Braucht Deutschland einen Internetminister?

Digitaler Fahrplan für die neue Regierung

In Deutschland fehlt ein Konzept für die digitale Medienlandschaft, beklagen Medienexperten aus Berlin. Sie haben einen Fahrplan entwickelt, der der künftigen Regierung Hinweise für eine neue Medienpolitik geben soll.

Anzeige

Ein Internetbeauftragter, ein Ausschuss für digitale Medien, Internetfortbildungen für Abgeordnete sowie ein einheitlicher Rechtsrahmen für Medien und Telekommunikation - das sind die wichtigsten Forderungen des "Digitalen Fahrplans für die neue Bundesregierung". Das ist ein Positionspapier zur Medienpolitik, das von Medienexperten formuliert und heute auf der Berliner Medienwoche vorgestellt haben.

Enthusiasmus für das Internet

In Deutschland fehle ein einheitliches politisches Konzept für die neue digitale Medienlandschaft, kritisierte Bernd Schiphorst bei der Vorstellung des Fahrplans. Es sei kein medienpolitisches Leitbild der Regierung erkennbar. Die neue Regierung, die am 27. September gewählt wird, müsse deshalb die Weichen für die Kommunikationslandschaft der Zukunft stellen. Der Fahrplan soll dazu einige Hinweise geben. Ziel sei es, "mehr Enthusiasmus für die digitalen Medien" bei der Politik zu wecken, sagte der Medienwissenschaftler Jo Groebel. Schiphorst und Groebel sind Gründer des Deutschen Digital Institutes in Berlin, von dem die Initiative für den Fahrplan ausgegangen ist.

Als ein wichtiges Problem haben die Autoren des Fahrplans die Zersplitterung ausgemacht. So seien in Deutschland fünf Ministerien für Internet zuständig. Medienpolitik werde als Rundfunkpolitik begriffen, die in der Verantwortung der Länder liege. Andererseits sei Telekommunikation die Sache des Bundes.

Da Rundfunk, Internet und Mobilfunk inzwischen eng miteinander verbunden seien, müsse dem auch rechtlich Rechnung getragen werden, fordern die Medienexperten. Die Kommunikationslandschaft soll deshalb einen einheitlichen Rechtsrahmen bekommen. "Heute gehören die Herausforderungen der digitalen Öffentlichkeit zwingend auf die bundespolitische Agenda."

Ein Internetminister im Kanzleramt

Für alle in diesem Bereich Tätigen soll künftig ein Internetminister als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Dieser soll - vergleichbar dem Kulturbeauftragten des Bundes - als Staatsminister im Kanzleramt angesiedelt sein. Um dem Thema Internet politisch mehr Gewicht zu verleihen, soll der bisherige Bundestagsunterausschuss Neue Medien zu einem Ausschuss Digitale Medien aufgewertet werden.

Schließlich wird in dem Positionspapier beklagt, dass viele Abgeordnete Entscheidungen über das Internet "leider nicht auf Basis von eigenem Erfahrungswissen" treffen. Die Parlamentarier sollten deshalb, so der Vorschlag, durch Fortbildungen auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Nur wer das Web oder Angebote wie Blogs, Youtube oder Facebook selbst aktiv nutze, verstehe die digitale Welt.

Neben dem Medienwissenschaftler Groebel und dem ehemaligen Bertelsmann-TV-Chef Schiphorst haben unter anderem auch Björn Böhning, Planungschef der Berliner Senatskanzlei, und Philipp Missfelder, Bundesvorsitzender der Jungen Union, sowie Hans Hege, Chef der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, an dem Papier mitgearbeitet.


Wikifan 11. Sep 2009

So lange ist die DDR noch nicht her.

Tach 09. Sep 2009

Dann koennen wir darueber verhandeln, einen Internetminister irgendwo im Garten...

NeinDanke 09. Sep 2009

die vermurksen schon genug

Toreon 09. Sep 2009

Dann wähle halt jung.

Toreon 09. Sep 2009

Oh ja, Sim Deutschland in RL. Ich würde sooo gerne den Bulldozer über die Steuergesetze...

Kommentieren




Anzeige
  1. Vice President - Research / Development (m/w)
    m:pro IT Consult GmbH, Wiesbaden
  2. Database Manager (m/w) im Dialogmarketing
    Teambank AG, Nürnberg
  3. Senior Software-Entwickler .NET (m/w)
    IDpendant GmbH, Unterschleißheim bei München (Reisebereitschaft)
  4. Manager IT Demand (m/w)
    QIAGEN GmbH, Hilden

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  2. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm

  3. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  4. ProLiant Gen8

    HP macht Server unabhängig

  5. Linux-Handbuch

    Umfassendes Nachschlagewerk als Openbook erhältlich


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 13:50 Uhr

  3. Kommentare: 186 | letzter Beitrag 15:40 Uhr

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 12:39 Uhr

  5. Kommentare: 96 | letzter Beitrag 15:22 Uhr

Mehr


  1. Deutsche Gamestage

    Call for Papers der Quo Vadis verlängert

  2. Vodafone

    LTE auf dem Smartphone kostet monatlich 10 Euro mehr

  3. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße

  4. Proview Technology

    Ausfuhrverbot soll Apple von iPad-Herstellern abschneiden

  5. HTC Velocity 4G

    Android-Smartphone mit LTE und 4,5-Zoll-Touchscreen

  6. Farmville & Co.

    Patentklage gegen Zynga

  7. Document Foundation

    Libreoffice 3.5 ist fertig

  8. Pegatron

    Übt Apple Druck auf OEM-Hersteller von Ultrabooks aus?

  9. Blackhole Toolkit

    Cryptome gehackt und mit Malware infiziert

  10. Piranha Bytes

    Risen 2 geht am 20. Februar in den geschlossenen Betatest



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Bing, Blekko, Duck Duck Go: Googeln ohne Google?
Bing, Blekko, Duck Duck Go
Googeln ohne Google?

Die überarbeitete Version der Google-Suche "Search, plus Your World" hat heftige Debatten ausgelöst. Vor allem der Datenschutz steht mal wieder im Vordergrund der Kritik. "Geht es eigentlich auch ohne Google?", fragen sich daher viele Nutzer. Der Blogger Marcel Weiß hat es 18 Monate lang getestet.

  1. "Focus on the User" Facebook und Twitter zeigen Google, wie soziale Suche geht
  2. Neuer Algorithmus Google straft Seiten mit zu viel Werbung ab
  3. Theseus-Projekt Quote soll die erste Zitate-Suchmaschine Deutschlands werden

Samsung Galaxy Tab 2: 7-Zoll-Tablet mit Android 4.0 und Glonass-Unterstützung
Samsung Galaxy Tab 2
7-Zoll-Tablet mit Android 4.0 und Glonass-Unterstützung

Samsung hat mit dem Galaxy Tab 2 ein weiteres Android-Tablet vorgestellt. Es ist das erste Tablet von Samsung, auf dem gleich Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich läuft und das den russischen Ortungsdienst Glonass unterstützt.

  1. Ice Cream Sandwich HTC bringt erste Updates auf Android 4.0 erst Ende März
  2. Notizprogramm Microsofts Onenote nun auch für die Android-Plattform
  3. Android-Verbreitung Ice Cream Sandwich und Donut sind gleichauf

Test X-Plane 10: Flugsimulator mit Openstreetmap und vielen Rechnern
Test X-Plane 10
Flugsimulator mit Openstreetmap und vielen Rechnern

Ernsthafte Flugsimulationen gibt es kaum noch. Eine der letzten verbliebenen ist X-Plane 10 für Windows, Mac OS X und Linux. Golem.de hat sich ins virtuelle Cockpit gesetzt und den Flugsimulator mit mehreren Rechnern und iPads als Instrumente gespielt.


Zum Artikel