Kulturflatrate: Urheber befragen die Parteien

Fragenkatalog an SPD und Grüne

SPD und Grüne haben die Kulturflatrate in ihre Wahlprogramme aufgenommen. Verleger, Schriftsteller und Übersetzer wollen es jetzt genauer wissen und befeuern damit eine sinnvolle Debatte.

Anzeige

Die Debatte um die Kulturflatrate wird sachlicher. Zwar beharrt die FDP in ihrem Wahlprogramm auf ihrer bald vier Jahre alten Position der strikten Ablehnung der Kulturflatrate, doch die SPD denkt immerhin über eine Einführung nach. Auch für die Grünen kann "die Einführung einer Kulturflatrate, die die nicht-kommerzielle Nutzung von digitalen Kulturgütern ermöglicht, ... ein richtiger Weg... sein", heißt es in ihrem Wahlprogramm.

Wer verteilt das Geld?

Angesichts dieser neuen politischen Unterstützung für die Kulturflatrate schauen die Verbände der deutschen Verleger, Schriftsteller und Literaturübersetzer genauer hin: "Wir Urheber möchten gerne wissen, was eine Kulturflatrate für uns bedeuten würde - ideell und materiell", so Imre Török, Vorsitzender des Verbands deutscher Schriftsteller in einer gemeinsamen Presseerklärung der Verbände. Hinrich Schmidt-Henkel, Vorsitzender des Verbandes deutschsprachiger Literaturübersetzer, ergänzt: "Die Wahlprogramme und auch das von den Grünen in Auftrag gegebene Rechtsgutachten zur Kulturflatrate lassen konkrete Vorschläge zur Ausgestaltung eines solchen Instruments vermissen".

Insgesamt 16 Fragenkomplexe haben die Verbände zu einem "Fragenkatalog zur Kulturflatrate" zusammengefasst. Diesen haben sie der SPD und den Grünen zur Beantwortung noch vor der Wahl vorgelegt. Die Fragen betreffen unter anderem die Höhe einer monatlichen Kulturflatrate - "Sind die von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries ins Spiel gebrachten 50 Euro überhöht / ausreichend / nicht ausreichend?" -, die Modalitäten ihrer Erhebung - "Ist geplant, die GEZ auch mit dem Einzug der Zahlungen für die Kulturflatrate zu beauftragen?" - bis hin zu den Vorstellungen der Parteien über die Verteilung der Einnahmen - "Wer soll bei Streit um die Verteilung der Gelder entscheiden und anhand welcher Kriterien?".

TV- und Rundfunkflatrate längst Realität

Das sind alles wichtige und berechtigte Fragen und es ist zu hoffen, dass die Antworten der befragten Parteien die notwendige Debatte um das Für und Wider einer Kulturflatrate voranbringen. Die Erwähnung der GEZ verweist zu Recht darauf, dass wir es in Deutschland wie in vielen anderen Ländern im Rundfunk- und Fernsehbereich seit Jahrzehnten mit einem Flatrate-Modell zu tun haben: Gegen eine monatliche Gebühr dürfen die Verbraucher so viel sehen und hören, wie sie wollen. Und neben den gebührenfinanzierten Sendern gibt es eine Fülle kommerzieller Sender, die von Werbeeinnahmen existieren.

Die neuen Fragen zur Kulturflatrate werden dadurch aufgeworfen, dass die Verbraucher im Internet nicht nur Empfänger sind. Mit ein paar Mausklicks können sie vielmehr selbst zum Sender werden. Die Münze hat also eine zweite Seite bekommen. Wie die Gesellschaft mit dieser neuen Realität umgehen soll, das ist die entscheidende Frage.

Der jetzt vorgelegte Fragenkatalog der Verleger, Schriftsteller und Literaturübersetzer könnte der wichtige, erste Schritt auf dem Weg zu einem gesellschaftlichen Konsens sein. [von Robert A. Gehring]


tonimahoni 27. Jul 2009

im Grunde genommen ist die Kulturflatrate keine schlechte Idee.. nur die Versuche zur...

Bibabuzzelmann 25. Jul 2009

Das zB *g http://www.youtube.com/watch?v=WNSShufoU7o Dann probier mal das hier, da...

Jööm 25. Jul 2009

Das ist die mit viel Abstand schlechteste Idee. Das würde dazu führen, das keine Band...

Jööm 25. Jul 2009

Du hast die Texte offenbar nicht genau durchgelesen. Vereinfacht gesagt lehnen sie die KF...

Captain 25. Jul 2009

na klar, wie viele ungebildete "Kapitalismussklaven" willst du heranziehen. Allein im...

Kommentieren


Protest-Netz.de / 24. Jul 2009

Abzocke durch Kulturflatrate?



Anzeige

  1. IT Support Specialist (m/w) - Applikationsbetreuung
    Real Garant über Baden Executive Search Personalberatung GmbH, Neuhausen auf den Fildern
  2. Senior BI Solutions Architekt (m/w)
    SolarWorld AG, Bonn
  3. Microsoft Dynamics CRM Architect & Developer (m/w)
    DVB Bank SE, Frankfurt
  4. Release- und Projekt-Manager mobile - international (m/w)
    PAYBACK GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. First-Person-Walker

    Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

  2. Finanzierungsrunde

    Startup Airbnb ist zehn Milliarden US-Dollar wert

  3. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin

  4. CSA-Verträge

    Microsoft senkt Preise für Support von Windows XP

  5. Test Wyse Cloud Connect

    Dells mobiles Büro

  6. Globalfoundries-Kooperation mit Samsung

    AMDs Konsolengeschäft kompensiert schwache CPU-Sparte

  7. Verband

    "Uber-Verbot ruiniert Ruf der Startup-Stadt Berlin"

  8. Kabel Deutschland

    2.000 Haushalte zwei Tage von Kabelschaden betroffen

  9. Cridex-Trojaner

    Hamburger Senat bestätigt großen Schaden durch Malware

  10. Ubuntu 14.04 LTS im Test

    Canonical in der Konvergenz-Falle



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


Cortana im Test: Gebt Windows Phone eine Stimme
Cortana im Test
Gebt Windows Phone eine Stimme

Mit Windows Phone 8.1 bringt Microsoft nicht nur lange vermisste Funktionen wie die zentrale Benachrichtigungsübersicht auf das Smartphone, sondern auch die Sprachassistentin Cortana. Diese kann den Alltag tatsächlich erleichtern - und singen.

  1. Smartphones Nokia und HTC planen Updates auf Windows Phone 8.1
  2. Ativ SE Samsungs neues Smartphone mit Windows Phone
  3. Microsoft Internet Explorer 11 für Windows Phone

Wolfenstein The New Order: "Als Ein-Mann-Armee gegen eine Übermacht"
Wolfenstein The New Order
"Als Ein-Mann-Armee gegen eine Übermacht"

B. J. Blazkowicz muss demnächst wieder die Welt retten - in einem Wolfenstein aus Schweden. Im Interview hat Golem.de mit Andreas Öjerfors, dem Senior Gameplay Designer, über verbotene Inhalte, die KI und Filmvorbilder von The New Order gesprochen.

  1. The New Order Wolfenstein erscheint ohne inhaltliche Schnitte
  2. Wolfenstein angespielt Agent Blazkowicz in historischer Mission
  3. Bethesda Zugang zur Doom-Beta führt über Wolfenstein

    •  / 
    Zum Artikel