EU will Verbraucher vor zu lauten MP3-Playern schützen

Maximal 40 Stunden bei 80 dB(A), nur 5 Stunden mit 89 dB(A)

Die EU-Kommission will neue Regeln für Hersteller von MP3-Playern festlegen. Damit will sie den Gefahren, die mit zu lauter Musik aus dem Kopfhörer einhergehen, entgegentreten.

Anzeige

Die Europäische Kommission verpflichtet Hersteller von MP3-Playern künftig dazu, ihre Geräte mit sicheren Standardeinstellungen zu versehen, um Gehörschäden vorzubeugen. Die Verbraucher sollen zwar in der Lage sein, die Begrenzung anzuheben und die Geräte lauter zu machen, sollen dann aber klare Warnhinweise erhalten, die ihnen die Risiken bewusst machen.

Die EU-Kommission reagiert damit auf eine Warnung des wissenschaftlichen Ausschusses der EU (SCENIHR). Er hatte im Oktober 2008 darauf hingewiesen, dass das Hören lauter Musik aus MP3-Playern über einen längeren Zeitraum zu dauerhaften Gehörschäden führen kann. Betroffen sind Menschen, die regelmäßig mehr als eine Stunde täglich laute Musik hören, was auf bis zu 10 Millionen EU-Bürger zutreffen soll. Bei 5 bis 10 Prozent der Fälle bestehe das Risiko des dauerhaften Gehörverlustes.

Nach den derzeitigen EU-Normen ist weder eine Höchstlautstärke noch eine bestimmte Kennzeichnung für die Lautstärke vorgeschrieben. Allerdings muss die Bedienungsanleitung einen Warnhinweis darauf enthalten, dass das Hören übermäßig lauter Musik schädliche Folgen haben kann.

Unbedenkliche Lautstärke als Standardeinstellung

Künftig sollen die Geräte in der Standardeinstellung nur noch eine unbedenkliche Lautstärke wiedergeben. Wie dies umgesetzt werden soll, überlässt die EU den Herstellern, die dafür sorgen sollen, dass die Standardeinstellungen den Sicherheitsvorschriften entsprechen.

Was in diesem Zusammenhang unbedenklich ist, hängt von der Lautstärke und Hördauer ab. Bei einer Lautstärke von 80 dB(A) soll die Hördauer auf 40 Stunden pro Woche begrenzt werden. Bei 89 dB(A) dürfen 5 Stunden pro Woche nicht überschritten werden. Eine längere Hördauer mit entsprechender Lautstärke soll nur möglich sein, wenn Verbraucher sich absichtlich dafür entscheiden und der jeweilige MP3-Player einen zuverlässigen Warnhinweis enthält, der den Nutzer über die Risiken aufklärt.

Wie die Warnungen konkret auszusehen haben, lässt die EU offen. Als mögliche Lösungen führt sie Etiketten oder digitale Angaben auf dem Display an. Auch vor dem Einsatz alternativer Kopfhörer, die zu einer bedenklich hohen Lautstärke führen können, soll gewarnt werden.

Konkretes soll das europäische Normungsgremium CENELEC anhand der Vorgaben der Europäischen Kommission ausarbeiten. Die entsprechenden Normen sind zwar nicht verbindlich, werden aber de facto zur Industrienorm erhoben, sobald sie von der Europäischen Kommission angenommen und im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden. Produkte, die diesen Normen entsprechen, gelten als unbedenklich - sonst müssen die Hersteller ihre Produkte kostenaufwendigen Tests unabhängiger Experten unterziehen.

Die neuen Sicherheitsnormen sollen nur für Produkte gelten, die künftig auf den Markt kommen.


Herrscher 30. Sep 2009

Dummkopf Wenn sie an Alk gestorben sind, stellen sie keine Belastung mehr für das System...

Nichtsnutzer 30. Sep 2009

Das liegt vermutlich daran, dass die mitgelieferten Kopfhörer benutzt. Wenn man halbwegs...

nf1n1ty 29. Sep 2009

MP3-Player werden ja nicht immer nur an (In-Ear-)Kopfhörer angeschlossen. Wenn man seinen...

Hotohori 29. Sep 2009

Bei meinem jetzigen MP3 Player (SanDisk Sansa Clip) ist so eine Funktion gar schon in der...

Weltschmerz 29. Sep 2009

Genau solche Typen, denen schon das leisteste piepen der mitmenschen am senkel geht...

Kommentieren




Anzeige

  1. Senior Consultant Reporting (m/w)
    b.telligent, München und Zürich
  2. Business Intelligence Experte (m/w)
    Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH, Berlin
  3. Projektleiter (m/w) Java
    USU AG, Bonn (Home-Office möglich)
  4. Business Intelligence / Data Warehouse Engineer (m/w)
    Loyalty Partner GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Statt Asus

    Google will Nexus 8 angeblich mit HTC produzieren

  2. 25 Jahre Gameboy

    Nintendos kultisch verehrte Daddelkiste

  3. Digitalkamera

    Panono macht Panoramen im Flug

  4. Nach EuGH-Urteil

    LKA-Experten wollen weiter Vorratsdatenspeicherung

  5. MPAA und RIAA

    Film- und Musikindustrie nutzte Megaupload intensiv

  6. F-Secure

    David Hasselhoff spricht auf der Re:publica in Berlin

  7. "Leicht zu verdauen"

    SAP bietet Ratenkauf und kündigt vereinfachte GUI an

  8. Test The Elder Scrolls Online

    Skyrim meets Standard-MMORPG

  9. AMD-Vize Lisa Su

    Geringe Chancen für 20-Nanometer-GPUs von AMD für 2014

  10. Bärbel Höhn

    Smartphone-Hersteller zu Diebstahl-Sperre zwingen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Scaler: Xbox, streck das Bild!
Scaler
Xbox, streck das Bild!

Die Xbox One berechnet viele Spiele nicht nativ in 1080p. Stattdessen vergrößern ein Hardware-Scaler oder einige Softwareschritte niedrigere Auflösungen. Beide Lösungen bieten Vor- und Nachteile, welche die Bildqualität oder Bildrate beeinflussen.

  1. Xbox One Upgedated und preisgesenkt
  2. Xbox One Microsoft denkt über Xbox-360-Emulation nach
  3. Xbox One Inoffizielle PC-Treiber für Controller erhältlich

Facebook und Oculus Rift: Vier Prognosen zu Faceboculus
Facebook und Oculus Rift
Vier Prognosen zu Faceboculus

Der erste Shitstorm hat sich gelegt. Und Oculus gehört immer noch Facebook. Was ändert das jetzt? Und was bedeutet das für die Zukunft? Wer sich mit Entwicklern und Experten unterhält, der kann einige erste Schlüsse ziehen.

  1. Oculus Rift 25.000 Exemplare der neuen Dev-Kit-Version verkauft
  2. Developer Center Sicherheitslücke bei Oculus VR
  3. Oculus VR "Wir haben nicht so viele Morddrohungen erwartet"

Windows XP ade: Linux ist nicht nur ein Lückenfüller
Windows XP ade
Linux ist nicht nur ein Lückenfüller

Wenn der Support für Windows XP ausläuft, wird es dringend Zeit, nach einer sicheren und vor allem kostenlosen Alternative zu suchen. Linux ist dafür bestens geeignet. Bleibt nur noch die Qual der Wahl.

  1. Open Source Linux 3.15 startet in die Testphase
  2. Linux-Kernel LTO-Patch entfacht Diskussion
  3. Linux-Distribution Opensuse baut um und verschiebt Version 13.2

    •  / 
    Zum Artikel