Urheberrechtsabgabe auf Speicherkarten und USB-Sticks kommt

Kompromiss: Vergütungssatz bei 10 Cent pro Stück

Die Urheberrechtsabgabe auf Speicherkarten und USB-Sticks kommt in Kürze. Hersteller und Importeure von Speicherkarten und USB-Sticks haben sich mit den Verwertungsgesellschaften geeinigt. Jetzt werden die Details ausgehandelt.

Anzeige

Hersteller und Importeure von Speicherkarten und USB-Sticks haben einer Einigung mit den Verwertungsgesellschaften über eine Vergütungspflicht ihrer Produkte zugestimmt. Das gab der Branchenverband Informationskreis Aufnahmemedien (IM) bekannt, in dem Firmen wie Fuji, Hama, Imation, Intenso, Kodak, Maxell, Panasonic, Philips, Sony und Verbatim vertreten sind. Danach ist für die Speicher unabhängig von ihrer Kapazität ein Vergütungssatz von 10 Cent pro Stück zu zahlen. Zuvor war in den Medien von 1 Euro pro Stück die Rede gewesen, was die Verwertungsgesellschaften so jedoch nie gefordert hatten.

Speicherkarten, USB-Sticks und Festplatten, die für Privatkopien genutzt werden, waren bisher nicht abgabepflichtig, was sich mit dem neuen Urheberrechtsgesetz (2. Korb) änderte. Die Preiserhöhung wird von der Firma gezahlt, die die Produkte in den Verkehr bringt, und dann in den Endkundenpreis einkalkuliert. Durch den starken Preisverfall bei Speicher würde ein Plus von 10 Cent jedoch kaum auffallen, erfuhr Golem.de aus Branchenkreisen. In den anstehenden Verhandlungen würden die Einzelheiten der vertraglichen Konditionen festgelegt. Ein Abschluss wird in den nächsten Wochen bis Monaten erwartet.

Wie vom Gesetzgeber durch den sogenannten 2. Korb zum Urheberrechtsgesetz festgelegt, verhandeln die ZPÜ (Zentralstelle für private Überspielungsrechte), die VG Bild-Kunst und die VG Wort seit über einem Jahr mit den Herstellerverbänden IM, ZVEI und Bitkom. Dabei geht es um eine Vergütung für Geräte und Speichermedien, die für die private Vervielfältigung urheber- und leistungsschutzrechtlich geschützter Werke genutzt werden können.

Bitkom-Urheberrechtsexpertin Judith Lammers hatte die Forderungen der Verwertungsgesellschaften bislang als "abstrus" bezeichnet. Ein Großteil der Speicherkarten werde in der Digitalfotografie eingesetzt. "Von einer Nutzung für Privatkopien ist man weit entfernt. Gleiches gilt für USB-Sticks. Sie werden schwerpunktmäßig im gewerblichen Bereich genutzt und hier als Transfermedium."

Doch nun scheint die Einigung geglückt. "Mit diesem Ergebnis ist es beiden Seiten erstmals gelungen, das neue Vergütungssystem in vernünftiger Art und Weise in die Praxis umzusetzen", sagte Rainald Ludewig, IM-Vorsitzender und Chefjustiziar bei Panasonic. Das Ergebnis sei ausgewogen und trage sowohl den Ansprüchen der Urheber als auch der Industrie Rechnung. Er hoffe, dass diese Vereinbarung eine Vorreiterrolle bei allen noch streitigen Verfahren einnehmen werde.


sl0w 25. Jun 2009

Darf man sich nun die 10.000 Euro für eine Render-Software sparen und sie stattdessen auf...

Nolan ra Sinjaria 23. Jun 2009

DIESE Aussage halte ich für sehr gewagt :D

surfenohneende 23. Jun 2009

Du unterstützt "Raubkopieren" mit dieser Aussage ;) LOL Merke die Content-Mafia ist ihr...

Nolan ra Sinjaria 23. Jun 2009

weil Privatkopien ja auch für "nahestehende Personen" sein können, also auch für Freunde.

Palerider 23. Jun 2009

Vielleicht weil die rechtmäßig erworbenen CD/DVD/wasauchimmer einen Kopierschutz hat und...

Kommentieren


Petes Fachinformatrix / 23. Jun 2009

Singen auch bald kostenpflichtig?

Confluence: Versandhandel & e-commerce / 22. Jun 2009

Urheberrechtsabgabe auf Speicherkarten und USB-Sticks kommt



Anzeige
  1. Experte (m/w) E-Procurement (SupplyOn)
    Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach
  2. Softwareentwickler Logistik- und Prozessautomation (m/w)
    Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH, München
  3. System Spezialist (m/w)
    ADAC e. V., München
  4. Informatiker/in bzw. Ingenieur/in (FH/DH) für angewandte Informatik / Informations­technik
    Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. PGP vs. Geheimdienste

    "PGP ist weiterhin sicher"

  2. Kim Dotcom

    "Gebt mir meine Rechner zurück"

  3. Samsung XE300

    Google Chromebox versehentlich ausgeliefert

  4. USB-Sticks und Speicherkarten

    Pauschalabgaben sollen von 10 Cent auf knapp 2 Euro steigen

  5. Bang! Lamp

    Eine Design-Lampe zum Abknallen


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 378 | letzter Beitrag 03:00 Uhr

  2. Kommentare: 216 | letzter Beitrag 24.05. 15:00

  3. Kommentare: 206 | letzter Beitrag 03:49 Uhr

  4. Kommentare: 178 | letzter Beitrag 05:14 Uhr

  5. Kommentare: 173 | letzter Beitrag 05:09 Uhr

Mehr


  1. Apple, Foxconn und Sharp

    Displayfabrik für Smartphones und Tablets

  2. Bang! Lamp

    Eine Design-Lampe zum Abknallen

  3. Rüstung

    Ramsch-Technik aus China in US-Waffensystemen

  4. AVM

    Beta-Firmware gegen Fritzbox-Sicherheitslücke

  5. Miniaturisierung

    Gigabyte will leichtestes Notebook der Welt bauen

  6. Datenschutz

    TV- und Radio-Apps geben Daten von Apple-Nutzern weiter

  7. PGP vs. Geheimdienste

    "PGP ist weiterhin sicher"

  8. Tiberium Alliances

    Command & Conquer beendet Browser-Beta

  9. Double Fine

    Ron Gilbert schickt Spieler in The Cave

  10. Kim Dotcom

    "Gebt mir meine Rechner zurück"



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Redesign: Facebook bastelt an einer veränderten Chronik
Redesign
Facebook bastelt an einer veränderten Chronik

Das Aussehen der Facebook-Profile könnte sich demnächst ändern. Während die ganze Welt den Börsenstart des Unternehmens verfolgt, arbeitet Facebook heimlich, still und leise an einem Redesign der Chronik.

  1. Umsatzwarnung Facebook offenbar selbst an schwachem Börsenstart schuld
  2. Absturz an der Börse Facebook überbewertet?
  3. Geschenke-App Facebook kauft Karma

Reflecta iPad-Scan: Apple-Tablet als Einzugsscanner
Reflecta iPad-Scan
Apple-Tablet als Einzugsscanner

Mit dem Reflecta iPad-Scan wird Apples Tablet zum Einzugsscanner - sofern eine Steckdose in der Nähe ist. Die Scanauflösung beträgt 300 dpi.


Leap Motion: Präzise 3D-Steuerung mit Fingern, aber ohne Berührung
Leap Motion
Präzise 3D-Steuerung mit Fingern, aber ohne Berührung

Ein kleines Gerät soll die Interaktion mit dem Computer revolutionieren, verspricht das Startup Leap Motion: Leap erlaubt eine millimetergenaue Steuerung des Computers mit der Hand, ohne dass dieser dabei berührt wird.


Zum Artikel