US-Webradios einigen sich mit Musikindustrie

Pandora-Dauernutzer müssen künftig zahlen

Glück für Pandora und andere US-Webradios: Sie haben mit der Verwertungsgesellschaft SoundExchange eine Einigung über die Lizenzzahlungen für das Abspielen von Musikstücken erzielt, die die Webradios weniger hart trifft als die Regelung aus dem Jahr 2007. Wermutstropfen für die Dauerhörer: Pandora wird teilweise kostenpflichtig.

Anzeige

"Über zwei Jahre habe ich sehnsüchtig auf den Tag gewartet, an dem ich endlich diese Worte schreiben kann: Die Lizenzkrise ist vorbei!", schreibt Tim Westergren, Gründer des Internetradios Pandora, erleichtert im Pandora-Blog. "Webcaster, Künstler und Plattenfirmen haben eine Lösung für die verhängnisvolle Internetradioentscheidung aus dem Jahr 2007 gefunden."

Wichtiger Schritt auf dem Weg zu der Einigung war der Webcaster Settlement Act, ein Gesetz über Urheberabgaben für US-Webradios aus dem Jahr 2008. Es erlaubt Internetradios, mit den Plattenfirmen niedrigere Abgaben zu vereinbaren als in der Regelung aus dem Vorjahr vorgesehen.

Wer mehr verdient, zahlt mehr

Das neue Abkommen sieht ein gestaffeltes Abgabenmodell vor. Danach müssen die größeren Webradios wie Pandora, die mehr als 1,25 Millionen US-Dollar im Jahr einnehmen, künftig 25 Prozent ihrer Einnahmen oder eine Abgabe für jedes Musikstück, das an einen Hörer ausgeliefert wurde, zahlen. Letztere Regelung gilt rückwirkend für alle ab dem Jahr 2006 gestreamten Musikstücke. Die Abgabe pro Stücke beginnt bei 0,08 US-Cent für das Jahr 2006 und steigt bis zum Jahr 2015 auf 0,14 US-Cent.

Webradios, deren Einkünfte unter 1,25 Millionen US-Dollar liegen, zahlen zwischen 12 und 14 Prozent, mindestens aber 25.000 US-Dollar. Kostenpflichtige Streamingdienste zahlen für jedes Stück, das sich ein Nutzer anhört, 0,15 US-Cent. Diese Abgabe wird bis zum Jahr 2015 auf 0,25 US-Cent steigen.

Pandora könne mit dieser Regelung leben, schreibt Westergren. Endlich gebe es ein langfristiges Abkommen über bezahlbare Lizenzabgaben. Diese sind immer noch niedriger als die Abgaben, die das Copyright Royalty Board (CRB) im Juni 2007 festgesetzt hatte. Das CRB hatte eine Lizenzabgabe von 0,14 US-Cent pro Lied ab 2007 gefordert. "Damit ist sichergestellt, dass Pandora noch viele Jahre lang Musik streamen kann."

Wer viel hört, zahlt

Für Pandora-Dauernutzer hat die Einigung indes negative Folgen: Wer mehr als 40 Stunden Musik im Monat hört, zahlt knapp einen US-Dollar oder wird für den Rest des Monats gesperrt. "Wir mögen diese Beschränkung auch nicht, aber die ökonomische Realität der neuen Lizenztarife lässt uns keine andere Wahl", begründet Westergren den Schritt.

Das Abkommen ist allerdings noch nicht das letzte Wort zu Lizenzabgaben, so Westergren. Denn die Webradios sind gegenüber den Radiostationen, die über Antenne senden, im Nachteil. Letztere zahlen gar keine Lizenzabgaben für die Musik, die sie spielen. Das gegenwärtige System benachteilige zudem die Musiker, die keine Entgelte für ihre Stücke, die die Radiostationen spielen, erhielten. Es gebe deshalb im Kongress Bestrebungen, "das umfassendere Problem, wie Musiker überhaupt von Radios abgegolten werden, zu lösen."


robinx 09. Jul 2009

Naja die lösung über die amazon webservices ist zumindest für video on demand teilweise...

Kommentieren




Anzeige
  1. Mitarbeiter (m/w) Technischer Support
    über BüchnerPolzin Management- und Personalberatung, Großraum Stuttgart
  2. Database Manager (m/w) im Dialogmarketing
    Teambank AG, Nürnberg
  3. Projektleiter ERP Produktion / Controlling (m/w)
    Miele & Cie. KG, Gütersloh, China
  4. Vice President - Research / Development (m/w)
    m:pro IT Consult GmbH, Wiesbaden

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  2. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm

  3. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  4. ProLiant Gen8

    HP macht Server unabhängig

  5. Linux-Handbuch

    Umfassendes Nachschlagewerk als Openbook erhältlich


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 193 | letzter Beitrag 13:12 Uhr

  3. Kommentare: 183 | letzter Beitrag 12:03 Uhr

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 12:39 Uhr

  5. Kommentare: 96 | letzter Beitrag 13.02. 16:40

Mehr


  1. HTC Velocity 4G

    Android-Smartphone mit LTE und 4,5-Zoll-Touchscreen

  2. Farmville & Co.

    Patentklage gegen Zynga

  3. Document Foundation

    Libreoffice 3.5 ist fertig

  4. Pegatron

    Übt Apple Druck auf OEM-Hersteller von Ultrabooks aus?

  5. Blackhole Toolkit

    Cryptome gehackt und mit Malware infiziert

  6. Piranha Bytes

    Risen 2 geht am 20. Februar in den geschlossenen Betatest

  7. Google

    EU und USA geben Kauf von Motorola frei

  8. Watchdog

    Mozilla visualisiert Wiederverwendung von Passwörtern

  9. Apple

    Apple-Aktie erreicht neuen Höchststand

  10. SSL

    Twitter macht HTTPS zum Standard



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Gerüchte: Apple will alle Notebooks dünner machen
Gerüchte
Apple will alle Notebooks dünner machen

Apple soll einem Bericht zufolge seine gesamte Notebookpalette dem Macbook Air anpassen. Dazu müssten die relativ dicken Modelle der Macbook-Pro-Serie vollständig überarbeitet werden und Anwender auch von liebgewonnenen Eigenschaften Abschied nehmen.

  1. Apple-Patentantrag Macbooks mit Brennstoffzellen
  2. Landingzone Dockingstation für das Macbook Air

Datenskandal: Millionen Arztrezeptdaten offenbar illegal gehandelt
Datenskandal
Millionen Arztrezeptdaten offenbar illegal gehandelt

Illegal wurden jahrelang Daten gesammelt, die genau verraten, wer in Deutschland welche verschreibungspflichtigen Medikamente benötigt. Landesdatenschützer Thilo Weichert vermutet einen der größten Datenskandale der Bundesrepublik im Medizinbereich.

  1. Thilo Weichert Facebooks Timeline-Einführung ist "ultradreist"
  2. Like-Button Datenschützer will Facebook von Behördenseiten verbannen
  3. US Patriot Act Auch deutsche Cloud-Betreiber von Geheimdiensten bespitzelt

IMHO: Windows 8 - Microsofts Befreiungsschlag
IMHO
Windows 8 - Microsofts Befreiungsschlag

"Windows Reimagined", so bezeichnet Microsoft Windows 8. Es ist die größte Veränderung von Microsofts Betriebssystem seit Windows 95 und soll mit neuem UI und dem neuen API WinRT zum großen Befreiungsschlag für Microsoft werden.

  1. Beta Consumer Preview von Windows 8 am 29. Februar 2012
  2. Windows Explorer Windows 8 Beta mit weiteren Verbesserungen
  3. Sensor-Fusion Windows 8 soll Sensornutzung vereinfachen

Zum Artikel