Leyen: Internet droht "rechtsfreier Chaosraum zu werden" (U)

Familienministerin will Debatte um Ausweitung der Internetsperren

Von der Leyen hat in einem Interview angedeutet, dass sie das Gesetz für Internetsperren ausweiten will. Das Internet drohe sonst "ein rechtsfreier Chaosraum zu werden, in dem man hemmungslos mobben, beleidigen und betrügen kann."

Anzeige

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will eine Debatte um die Ausweitung der Internetsperren. Eine Debatte um das richtige Maß von "Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenwürde im Internet" sei nötig, sagte sie dem Hamburger Abendblatt. "Sonst droht das großartige Internet ein rechtsfreier Chaosraum zu werden, in dem man hemmungslos mobben, beleidigen und betrügen kann."

Wo die Würde eines anderen verletzt wird, ende die eigene Freiheit, sagte die Ministerin. Welche Schritte für den Schutz dieser Grenzen notwendig seien, sei "Teil einer unverzichtbaren Debatte, um die die Gesellschaft nicht herumkommt." Die Unionspolitikerin erklärte, dass die Sperren gegen Kinderpornografie im Internet spätestens Mitte Oktober 2009 wirksam würden.

Linkspartei-Innenexpertin Petra Pau kommentierte die neuerlichen Andeutungen zur Ausweitung der Internetsperren: "Damit bestätigt Frau von der Leyen alle Befürchtungen. Der Kampf gegen Kinderpornografie war nur der Einstieg in eine weiter gehende Zensurdebatte." Leyen ignoriere, dass durch das Zugangserschwerungsgesetz eine technische Infrastruktur zur polizeilichen Kontrolle der Verbreitung von Inhalten geschaffen werde, hatte Franziska Heine, die die E-Petition gegen Netzsperren initiiert hat, kritisiert.

Nachtrag vom 3. August 2009, 13:18 Uhr:
"Entgegen allen anderslautenden Beteuerungen geht es der Ministerin offenbar nicht primär um die Bekämpfung von Kinderpornografie, sondern um die Etablierung einer umfangreichen Infrastruktur zur Internetkontrolle", heißt es vom Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur. Kinderpornografie diene nur als ein Vorwand, um den Boden für eine generelle Inhaltskontrolle im Internet zu bereiten.

Ein Sprecher des Bundesfamilienministeriums hat sich dagegen in Schadensbegrenzung geübt. "Die Bundesfamilienministerin hat keineswegs eine Ausweitung der Internetsperren oder ein anders geartetes konkretes Vorgehen gegen weitere rechtswidrige Inhalte als Kinderpornografie angekündigt", heißt es in einer Stellungnahme an die Tageszeitung Die Welt.


Riccardo 05. Sep 2009

Genau! Wenn jeder gedacht hätte "anders wählen bringt eh nix", hätten es die Grünen nie...

Partei=Shit 07. Aug 2009

Was schlägst Du dann vor ? Sei es CDU - CSU - SPD - FDP - PDS - Grüne auf dem Web zu...

Tach 04. Aug 2009

ist ZAHLTACH!

Ainer v. Fielen 04. Aug 2009

Klar doch, weil es dort so grün ist! Wäre? Sein könnte? Mal war? Irgendwann wieder...

Kommentieren


Smirne's Blog / 08. Aug 2009

Die Lüge von der Nicht-Zensur

Jan Fanslau / 03. Aug 2009

Aufwiedersehen geliebtes Internet…

turbobrain / 03. Aug 2009

Die Mär vom rechtsfreien Chaosraum

Petes Fachinformatrix / 02. Aug 2009

Zugang zur Realität sperren!

Piraten-Philosophie / 02. Aug 2009

Sperrungsansätze zur Löschung von Kinderpornograhpie

die-welt.net / 02. Aug 2009

Niemand hat vor ein Chaosraum aufzubauen

Prapagonda / 02. Aug 2009

Internet-Zensur, Second edition

Tech-Nerds / 02. Aug 2009

Zensursula will Websperren ausweiten



Anzeige
  1. SQL Server Developer (m/w)
    Microsoft Deutschland GmbH, verschiedene Standorte
  2. Senior Multimedia Programmer (m/w)
    Pepper GmbH, München
  3. Mitarbeiter (m/w) Team Applikation, Fokus PLM- und Engineering-Systeme
    WITTENSTEIN AG, Igersheim
  4. IT-Infrastruktur Analyst (m/w)
    Rheinkalk GmbH, Wülfrath

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Anonymous

    Telefonat zwischen FBI und Scotland Yard veröffentlicht

  2. Joseph Weizenbaum

    Welche Rolle spielt Wissenschaft?

  3. Google-Ranking

    Wie ein Erpresser einem Onlineshop schadete

  4. UCI iSens

    Hightech-Kino für Avatar 2 und Der kleine Hobbit

  5. Windows

    BSI gibt lückenhafte Sicherheitsempfehlungen


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 339 | letzter Beitrag 03:50 Uhr

  2. Kommentare: 137 | letzter Beitrag 03.02. 12:16

  3. Kommentare: 109 | letzter Beitrag 03.02. 22:09

  4. Kommentare: 106 | letzter Beitrag 03.02. 17:36

  5. Kommentare: 101 | letzter Beitrag 03.02. 12:57

Mehr


  1. Anonymous

    Telefonat zwischen FBI und Scotland Yard veröffentlicht

  2. Samsung Electronics

    "Wer in den Fabriken eine Gewerkschaft will, wird entlassen"

  3. Joseph Weizenbaum

    Welche Rolle spielt Wissenschaft?

  4. Betriebssysteme

    Linux Mint 12 KDE veröffentlicht

  5. Mozilla

    Push-Nachrichten fürs Web

  6. Acta

    Junge Union gegen Acta und Internetsperren

  7. Megaupload

    EFF will Nutzerdaten notfalls mit einer Klage schützen

  8. UCI iSens

    Hightech-Kino für Avatar 2 und Der kleine Hobbit

  9. Linux-Distributionen

    Canonical veröffentlicht Ubuntu 12.04 Alpha 2

  10. Take 2

    Suche nach GTA 5



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Börsengang: Facebook geht es nicht ums Geld
Börsengang
Facebook geht es nicht ums Geld

Facebook hat am Mittwoch seinen Börsengang beantragt und damit erstmals umfangreiche Informationen über das Unternehmen veröffentlicht. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat auch nach dem Börsengang volle Kontrolle über das Unternehmen, das eine Mission erfüllen soll, statt nach Gewinnmaximierung zu streben. Für den Erfolg soll eine gelebte Hackerkultur sorgen.

  1. Facebook Schwarzfahrer sollen wegen Facebook-Apps mehr zahlen
  2. Cloud-Werbung Facebook-Spammer nutzen Amazons Dienste
  3. Gegen Rechts Facebook hilft im Kampf gegen Naziprofile

Diablo 3: Blizzard verkleinert die Truhe
Diablo 3
Blizzard verkleinert die Truhe

Die Streichliste bei Diablo 3 wird länger: Nachdem kürzlich das Aus für Elemente wie die Mystikerin kam, müssen nun zwei von fünf Fächern im Inventar dran glauben. Auch auf Begleittiere warten Fans des Rollenspiels vergebens.

  1. Blizzard Diablo 3 ohne Mystikerin, aber mit Stadtportalen
  2. Blizzard "Bashiok" bestätigt Diablo 3 für Konsole
  3. Diablo 3 Echtgeld-Auktionshaus mit 50 "Beta Bucks"

Google Maps: Kostenlose Karten in Frankreich nicht erlaubt
Google Maps
Kostenlose Karten in Frankreich nicht erlaubt

Google muss in Frankreich 500.000 Euro Schadensersatz zahlen, da das Unternehmen mit dem kostenlosen Angebot von Landkarten via Google Maps dem Wettbewerb geschadet hat.

  1. Android-Anwendung Google Maps 6.2.0 schaltet in Tunneln in den Nachtmodus
  2. Android-Anwendung Google Maps 6.1.0 bringt Verbesserungen
  3. Google Maps Neues Kartenmaterial für Deutschland

Zum Artikel