Intel: Wimax als Erweiterung des Firmen-WLANs
Die Übergabe einer drahtlosen Verbindung von WLAN zu Wimax funktionierte bei der Demonstration auf dem IDF 2009 in San Francisco bereits gut. Ein Skype-Gespräch wurde nicht unterbrochen und ein laufendes Video nur mit einer kaum sichtbaren Verzögerung während der Übergabe abgespielt. Dennoch soll der Handover-Vorgang derzeit bis zu 2 Sekunden dauern können. Mit weiteren Optimierungen soll dies auf wenige hundert Millisekunden reduziert werden.
Gleichzeitig demonstrierte Intel eher unfreiwillig, was passiert, wenn zu viele WLANs aufgespannt werden. Der handelsübliche Access Point musste einmal neu gestartet werden, da in der Halle des Moscone Centers zu viele andere Firmen WLAN-Access-Points betrieben.
Das Betriebssystem bekommt von einem Wechsel von Wimax zu WLAN oder andersherum laut Intel nichts mit. Die Verbindung bleibt einfach bestehen. Datentransfers oder Videostreams und Anwendungen, die eine feste Verbindung brauchen, sollten also nicht abbrechen, sondern höchstens durch Verzögerungen auffallen. Derzeit funktioniert die Wimax-/WLAN-Kombination nur unter Windows. Intel hat aber weitergehende Pläne. Linux soll innerhalb der nächsten drei Monate ebenfalls den Status des derzeitigen Windows-Prototypen erreichen und außerdem arbeitet Intel daran, Wimax- und WLAN-Verbindungen gleichzeitig halten zu können und damit eine Redundanz zu erzeugen.
Von einer Marktreife ist das Verfahren, auch wenn es schon funktioniert, aber noch weit entfernt. Zunächst soll es in den Wimax-Standard aufgenommen werden. Außerdem müssen genügend Provider existieren, denn nicht jeder darf einfach ein Wimax-Netz aufspannen. Die Frequenzen werden im Unterschied zu WLAN-Frequenzen vom Staat fest vergeben. In Europa sind aber die Wimax-Aktivitäten bisher nur sehr eingeschränkt vorhanden. Der Eco-Verband befürchtete sogar ein Scheitern von Wimax in Deutschland. Die Wimax-Lizenzen (Broadband Wireless Access, BWA) beschränken sich zudem auf den Bereich von 3,4 bis 3,8 GHz, in dem Intels Wimax-Karten der 5050er Serie nicht funken können.
Eine Firma mit Interesse an der Technik kann also nicht einfach in den nächsten Computerladen gehen und dort Wimax-Equipment für die Infrastruktur einkaufen und anschließend einsetzen. Dazu braucht es einen Dienstleister, der eine Lizenz für den Betrieb hat. Wie diese Geschäftsmodelle genau aussehen, kann Intel noch nicht sagen. Es ist außerdem auch eine Sache der Besitzer von Frequenzlizenzen, das entsprechende Geschäftsmodell aufzubauen. Die Entwicklung steht also noch am Anfang.
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