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LAN-Party wegen Killerspiele-Diskussion abgesagtBürgermeister will Dialog mit Spielern fortsetzen
Ein Verbot der LAN-Party habe es nicht gegeben, sagte Bürgermeister Sven Weigt (CDU) Golem.de. Die Entscheidung, die "Convention-X-Treme" abzusagen, die vom 28. bis 30. August hätte stattfinden sollen, habe der Veranstalter getroffen. Dieser ist der "Computerfreunde Karlsdorf-Neuthard e.V.", der seit 2002 in und um die Gemeinde mit ihren 9.000 Einwohnern
LAN-Partys durchführt. Dafür hat der Verein auch eigenes Equipment für das Netzwerk und die Stromversorgung angeschafft. Die letzte CXT im April 2009 hatte nach Angaben der Veranstalter über 400 Teilnehmer, die bereits gezahlten Teilnahmegebühren für die abgesagte LAN-Party sollen zurück überwiesen werden.
Der Verein gibt auf seiner Webseite an, dass die Gemeinde auf einen Verzicht von so genannten "Killerspielen" drängte, namentlich genannt werden Counter-Strike und Warcraft 3. Dies sei "einer Absage gleichgekommen". Diese beiden Titel zählen zu den beliebtesten Spielen auf LAN-Partys. Die Veranstalter meinen: "So wurde auch die CXT 'Opfer' der Hetze gegen die Lanpartyszene." Der Verein bezieht sich dabei offenbar auf die seit dem Amoklauf von Winnenden neu aufgeflammte Diskussion um die Auswirkungen von gewalthaltigen Spielen auf Jugendliche. Für die CXT war die Anmeldung jedoch ohnehin nur für volljährige Spieler möglich. Bei solchen Veranstaltungen müssen die Spieler vor dem Betreten der Halle stets ihren Ausweis zeigen. WarCraft 3 ist im Übrigen ab 12 Jahren freigegeben, Counter-Strike 1.6 ab 16. Politischer Druck im Ländle wächst Bürgermeister Weigt sagte Golem.de, dieser Absage sei eine lange Diskussion vorausgegangen. Er habe mit "vielen Pädagogen und Polizisten gesprochen, die meinen, dass diese Spiele schädliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche haben". Mit dem Verweis auf die Absage des Intel Friday Night Games in Karlsruhe fügte er noch hinzu: "Auch unser Innenminister und der Städte- und Gemeindetag sprechen sich gegen solche Veranstaltungen aus." In Baden-Württemberg ist Heribert Rech (CDU) Minister des Inneren. Besonders glücklich ist Weigt mit dem bisherigen Ergebnis in seiner Gemeinde nicht: "Ich will keinen Hehl daraus machen, dass das bisher eine einseitige Diskussion ist", sagte er. Er will sie aber nach der jetzigen Absage fortsetzen, auch und vor allem mit den Spielern. Von den E-Mails, die ihn seit der Absage der LAN-Party erreicht hätten, müsse er aber "99 Prozent wegwerfen", weil sich die aufgebrachten Gamer grob im Ton vergriffen hätten. Einen Vertrag über die Anmietung der gemeindeeigenen Altenbürg-Halle, in der die LAN-Party wie frühere Ausgaben hätte stattfinden sollen, hat es nach Darstellung von Sven Weigt nicht gegeben. Einen solchen hätte der Bürgermeister auch eingehalten, sagte er. Vielmehr habe es mit "unseren Computerfreunden" wie bisher nur eine mündliche Abmachung gegeben. Für die Fans von LAN-Partys kommt dieser erste Fall einer Absage einer Veranstaltung für mehrere hundert Spieler, die durch die Killerspiele-Diskussion begründet wird, zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Gerade während der Sommerferien finden viele derartige Partys statt, auch wenn die meisten - wie die nun geplatzte CXT - nur für volljährige Spieler gedacht sind. Die kleine Gemeinde Karlsdorf-Neuthard könnte hier einen Präzedenzfall geschaffen haben, auf den sich andere Bürgermeister berufen könnten. (nie)
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