Gericht ordnet Abschaltung von Pirate Bay an (Update)

Behörde: Pirate-Bay-Betreiber haben kein Geld für Schadensersatzzahlungen

Das Tauziehen um den Bittorrent-Tracker Pirate Bay geht weiter: Ein schwedisches Gericht hat die Schließung angeordnet. Unterdessen hat die Vollzugsbehörde Kronofogden festgestellt, dass bei drei der vier verurteilten Betreiber kein Geld für Schadensersatzzahlungen zu holen ist.

Anzeige

Auf Antrag der US-Filmindustrie hat ein Stockholmer Gericht den Bittorrent-Tracker Pirate Bay schließen lassen, berichtet die schwedische Zeitung The Local. Das Gericht wies den Provider Black Internet an, das Angebot vom Netz zu nehmen.

Abschalten oder zahlen

Da es dem Unternehmen mit einem Bußgeld in Höhe von 500.000 schwedischen Kronen, umgerechnet knapp 50.000 Euro, drohte, befolgte Black Internet die Anweisung, die mit dem Urteil gegen die Pirate-Bay-Betreiber in Zusammenhang steht. Im April hatte das Gericht Fredrik Neij, Gottfrid Svartholm Warg, Peter Sunde und Carl Lundström wegen der Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung zu Gefängnisstrafen von einem Jahr und Schadensersatzzahlungen in Höhe von 30 Millionen schwedischen Kronen, umgerechnet knapp 3 Millionen Euro, verurteilt.

Das Pirate-Bay-Team verurteilte die Schließung als unrechtmäßig. Es habe sich jedoch einen neuen Provider gesucht und sei nach wenigen Stunden wieder online gewesen, sagte ein Mitglied dem Blog Torrentfreak. Am Dienstagvormittag war Pirate Bay allerdings nicht erreichbar. Daran seien laut Torrentfreak technische Probleme beim neuen Provider schuld.

Nichts zu holen

Dafür kommen die verurteilten Pirate-Bay-Betreiber offensichtlich um die Schadensersatzzahlungen herum, berichtet der US-Branchendienst CNet unter Berufung auf schwedische Medien. Die schwedische Vollzugsbehörde Kronofogdemyndigheten, kurz Kronofogden, habe bei Neij, Sunde und Lundström nichts gefunden, was sie hätte pfänden können. Im Mai hatte die Kronofogden die Verurteilten aufgefordert, trotz der laufenden Berufung die Zahlungen sofort zu leisten.

Zum Prozessauftakt im Februar hatte Sunde erklärt, keiner der Angeklagten habe das Geld, um die Forderungen der US-Medienunternehmen zu erfüllen. "Wir sind nicht reich und haben das Geld nicht. Die kriegen keinen Cent." Nach dem Urteil war darüber spekuliert worden, dass die Zahlungen an Lundström hängenbleiben könnten. Als Erbe des Lebensmittelkonzerns Wasabröd verfügt er als Einziger über genug Geld. Auf das Vermögen scheinen die schwedischen Behörden aber keinen Zugriff zu haben.

Nachtrag vom 25. August 2009, 14 Uhr

Unterdessen hat der Pirate-Bay-Provider Black Internet mit Ausfällen zu kämpfen, berichtet das Magazin Computer Sweden. Die Kunden des Unternehmens hätten keinen Internetzugang. Unternehmenschef Victor Möller sagte dem Magazin, Black Internet sei Ziel eines Angriffes geworden, der die Infrastruktur des Unternehmens getroffen habe.

Details über die Art des Angriffes und einen möglichen Ursprung nannte Möller nicht. Das Unternehmen arbeite daran, seine Dienste wieder aufzunehmen. Es sei gelungen, im Laufe des Tages Teile des Netzes wieder in Betrieb zu nehmen. Black Internet hat nach eigenen Angaben Polizei und Spezialisten eingeschaltet, um den Fall aufzuklären.

Die Pirate-Bay-Seite ist inzwischen wieder erreichbar. Der Dienst ist allerdings weiterhin außer Kraft. Auf der Seite prangt die Karikatur einer Pirateninsel sowie eine Kurzbotschaft der Betreiber, die verspricht, der Dienst sei "in ein paar Stunden wieder online".


Ekelpack 26. Aug 2009

Die Schweden waren auch mal weniger hysterisch. Peinlich, wie die in PirateBay-Fragen...

Der_Rentner_56 25. Aug 2009

Auch_wir_(Alten)_brauchen_ (The Pirate Bay)_denn_tauschen_kann_...

sfqwfwqef 25. Aug 2009

"blood rayne" fand ich richtig gut. "house of the dead" ging so. "postal" schaue ich...

Schwarzer Koffer 25. Aug 2009

Auch Piraten wurden volle Breitseite von der Weltwirtschaftskrise getroffen.

Alter Schwede 25. Aug 2009

Ganz einfach: Wie Kronofogdem, nur mit 'nem yndigheten hinten dran.

Kommentieren



Anzeige

  1. Modullead SAP PSM (m/w)
    MAHLE International GmbH, Stuttgart
  2. Softwareentwickler/in
    Bundeskriminalamt, Wiesbaden
  3. IT-Specialist Partner + TV Audience Measurement (TVAM) Coordinator (m/w)
    GfK SE, Nürnberg
  4. IT-Security Professional (m/w) im Umfeld CERT
    SIZ GmbH, Bonn

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Googles nächstes Smartphone

    Neue Details zum kommenden Nexus 6

  2. Freisprecheinrichtung

    Erst iOS 8.1 soll Bluetooth-Probleme im Auto lösen

  3. Toughbook CF-LX3

    Panasonics leichtes Notebook mit der Lizenz zum Runterfallen

  4. Honda Connect

    Nvidias Tegra fährt mit Android in Japan

  5. Smartphones

    Sonys Xperia Z3 und Xperia Z3 Compact sind da

  6. Pavlok

    Gewollte Stromschläge vom Fitness-Wearable

  7. Apple

    iOS hat noch immer WLAN-Probleme

  8. Samsung

    Galaxy Note 4 wird teurer und kommt früher

  9. News-Aggregator

    Reddit plant eigene Kryptowährung

  10. Sway

    Microsoft zeigt neues Präsentations-Tool



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Das Phänomen Anonymous: Niemals sein, immer nur werden
Das Phänomen Anonymous
Niemals sein, immer nur werden
  1. Lulzsec Sabu half bei Cyberangriffen in der Türkei

Test Forza Horizon 2: Verregnete Rundfahrt mit Ferien-Flair
Test Forza Horizon 2
Verregnete Rundfahrt mit Ferien-Flair
  1. Forza Horizon 2 Keine Wettereffekte und kleinere Welt auf der Xbox 360
  2. Microsoft Tomb Raider wird Xbox-exklusiv
  3. Microsoft Verkaufszahlen der Xbox One verdoppelt

Filmkritik Who Am I: Ritalin statt Mate
Filmkritik Who Am I
Ritalin statt Mate
  1. NSA-Affäre Staatsanwaltschaft ermittelt nach Cyberangriff auf Stellar
  2. Treasure Map Wie die NSA das Netz kartographiert
  3. Geheimdienste Wie ein Riesenkrake ins Weltall kam

    •  / 
    Zum Artikel