USA: Antivirensoftware darf Adware und Schadsoftware blocken

Hersteller verstoßen nicht gegen Kommunikationsgesetz

Ein Bundesberufungsgericht in den USA hat entschieden, dass die Hersteller von Antivirensoftware nicht gegen den Communications Decency Act (CDA) verstoßen, wenn ihre Programme Adware und andere Schadsoftware von Websites blockieren. Das geht aus einem vergangene Woche veröffentlichten Urteil hervor.

Anzeige

Sieg für Kaspersky, lange Gesichter bei Zango. Das ist das vorläufige Endergebnis der gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen dem Adware-Hersteller Zango und dem Sicherheitsspezialisten Kaspersky Lab. Das Bundesberufungsgericht im Gerichtsbezirk West-Washington wies die Berufung von Zango gegen Kaspersky im Februar ab, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Urteilstext hervorgeht, zu finden etwa bei Wired.com.

Zango hatte Kaspersky wegen eines Verstoßes gegen das Kommunikationsgesetz (Communications Decency Act) von 1996 verklagt. Zango war darauf spezialisiert, Nutzern werbefinanziert Zugang zu Inhalten von Partnern wie Spiele- oder Videoanbietern zu geben. Die Nutzer mussten dazu Software von Zango installieren. Gegen Bezahlung konnten die Nutzer auch Zango-Software ohne Werbung für den Zugang zu den Inhalten bekommen.

Die Zango-Software wurde von verschiedenen Herstellern von Antivirensoftware als schädlich eingestuft. Im Ergebnis verhinderte die Antivirensoftware die Installation oder warnte zumindest davor, sie zu installieren. Kasperskys Sicherheitssoftware blockierte die Installation von Zangos Software. Der mittlerweile bankrotte Adware-Spezialist Zango sah seine Geschäfte bedroht und verklagte Kaspersky Lab.

Zangos Vorwurf lautete, Kasperskys Software würde unzulässig "in die Nutzung eines zum Download angebotenen Programms von Kunden einer Online-Medienfirma eingreifen". Kaspersky wehrte sich dagegen mit dem Verweis auf eine Schutzklausel im Kommunikationsgesetz von 1996, die es erlaubt, "anstößiges Material" zu ermitteln und zu blockieren.

Das zuständige Gericht erster Instanz entschied zugunsten von Kaspersky. Zur Begründung führte das Gericht an, dass Kaspersky als Anbieter eines "interaktiven Computerdienstes" Immunität genießen würde, wenn das Unternehmen den Zugang zu anstößigen Inhalten blockiert. Dieser Auffassung schloss sich auch das Berufungsgericht an.

Anbieter eines "interaktiven Computerdienstes" ist Kaspersky in den Augen der Richter deshalb, weil "die Kaspersky-Software so gestaltet ist, dass sie über das Internet mit Datenbanken und Aktualisierungsdiensten in Moskau kommuniziert". Die Nutzer können die Kaspersky-Software auch manuell dazu veranlassen, mit den Updateservern Verbindung aufzunehmen. Das genügt in den Augen der Richter, um den Buchstaben des Gesetzes zu entsprechen. Das sei dazu gedacht, "den Anbieter eines interaktiven Computerdienstes vor Klagen zu schützen, wenn der es einem Anwender erlaubt, Inhalte, die er oder der Provider als unangemessen einstuft, zu blockieren".

Einer der drei Berufungsrichter, Raymond C. Fisher, ergänzte das von Richterin Pamela Ann Rymer formulierte Urteil durch eine sogenannte zustimmende Meinung (englisch concurring opinion). Fisher warnt in seiner Meinung ausdrücklich davor, die Immunität von Diensteanbietern über den Rahmen hinaus auszuweiten, den das Gericht jetzt in seinem Urteil abgesteckt hat. Es würde "ernsthafte Probleme verursachen, wenn Anbieter von Sicherheitssoftware einen Freifahrtschein zum einseitigen Blockieren von Materialien erhalten würden". Diese könnten die Freiheit "in wettbewerbswidriger Weise" dazu nutzen, Inhalte von Konkurrenten zu blockieren. [von Robert A. Gehring]


spanther 29. Jun 2009

Okay ^^ Naja ich kenne die aktuellen nich so direkt. Brauche ja keine :-)

nope 29. Jun 2009

Üblicherweise läßt sich das aber auch entsprechend einstellen. Irgendwo hat jedes...

spanther 29. Jun 2009

Ich war auch mal ein typischer Windows Nutzer. Aber ich war noch nie auf den Kopf...

Sharra 29. Jun 2009

Naja der typische Windows-User muss (leider) vor sich selbst geschützt werden. Wie oft...

spanther 29. Jun 2009

Mh also ich persönlich fände es trotzdem akurater, wenn ich gefragt werden würde von der...

Kommentieren



Anzeige

  1. Projekt-Manager / Senior-Projektmanager (m/w)
    Versicherungskammer Bayern, München
  2. Product Manager Software (m/w)
    Kontron Europe GmbH, Augsburg
  3. IT-Mitarbeiter (m/w)
    SRH Dienstleistungen GmbH, Oberndorf a. N.
  4. Java-Entwickler (m/w)
    Avision GmbH, Oberhaching bei München

 

Detailsuche


Hardware-Angebote
  1. Dell 24-Zoll-Ultra-HD-Monitor
    ab 378,99€
  2. Samsung Ultra-HD-Monitor U28D590D
    339,00€ inkl. Versand über Redcoon
  3. Raidmax Blackstorm Green
    64,99€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. E-Book-Reader

    E-Book-Unternehmen Txtr meldet Insolvenz an

  2. Smartphone-Verkauf

    Apple erstmals seit vier Jahren mit Samsung gleichauf

  3. Quantic Dream

    Fahrenheit erscheint mit neuen Texturen

  4. Computerspiele

    Nutzerprofile machen unsterblich

  5. Asterisk

    Einführung von *-Rufnummern in Deutschland möglich

  6. GDC 2015

    Windows-10-Smartphones werden acht Kerne haben

  7. Chromecast-Konkurrent

    Microsoft Wireless Display Adapter ab sofort erhältlich

  8. China

    Westliche Firmen sollen geheimen Quellcode herausgeben

  9. Personal Agent

    Bill Gates arbeitet an persönlichem Assistenten

  10. Workmail

    Amazon bietet E-Mail und Teamkalender



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Sony Alpha 7 II im Test: Fast ins Schwarze getroffen
Sony Alpha 7 II im Test
Fast ins Schwarze getroffen
  1. Systemkamera Olympus kündigt neues Modell im OM-D-System an
  2. Seek XR Wärmebildkamera mit Zoom für Android und iOS
  3. Geco Mark II Federleichte Actionkamera für den Brillenbügel

Neues Betriebssystem: Microsoft nennt viele neue Details zu Windows 10
Neues Betriebssystem
Microsoft nennt viele neue Details zu Windows 10
  1. Technical Preview mit Cortana Windows 10 Build 9926 steht zum Download bereit
  2. Microsoft Nicht alle Windows-Phone-Smartphones erhalten Windows 10
  3. Surface Hub Microsoft zeigt Konferenzsystem mit Digitizer und Windows 10

Spionage oder Imageaufwertung?: Deutsche Behörden nennen es Social Media Intelligence
Spionage oder Imageaufwertung?
Deutsche Behörden nennen es Social Media Intelligence
  1. Quartalsbericht Facebook gibt 2,7 Milliarden US-Dollar aus
  2. Facebook Lite ausprobiert Facebooks abgespeckter Android-Client
  3. Ausfall von Internetdiensten Lizard Squad will's gewesen sein, Facebook sagt nein

    •  / 
    Zum Artikel