Das gedruckte Blog und sein Scheitern

Joshua Karp stellt seine aus Blogs gefütterte Tageszeitung The Printed Blog ein

Eigentlich wollte Joshua Karp mit Bloggern eine Lokalzeitung machen. Doch dann übernahm er sich mit seinem Start-up-Unternehmen The Printed Blog - und muss es nun mangels Geld auflösen. Er glaubt trotzdem, angeschlagene Zeitungsverlage mit seinen Ideen retten zu können.

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Im offiziellen Blog von The Printed Blog erklärt Karp, was er vorhatte, warum das Unternehmen nicht mehr weitergeführt werden kann und was Gründer beachten sollten, um nicht ebenfalls zu scheitern. Die ursprüngliche Idee hinter The Printed Blog war, mit kostenlosen Blogeinträgen und kostenlosen Fotos anderer eine Lokalzeitung zu machen. Das Layout sollte einfach sein, die Druckkosten günstig und Karp hatte vor, die Zeitung persönlich am Bahnhof zu verteilen. Einnahmen sollte Werbung von lokalen Betrieben generieren.

Die große Aufmerksamkeit, die The Printed Blog in einer Zeit des Zeitungssterbens auf sich zog, hat Karp jedoch nach eigenen Aussagen vom Weg abgebracht: "Nachdem wir in der New York Times waren und ich Interviewanfragen von Radiosendern, dem Fernsehen und Zeitungen aus der ganzen Welt bekam, begann ich zu glauben, dass ich die Zeitung für die nächsten 100 Jahre aufbauen könnte."

Anstatt sich darauf zu konzentrieren, das Projekt in kleinem Maßstab wirtschaftlich zu realisieren, versuchte das The-Printed-Blog-Team die eigene Zeitung in Chicago, San Francisco, New York und Los Angeles zu veröffentlichen. "Ich habe mich mitreißen lassen, und wir haben uns zu schnell verausgabt."

Finanzierung aus eignen Mitteln

Karp hatte das Projekt aus eigenen Mitteln und mit "sechs oder sieben Kreditkarten" finanziert. Um die nächste Entwicklungsstufe zu erreichen, habe dann aber ein Investor und das Geld gefehlt. Nach 16 Ausgaben mit einer gedruckten Gesamtauflage von 80.000 Stück und rund 100.000 Downloads wird The Printed Blog deshalb nun eingestellt.

"Ich mag immer noch verrückt sein, aber ich bereue gar nichts", so Karp. Er ist der festen Überzeugung, dass sein ursprüngliches, auf die Nachbarschaft konzentriertes Konzept funktioniert hätte. "[...], wenn ich es umgesetzt hätte, wäre ich sehr wahrscheinlich in der Lage gewesen, genug Werbung zu verkaufen, um diese eine Ausgabe profitabel zu machen (ich bin zu 100 Prozent sicher, dass ich es geschafft hätte). Dann hätte ich eine andere Nachbarschaft hinzugefügt, und noch eine, und so weiter."

Karp hatte zuvor bereits zwei Unternehmen aufgebaut, eines scheiterte trotz Investoren, das andere gründete er mit wenig Mitteln und konnte es dann mit Gewinn an einen Konkurrenten verkaufen.

Anderen Gründern rät er nun unter anderem dazu, die eigene Idee nicht aus dem Fokus zu verlieren, das eigene Geschäftsmodell Stück für Stück zu erproben - und es sollte sich finanzieren. Wenn sich andere plötzlich dafür begeisterten, sollten Gründer sehr sehr vorsichtig sein. Gleichzeitig sei es jedoch auch einfacher, für eine mitreißende Vision der Zukunft talentierte Mitstreiter zu finden, als für die Realität der Gegenwart, so Karp.

Beratung für etablierte Medien

Wie es nun für ihn weitergeht, wisse er noch nicht, schreibt er in einem von drei Blogeinträgen zum Ende seines 2008 gegründeten Unternehmens. An Selbstsicherheit mangelt es ihm aber nicht: "Ich könnte einem traditionellen Medienunternehmen bei der Transformation helfen, etwa der Tribune Corporation, dem Playboy oder der New York Times. Wenn ein Investmentbanker die Sun-Times Media Group kaufen und mir die Schlüssel geben würde, hätte ich den Plan, sie zum neuen Medienkraftwerk zu wandeln."


LnddMiles 26. Jul 2009

Great post! I'll subscribe right now wth my feedreader software!

Sören 09. Jul 2009

Ich muss gestehen, dass ich von dem Printed Blog bis Anfang dieser Woche nichts gehört...

Brain 09. Jul 2009

die wahrheit ist nicht immer das was man hören will.

Brain 09. Jul 2009

da hast du's! http://www.tvtoday.de/programm

OldFart 08. Jul 2009

Mal davon abgesehen das Deine Beispiele eine Menge Geld *anderer* verbraten haben...

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