Britisches Gesetz zur Onlinearchivierung liegt auf Eis

Bibliothekare befürchten digitales schwarzes Loch

Vor sechs Jahren hat die britische Regierung den Legal Deposit Libraries Act beschlossen, der Bibliotheken berechtigt, wichtige digitale Dokumente zu archivieren. Weil das Gesetz noch immer nicht in Kraft getreten ist, können die Bibliothekare ihrer Aufgabe nicht nachkommen.

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Laut diesem Gesetz sollten sechs wichtige Bibliotheken, darunter British Library, die National Library of Scotland und die Universitätsbibliotheken in Cambridge und Oxford, "einen wichtigen Teil des nationalen kulturellen Erbes sichern", sagte der Labour-Abgeordnete Chris Mole der Tageszeitung Guardian.

Inkrafttreten nach der Wahl

Da das 2006 verabschiedete Gesetz nicht in Kraft getreten ist, können die Bibliothekare dieser Aufgabe nicht nachkommen. Das werde auch zunächst so bleiben, teilte das zuständige Ministerium für Kultur, Medien und Sport mit. Wegen einer Reihe von Verzögerungen werde das Gesetz erst nach der nächsten Wahl im kommenden Jahr in Kraft treten.

Phil Spence von der British Library sagte, seine Institution hätte aus Urheberrechtsgründen nicht die Nachrichten der BBC, anderer britischer Medien oder wissenschaftlicher Onlinepublikationen sichern können, nicht die Websites der National Gallery oder des British Museum. Das Gesetz hätte die Bibliotheken vor Beschwerden der Rechteinhaber geschützt.

Wissensökonomie behindert

Das Versäumnis habe ein "digitales schwarzes Loch" in den Bibliotheken hinterlassen, das vor allem Historikern und Archivaren Probleme bereiten könnte, sagte Spence. Dieses schwarze Loch behindere den Aufbau einer Wissensökonomie - was wiederum im Gegensatz zur Digitalstrategie der britischen Regierung stehe. "Wir haben die digitalen Inhalte aus fünf Jahren verloren, möglicherweise für immer, und damit auch die Möglichkeit der Nation, daraus Nutzen zu ziehen."

Besonders frustrierend sei, dass Großbritannien eines der ersten Länder in Europa gewesen sei, das die Notwendigkeit eines solches Gesetzes erkannt habe, sagte Martyn Wade, Chefbibliothekar der National Library of Scotland.

Wissenschaftler fürchten, dass durch die Flüchtigkeit von Informationen im Internet viel Wissen aus dem digitalen Zeitalter verloren geht. Einer der Ersten, der das erkannt hatte, war Brewster Kahle, der in den 90er Jahren das Internet Archive gegründet hatte. Allerdings hatte auch das Internet Archive mit Urheberrechtsproblemen zu kämpfen.


bummm 06. Okt 2009

Stimmt, der langfristig unausweichliche Atomkrieg wird noch viel gründlicher Information...

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