Chinesische Filtersoftware gefährdet Computer

Nutzer in China sind gegen die zwangsweise Installation von Filtersoftware

Drei amerikanischen Informatiker haben gravierende Sicherheitslücken in der Filtersoftware gefunden, die künftig auf chinesischen Computern vorinstalliert werden soll. Unterdessen regt sich in China Widerstand gegen die Zwangsmaßnahme der Regierung.

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Unabhängig davon, ob die chinesische Filtersoftware "Green Dam Youth Escort" ein Zensurinstrument ist, wie Kritiker behaupten, oder, wie die chinesische Regierung beteuert, lediglich ein Pornofilter: Eine Gefahr stellt sie allemal dar. Das haben die Informatiker Scott Wolchok, Randy Yao und J. Alex Halderman von der Universität von Michigan in Ann Arbor herausgefunden. Der Test war möglich, weil Hersteller Jinhui Computer System Engineering das Programm im Internet bereitstellt.

"Wir haben Schwachstellen gefunden, die von außen ausgenutzt werden können", schreiben sie in einem Bericht, den sie auf Haldermans Website veröffentlicht haben. "Jede Website, die ein Nutzer, auf dessen Computer Green Dam läuft, besucht, kann die Kontrolle über den PC übernehmen." Es sei möglich, Malware auf den Rechner zu schmuggeln, Daten zu stehlen, Spam über den Computer zu versenden oder ihn in ein Botnetz zu integrieren.

Die drei Informatiker haben zwei gravierende Fehler gefunden: Der erste wird wirksam, wenn die Software prüft, ob eine Seite gesperrt ist. Diese Prüfung sei fehlerhaft implementiert. So könne eine Website den Browser auf eine andere Site umleiten und die Kontrolle über den Computer übernehmen.

Der zweite Fehler liegt in der Art und Weise, wie die Software die Filterdateien liest. Während der Aktualisierung könne der Hersteller oder jemand, der sich als dieser ausgebe, beliebigen Programmcode ausführen und so Malware auf dem Rechner installieren.

Deinstallation funktioniert anstandslos

Der Deinstallationsprozess sei hingegen problemlos gewesen. Wer das Administratorpasswort des Computers kenne, könne Green Dam vom Computer entfernen. Lediglich einige Logfiles seien nicht gelöscht worden, so dass einige Spuren der Aktivitäten auf dem Rechner verblieben. Angesichts der Sicherheitslücken halten die Tester es für ratsam, die Filtersoftware vom Rechner zu entfernen.

"Wir haben diese Probleme in nicht einmal 12 Stunden gefunden, und wir glauben, dass sie nur die Spitze des Eisbergs darstellen", resümieren Halderman, Wolchok und Yao. Green Dam nutze unsichere und veraltete Programmiermethoden. Es sei deshalb wahrscheinlich, dass die Software noch weitere Schwachstellen aufweise. Diese könnten nur mit viel Aufwand geschlossen werden. "Bis dahin empfehlen wir, dass die Nutzer sich selbst schützen, indem sie Green Dam sofort deinstallieren."

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Tingelchen 15. Jun 2009

Ich wünsch dir viel Spass bei der Suche nach so einem Link oder gar eine Petition :) Kann...

El Marko 15. Jun 2009

Hey, selbst die zwei erwachsenen Kinder in der "Blauen Lagune" haben das rausbekommen...

puschteblume 14. Jun 2009

ich bitte doch um einen sachkundigen Beitrag!

zweiter Troll 14. Jun 2009

auf ein paar Loecher mehr oder weniger in den Systemen noch ankommt. Vom Hersteller...

EMCM 14. Jun 2009

Demnach ist 1. "von Anfang an" besser als "noch bevor es überhaupt durch die...

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