Microsoft in den USA wegen WGA verklagt (Update)

Spyware als Anti-Piraterie-Programm getarnt?

Microsoft sieht sich wegen seines Anti-Piraterie-Programms WGA in den USA mit einer Sammelklage konfrontiert. Dem Softwarehersteller wird vorgeworfen, die eigentliche Funktion von Windows Genuine Advantage (WGA) absichtlich zu verschleiern und die Nutzer auszuspionieren.

Anzeige

Ist das WGA-Programm ein Mittel zum Kundenschutz oder lästige Spyware? Um diese Frage geht es in einer Sammelklage, die Ende August 2009 bei einem Bezirksgericht im US-Bundesstaat Washington gegen Microsoft eingereicht wurde. Laut Electronista werfen die Kläger Microsoft vor, dass das WGA-Programm "Informationen versendet, die sich zu einzelnen Personen zurückverfolgen lassen". Unter anderem soll WGA täglich Informationen über die benutzte IP-Adresse des Computers an Microsoft verschicken. Die Software würde sich damit wie "Spyware" verhalten. Das stünde im Gegensatz zu Microsofts Aussagen über die Funktion von WGA. Die Kläger fordern "wenigstens 5 Millionen Dollar Entschädigung für die betroffene Klasse der XP-Nutzer in den USA".

Das WGA-Programm wird von Microsoft auf den Windows-Versionen XP und 2000 Professional dazu eingesetzt, die Authentizität von Betriebssystem und Microsoft-Anwendungen zu ermitteln. Vista verfügt über eine entsprechende, eingebaute Funktion. Die Testergebnisse werden in verschlüsselter Form an Microsoft übermittelt. Nur bei einem positiven Testergebnis lassen sich bestimmte Aktualisierungen für Microsoft-Software installieren. Nach der Installation des WGA-Programms lässt dieses sich praktisch nicht mehr vom PC entfernen.

Laut Microsoft werden von WGA keine personenbezogenen Daten übertragen. In der deutschen Microsoft-Knowledge-Base heißt es dazu: "Das Windows-Genuine-Advantage-Programm (WGA) ist Teil des Engagements von Microsoft, seine Kunden und Partner durch Aufklärung, Entwicklung und Strafverfolgung vor Fälschern zu schützen. WGA steigert den Wert von Windows-Originalsoftware gegenüber gefälschter Software. Auf diese Weise können Sie sämtliche Funktionen nutzen, die Sie von der Software erwarten, mit dem beruhigenden Gefühl, dass Ihre Software echt ist. Außerdem profitieren Sie von den kontinuierlichen Systemverbesserungen für Ihren PC ... Es werden keine Informationen erfasst, die von Microsoft dazu verwendet werden können, den Benutzer zu identifizieren oder zu kontaktieren."

Die Datenschutzexperten vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) haben Microsoft vor zwei Jahren in einem Kurzgutachten offiziell attestiert, dass das WGA-Programm in Version 1.7 unbedenklich sei. Zwar würde die IP-Adresse des Computers, auf dem die WGA-Prüfung stattfindet, an Microsoft übermittelt. Die Daten würden aber anonymisiert und nur sieben Tage lang gespeichert. Die Untersuchungen wurden im Auftrag des ULD vom TÜV Informationstechnik GmbH und der 2B Secure GmbH unter Windows XP, nicht aber unter Vista durchgeführt.

In ihrem Kurzgutachten kamen die Datenschutzexperten im Hinblick auf WGA zu folgendem Schluss: "Das Hauptziel von Windows Genuine Advantage (WGA) 1.7 besteht darin, die Anzahl der ausgelieferten Versionen von XP und Windows Vista im Vergleich zu den unlizenzierten Versionen zu erhöhen... Daher besteht das Ziel der Software nicht darin, die Benutzersicherheit zu erhöhen oder die Datenschutzstrategie zu erweitern. Dieses Tool dient in erster Linie zum Schutz der Einnahmen von Microsoft aus dem Verkauf der Produkte Windows XP und Windows Vista und ist ein Bestandteil der Strategie zur Bekämpfung der Softwarepiraterie."

Nachtrag vom 11. September, 14 Uhr

Auf Anfrage von Golem.de erklärte Microsoft USA jetzt dazu: "Wir haben Medienberichte zur Kenntnis genommen, in denen von einer neuen Klage wegen des Windows-Genuine-Advantage-Programms in Windows XP die Rede ist. Microsoft hat allerdings keine Kopie einer neuen Klage bekommen und hat auch keine Kenntnis davon, dass eine solche eingereicht wurde."[von Robert A. Gehring]


leser123456789 10. Sep 2009

Gar nicht, denn bei Windows kann ich vorher festlegen dass ich keinen unnötigen Ballast...

Blöha10010 10. Sep 2009

Irrtum! Wenn du XP in der Firma einsetzt und einen WSUS-Server betreibst für die...

sichFrager 10. Sep 2009

Die Antworten (darunter zugegebenerweise eine ziemlich Rüpelhafte) sind schon wieder...

omgrofllol 10. Sep 2009

Der Reichste Mensch der Welt _ist_ Aber wo besteht der zusammenhang ?

fuzzy 10. Sep 2009

lol. Da gibt es dann nur zwei Möglichkeiten: a) http://xkcd.com/341/ Du bist so gut. b...

Kommentieren




Anzeige

  1. IT Support Specialist (m/w) - Applikationsbetreuung
    Real Garant über Baden Executive Search Personalberatung GmbH, Neuhausen auf den Fildern
  2. Softwareentwickler (m/w) Java EE
    D.O.M. Datenverarbeitung GmbH, Nürnberg, Ingolstadt
  3. Quality Assurance Engineer / Rollout and System Integration (m/w)
    PAYBACK GmbH, München
  4. Business Analyst / Projekt Manager (m/w)
    Parts Europe GmbH, Wasserliesch bei Trier

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Vic Gundotra

    Chef von Google Plus verlässt das Unternehmen

  2. Quartalsbericht

    Amazon weiter mit hohem Umsatz und etwas Gewinn

  3. Quartalsbericht

    Microsofts Gewinn und Umsatz fallen

  4. Element

    Schenkers Windows-Tablet ab 350 Euro - aber ohne Tastatur

  5. Epic Games

    Unreal Engine 4.1 mit Zugriff auf Konsolen-Quellcode

  6. Heartbleed-Bug

    Techfirmen zahlen Millionen für Open-Source-Sicherheit

  7. Sofortlieferung

    Base liefert Smartphone noch am gleichen Tag

  8. Leica T

    Teure Systemkamera mit Touchscreen

  9. The Elder Scrolls Online

    Inhaltserweiterung und Goldfarmer

  10. Sensabubble

    Display aus duftenden Seifenblasen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Test Hitman Go: Auftragskiller to go
Test Hitman Go
Auftragskiller to go

Knobeln statt knebeln: In Hitman Go verrichtet Agent 47 sein ebenso lautloses wie blutiges Handwerk auf ungewohnte Art und Weise: Statt Schleich-Action ist Denksport angesagt. Der Titel bleibt dem Kern der Hitman-Reihe trotzdem treu - und macht schnell süchtig.

  1. Square Enix Kernzielgruppe statt globales Massenpublikum

Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


Windows 8.1 Update 1 im Test: Ein lohnenswertes Miniupdate
Windows 8.1 Update 1 im Test
Ein lohnenswertes Miniupdate

Microsoft geht wieder einen Schritt zurück in die Zukunft. Mit dem Update 1 baut der Konzern erneut Funktionen ein, die vor allem für Mausschubser gedacht sind. Wir haben uns das Miniupdate für Windows 8.1 pünktlich zur Veröffentlichung angesehen.

  1. Microsoft Installationsprobleme beim Windows 8.1 Update 1
  2. Windows 8.1 Update 1 Wieder mehr minimieren und schließen
  3. Microsoft Windows 8.1 Update 1 vorab verfügbar

    •  / 
    Zum Artikel