FCC nimmt Google Voice unter die Lupe

AT&T sieht Prinzip der Netzneutralität verletzt

Google muss sich in den USA eine Untersuchung der Federal Communication Commission gefallen lassen. Nach einer Beschwerde von AT&T will sie von Google wissen, warum bei Google Voice manche Anrufe blockiert werden.

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Gelten für Google eigene Regeln, wenn es um Telefonangebote geht? Der Telekommunikationsriese AT&T meint nein, und hat sich bei der Federal Communication Commission (FCC) beschwert, Google verletze die Netzneutralitätsregeln.

Die FCC hat die Beschwerde von AT&T nun zum Anlass genommen, Google schriftlich um Antworten auf eine Reihe von Fragen zur Problematik zu bitten. Bis Ende Oktober hat Google Zeit, die genaue Funktionsweise der Telefonverbindungen via Google Voice darzulegen. Die FCC will ebenfalls wissen, warum manche Anrufe blockiert werden, wie die Voice-Nutzer über blockierte Anrufe informiert werden, welche Kosten ihnen bei Voice unter welchen Umständen in Rechnung gestellt werden und ob Voice mit klassischen Telefonanbietern "im Sinne des Telekommunikationsgesetzes von 1934" konkurriert.

In seinem Brief an die FCC hatte sich AT&T-Vizepräsident Robert W. Quinn Jr. Ende September darüber beklagt, dass Googles Voice-Programm "systematisch Telefonanrufe von Verbrauchern in gewisse ländliche Gegenden blockiert", um Kosten zu sparen. Anderen Telefonanbietern, darunter "solchen, mit denen Google Voice im Wettbewerb steht", sei hingegen eine derartige Blockade verboten. Auf diese Weise habe sich Google einen "erheblichen Vorteil gegenüber konkurrierenden Dienstleistern verschafft".

Zur Rechtfertigung bringe Google zwar vor, dass sein Voice-Programm "kein traditionelles Telefonangebot sei und deshalb nicht wie andere Anbieter reguliert werden solle". Dieser Argumentation will Quinn aber nicht folgen. Schließlich biete Google Voice genauso nationale und internationale Telefongespräche an wie die Wettbewerber. Googles Vorgehen stehe laut Quinn im Widerspruch zu den Vorgaben des US-Präsidenten zur Netzneutralität - für die sich Google ja immer so "lautstark" einsetze.

In einer Erwiderung auf die AT&T-Vorwürfe hat Google-Rechtsberater Richard Whitt im Google-Blog erklärt, dass die Blockade einerseits wegen der "exorbitant hohen Verbindungsgebühren" mancher lokaler Telefonanbieter erfolge. Andererseits würden manche dieser Anbieter auch gemeinsame Sache mit Sex-Hotline-Betreibern und Anbietern kostenloser Konferenzschaltungen machen. Das würde zu einem übermäßig hohen Datenaufkommen führen und die Existenz von Google Voice infrage stellen.

Dazu schreibt Whitt wörtlich: "Google Voice ist ein kostenloses Programm und wir wollen dafür sorgen, dass es das auch bleibt. Das könnten wir uns aber nicht leisten, wenn wir die lächerlich hohen Verbindungsgebühren zahlen würden."

Die AT&T-Beschwerde bei der FCC hat eine pikante Vorgeschichte, erläutert Ryan Singel bei Wired. Im August 2009 hatte eine FCC-Untersuchung ans Licht gebracht, dass Apple die Installation von VoIP-Applikationen wie Googles Voice oder auch Skype auf dem iPhone wegen einer Absprache mit AT&T blockierte. Apple hatte dem iPhone-Partner AT&T zugesagt, keine Telefonieprogramme von Drittanbietern für das iPhone zuzulassen. [von Robert A. Gehring]


nicoledos 12. Okt 2009

Dann nimmt ein Linux. Pack es auf einen Server und richte einen SIP-Gateway ein. Schon...

nicoledos 12. Okt 2009

Das ist ein Krieg zwischen Apple/AT&T und Google. Erst schiesst Appe/AT&T gegen Google...

DER GORF 12. Okt 2009

Häh?!

Demokratusmaximus 12. Okt 2009

Google sperrt also dienst weil sie zu teuer oder zu unmoralisch sind? Ich denke genau...

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