EU-Kommission für höhere Strafen bei Cyberattacken

Informationsaustausch soll verbessert werden

Die EU-Kommission plant, die Strafen für Verbrechen, die über das Internet begangen werden, deutlich zu verschärfen. Cyberkriminelle müssen in Zukunft damit rechnen, für mehr als fünf Jahre ins Gefängnis zu wandern.

Anzeige

Cyberkriminelle sollen stärker abgeschreckt werden. Dazu plant die EU-Kommission, die Höchststrafen für Verbrechen, die über das Internet begangen werden, deutlich zu verschärfen, berichtet die Financial Times. Statt bisher ein bis drei Jahre sollen in Zukunft auch mehr als fünf Jahre verhängt werden können. Die Strafverschärfung soll Bestandteil der Novelle des Rahmenbeschlusses des Rates zur Bekämpfung von Angriffen auf Informationssysteme von 2005 sein. Der aktualisierte Rahmenbeschluss wird voraussichtlich noch dieses Jahr veröffentlicht werden.

Radomir Jansky, bei der Generaldirektion für Justiz, Freiheit und Sicherheit für Cyberkriminalität zuständig, begründete das Vorhaben laut Financial Times so: "Wir brauchen neue Gesetze zur Bekämpfung von Cyberattacken. Umfangreiche Angriffe haben zugenommen, da die Strafen nicht abschreckend genug sind. Die Kosten für Unternehmen, Strafverfolgungsbehörden und staatliche Stellen steigen stetig an. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen."

Im März 2007 waren Server der estnischen Regierung von der Jugendbewegung "Die Unsrigen" (Naschi) angegriffen worden. Naschi-Chef Konstantin Goloskokow rechtfertigte die Angriffe als Protest gegen die Umsetzung der Statue eines Rotarmisten in Tallin.

Um die Zusammenarbeit zwischen den EU-Mitgliedstaaten zu verbessern, soll der bestehende Informationsaustausch ausgebaut werden. Dazu soll ein EU-weites Informationssystem eingerichtet werden, über das die Staaten im Angriffsfall warnen und Hilfe suchen können. Durch die systematischere Erfassung von Vorfällen will sich die Kommission zudem ein besseres Bild von der Gefährdungslage in der EU machen können.

Die Mitgliedstaaten sind nicht an die Empfehlungen aus dem Rahmenbeschluss gebunden. Bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität dürfen sie prinzipiell selbst über die angemessenen Maßnahmen entscheiden. Wenn sie wollen, können sie im nationalen Strafrecht auch weitaus schärfere Sanktionen vorsehen. [von Robert A. Gehring]


kikimi 17. Jun 2009

Nein. Aber Gefängnisstrafen jenseits der vier Jahren haben kaum einen resozialisierenden...

der fragenhaber 16. Jun 2009

Sind DDOS Angriffe auch illegal? Bekommt man für so einen Angriff schon Gefängnisstrafen?

Genervt... 15. Jun 2009

Da .... vor. Gibts fuer dieses schrecklicke Sprachkonstukt eingendlich einen namen, oder...

Bouncy 15. Jun 2009

hmm, ein dilemma. vielleicht sollte man sich an der geschichte orientieren und alte ideen...

Rolle 15. Jun 2009

...was dazu führt, daß nach absitzen der Haftstrafe der einzige Weg auf einen grünen...

Kommentieren




Anzeige
  1. Projektmanager (m/w)
    Fresenius Netcare GmbH, Bad Homburg
  2. Projektleiter/in SAP FI/CO mit Modulbetreuung
    Deutsche Welle, Bonn
  3. IT-Projektleiter (m/w) - Komplexe IT-Prozesse
    deron consulting GmbH, Stuttgart und Home-Office (Reisebereitschaft)
  4. Frontend-Entwickler (m/w)
    Hahn Air Lines GmbH, Dreieich

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Video

    Yahoo gibt Angebot für Hulu ab

  2. Google X

    Google baut mobiles Internet in Afrika und Südostasien

  3. Xbox One

    Handel muss Gebrauchtspiele de-registrieren

  4. Lenovo

    "Wir können uns jede Übernahme leisten"

  5. Bundesdatenschützer

    Jobcenter sollen nicht bei Facebook recherchieren

  6. Navigation

    Google Maps erhält Routenplanung per Fahrrad

  7. Test Call of Juarez Gunslinger

    Hör-Spiel im Wilden Westen

  8. Fonic All-Net Flat

    Telefon-, SMS- und Datenflatrate für 25 Euro

  9. Drosselung

    Die Mär vom teuren Traffic oder wie viel kostet ein GByte?

  10. Telekom

    Bundestagspetition gegen Drosselung erreicht 50.000



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Dying Light: Einsamer Kampf in großer Stadt
Dying Light
Einsamer Kampf in großer Stadt

Tagsüber sammelt der Spieler Vorräte und Waffen, nachts kämpft er gegen Zombies: Das ist das Grundkonzept von Dying Light, das Techland unter anderem für Playstation 4 und Xbox One produziert.

  1. Flying Wild Hog Der Shadow Warrior kämpft wieder
  2. Homosexualität in Spielen Bug oder Feature?
  3. Strategiespiel HTML5-Version von Freeciv veröffentlicht

Offene Formate in Deutschland: "Passiert ist nix!"
Offene Formate in Deutschland
"Passiert ist nix!"

Linuxtag 2013 Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern tun sich die deutschen Behörden in Deutschland mit Open-Source-Software noch schwer. Eine Podiumsdiskussion auf dem Open-IT Summit 2013 offenbart das Problem: geschlossene Dokumentenstandards.

  1. Clark Asay Defensive Patente mit freier Software nicht vereinbar?
  2. Adobes CFF Engine Bessere Schriftdarstellung für Android, iOS und Linux
  3. Entwicklerplatinen Spark Core mit WLAN und Cortex-M3-Prozessor

Blackberry Z10 im Langzeittest: Tausche Android gegen Blackberry
Blackberry Z10 im Langzeittest
Tausche Android gegen Blackberry

Mit dem Z10 versucht Blackberry ein Comeback im Smartphone-Markt. Auch Android-Anwendungen lassen sich auf dem Gerät installieren. Golem.de-Autor Tobias Költzsch hat zwei Wochen lang sein Galaxy S3 gegen das Z10 getauscht und im Langzeittest überprüft, wie schwer ein Umstieg ist.

  1. Smartphones Blackberry Q5 im Juli, Blackberry 10.1 wird verteilt
  2. Mobilfunk Fast drei Viertel der Smartphones laufen mit Android
  3. Blackberry-Chef "In fünf Jahren gibt es keine Tablets mehr"

Zum Artikel