die Version 1.97 Beta anderes vermuten lässt. Eine bereits vorhandene Grub-Installation wird aber aus Kompatibilitätsgründen nicht ersetzt.

 

Schneller starten mit Xsplash

An der Startgeschwindigkeit wurde weiterhin gefeilt. Statt des bisher verwendeten Usplash kommt nun Xsplash zum Einsatz, das die Bootzeit um etwa 10 Sekunden verkürzen soll. Xsplash verwendet bereits den X-Server. Im Zusammenspiel mit den Kernel Mode Settings fällt damit nun das Flackern beim Umschalten bei vielen Grafikchips weg.

Als Desktop bietet Ubuntu Gnome in der Version 2.28. Der Log-in-Manager GDM wurde aktualisiert und bietet jetzt erweiterte Optionen, etwa für Spracheinstellungen schon vor dem Anmelden. Das Büropaket Openoffice.org liegt in der Version 3.1.1 bei. Der Browser Firefox wurde auf die Version 3.5.3 aktualisiert und die Bildbearbeitung Gimp liegt in der Version 2.6.7 vor. Die Gnome-Programme Evolution und Brasero wurden ebenfalls auf die Version 2.28 gehievt und enthalten gegenüber ihren Vorgängern hauptsächlich Bugfixes. Im iTunes-Klon Rhythmbox 0.12.5 erfolgt die Suche nach Albumcovers nun nicht mehr bei Amazon, sondern in den Diensten Musicbrainz und discogs.com. Das in die Jahre gekommene Theme Human wurde überarbeitet und begrüßt den Anwender mit einem freundlicheren Desktophintergrundbild. Neu hinzugekommen sind die vorinstallierten Themes Dust und Human-Clearlooks.

HAL wird ausgemustert

Unter der Haube wird die Hardwareschnittstelle HAL (Hardware Abstraction Layer) schrittweise ausgemustert und durch die Systemdienste DeviceKit und udev ersetzt. In Karmic Koala kümmert sich DeviceKit-power um Powermanagement und Laptop-Hotkeys, während DeviceKit-disks für Datenträger wie USB-Festplatten oder -Kameras verantwortlich zeichnet.

Eine gute Nachricht für Besitzer eines Intel-Grafikchipsatzes: Die Beschleunigung wurde von EXA, das noch das Direct Rendering Interface in der Version 1 (DRI1) verwendet, auf UXA gehievt, das DRI2 und GEM unterstützt. Damit sollen die aus Ubuntu 9.045 bekannten Leistungsprobleme behoben werden. Außerdem wurden die Kernel Mode Settings auch für Intel-Chipsätze eingebunden. Mit KSM reduziert sich das Flackern beim Systemstart und es soll die Suspend- und Resume-Zeiten deutlich herabsetzen.

Wer das Angebot annimmt, proprietäre Treiber für Nvidia-Garfikchips nachzuinstallieren, erhält nun beim Ändern der Monitoreinstellungen die Auswahl, das Gnome-Applet oder Nvidias eigenes Frontend "Nvidia X Server Settings" zu verwenden. Allerdings bleiben dort vorgenommene Einstellungen nach einem Neustart weiterhin nicht bestehen. Das Tool bietet lediglich die Option, Einstellungen in einer rudimentären xorg.conf-Konfigurationsdatei zu speichern.

Neu mit dabei ist das grafische Frontend zur Laufwerksverwaltung Palimpsest. Die Software erleichtert das Erstellen neuer oder das Formatieren bestehender Partitionen auch für Linux-Neulinge erheblich.

Neben ausführlichen Informationen zu vorhandenen Partitionen bietet Palimpsest auch eine grafische Aufarbeitung zu SMART-Informationen, die Details über die Festplattengesundheit liefern. Einzelheiten zu den diversen SMART-Meldungen liefert Palimpsest in Form von Tooltipps. Etwas verwirrend ist die Möglichkeit, den Typ bestehender Dateisysteme zu ändern. Die Liste basiert auf den von den Kommandozeilentools fdsik oder cfdsik angebotenen Partitionstypen, eine anschließende Formatierung im ausgewählten Dateisystemtyp bleibt aber aus. Erst nachdem eine Partition gelöscht und als nicht zugeteilter Platz markiert ist, bietet Palimpsest die Möglichkeit, eine neue Partition mit den Dateisystemtypen Ext2, Ext3, Ext4, Swap, FAT(32) oder NTFS zu formatieren.

Neue Möglichkeiten zum Paketmanagement

Karmic Koala bietet nun gleich drei Paketmanager. Synaptic bleibt nach wie vor die Schnittstelle, die auch für Verwaltungsaufgaben verwendet werden kann, etwa die Reparatur nach der Installation defekter Pakete.

  1. 1
  2. 2
  3. 3

Kai Weber 14. Feb 2010

Was bist Du denn für ein Spinner? Ne ne ne .... keine Ahnung und dumm schwätzen! Halt in...

jsan55 07. Jan 2010

Habe es wieder mal mit Kubuntu 9.10 Karmic probiert - Auf den ersten Blick recht gut...

cs 06. Nov 2009

XUbuntu ist sicher eine gute Idee. 9.04 läuft damit sogar auf einer 1GHz Maschine mit...

JJBB 04. Nov 2009

Könnte ich durch die Installation von "XUbuntu" auf meinem alten Rechner dessen...

Jörg Zweier 03. Nov 2009

Schon als Bug gemeldet?

Kommentieren


aptgetupdate.de / 29. Okt 2009

Ubuntu 9.10 ist da



Anzeige
  1. Projektmanager (m/w) Web
    Personalwerk GmbH, Wiesbaden
  2. IT-Administrator (m/w)
    TCG HERRMANN Präzisionsguss GmbH, Bretten-Gölshausen
  3. Software Ingenieur (m/w)
    Stadtwerke München GmbH, München
  4. Produktmanager (m/w) Neue Dienste
    M-net Telekommunikations GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Acta-Demos

    Zehntausende gegen "bekACTA Scheiß" in München und Berlin

  2. Nach Hackerangriff

    Polizei-Webserver in Nordrhein-Westfalen seit 12 Tagen down

  3. Klage gegen Samsung

    Apple will Verkauf des Galaxy Nexus verhindern

  4. Lumia-Smartphones

    Nokias Offensive auch in Deutschland gescheitert

  5. WOA

    Windows 8 für ARM im Detail


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 212 | letzter Beitrag 12:13 Uhr

  2. Kommentare: 100 | letzter Beitrag 10:35 Uhr

  3. Kommentare: 84 | letzter Beitrag 16:52 Uhr

  4. Kommentare: 60 | letzter Beitrag 10.02. 14:13

  5. Kommentare: 59 | letzter Beitrag 16:54 Uhr

Mehr


  1. Browser

    Firefox 10.0.1 bringt Fehlerkorrekturen

  2. Lumia-Smartphones

    Nokias Offensive auch in Deutschland gescheitert

  3. Klage gegen Samsung

    Apple will Verkauf des Galaxy Nexus verhindern

  4. Nach Hackerangriff

    Polizei-Webserver in Nordrhein-Westfalen seit 12 Tagen down

  5. Acta-Demos

    Zehntausende gegen "bekACTA Scheiß" in München und Berlin

  6. Nasa

    Mögliche Etatkürzungen gefährden Mars-Erforschung

  7. Golem.de guckt

    Zuckerberg und Assange

  8. Steam-Hack

    Einbrecher könnten Kreditkartendaten kopiert haben

  9. HTTPS gesperrt

    Iran weitet Internetzensur aus

  10. Paypal-Konkurrent

    Dwolla will seine Dienste weltweit anbieten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Bing, Blekko, Duck Duck Go: Googeln ohne Google?
Bing, Blekko, Duck Duck Go
Googeln ohne Google?

Die überarbeitete Version der Google-Suche "Search, plus Your World" hat heftige Debatten ausgelöst. Vor allem der Datenschutz steht mal wieder im Vordergrund der Kritik. "Geht es eigentlich auch ohne Google?", fragen sich daher viele Nutzer. Der Blogger Marcel Weiß hat es 18 Monate lang getestet.

  1. "Focus on the User" Facebook und Twitter zeigen Google, wie soziale Suche geht
  2. Neuer Algorithmus Google straft Seiten mit zu viel Werbung ab
  3. Theseus-Projekt Quote soll die erste Zitate-Suchmaschine Deutschlands werden

Joseph Weizenbaum: Inseln der Vernunft im Meer des Unsinns
Joseph Weizenbaum
Inseln der Vernunft im Meer des Unsinns

In der globalisierten Welt müssten Wissenschaft und Wirtschaft enorme Verantwortung übernehmen, sagte der Informatiker Joseph Weizenbaum. Enden könne das im totalen Kollaps - wenn sich nicht aus den Inseln der Vernunft "in einem riesigen Meer von Unsinn und Blödsinn" irgendwann ein Kontinent bilde.


Onkyo: Aktive Lautsprecher mit WLAN und DLNA
Onkyo
Aktive Lautsprecher mit WLAN und DLNA

Onkyo hat mit dem GX-W100HV ein Stereolautsprecherpaar vorgestellt, das mit einem WLAN-Modul und DLNA-Unterstützung ausgerüstet ist und sich so für die Funkübertragung von Musik aus Tablets, PCs und Smartphones eignet.

  1. Soundblaster Recon3D Creatives neue PCIe-Soundkarten werden ausgeliefert

  1. Re: Ihr könnt das dritte Ecosystem nicht aufhalten...

    Wireman | 17:01

  2. Re: Unreal Engine 4 soll in diesem Jahr "die...

    Hotohori | 17:01

  3. Re: "bekACTA Scheiß"

    striker2009 | 17:01

  4. Re: Video errinnert mich an Westwoods Bladerunner

    Hotohori | 16:59

  5. Re: Videotheken

    elknipso | 16:58


  1. 14:09

  2. 13:59

  3. 13:52

  4. 21:30

  5. 19:49

  6. 14:35

  7. 14:30

  8. 13:27


Zum Artikel