Europarat sieht Grundrecht auf Internetzugang

Warnung vor Einschränkung der Informationsfreiheit

Ende Mai 2009 trafen sich in der isländischen Hauptstadt Reykjavik die für Medienfragen zuständigen Minister der Mitgliedstaaten des Europarates. In ihrer Abschlusserklärung betonen sie die Bedeutung des Internets für den Zugang zu Informationen und warnen vor überzogenen Kontrollmaßnahmen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus.

Anzeige

Gibt es ein Grundrecht auf Internet? Vom Europarat gibt es auf diese Frage ein vorsichtiges ja als Antwort. "Der Zugang zu [Internetdiensten] betrifft ebenso die Menschenrechte und Grundfreiheiten wie die Ausübung demokratischer Bürgerrechte", stellen die für Medienfragen zuständigen Minister der Mitgliedstaaten des Europarates in der Abschlusserklärung ihres Treffens vom 28. bis 29. Mai 2009 in Reykjavik fest.

Die Europäer würden das Internet zunehmend als "grundlegendes Werkzeug für alltägliche Aktivitäten zur Verbesserung ihrer Lebensqualität nutzen". Sie erwarteten deshalb, dass "Internetdienste leicht zugänglich, sicher, zuverlässig und dauerhaft verfügbar sind". Aus diesen Gründen empfehlen die Minister den Mitgliedstaaten, Maßnahmen zu ergreifen, um den "öffentlichen Nutzen des Internets" zu erhöhen. Dazu gehörten auch Vorkehrungen, die die Verfügbarkeit kritischer Infrastrukturen und Ressourcen "im öffentlichen Interesse" sicherstellen.

Nicht allein auf den Markt setzen

Dabei wollen sich die europäischen Minister nicht allein auf die unsichtbare Hand des Marktes verlassen. Beim Ausbau des "universellen Zugangs zum Internet" müsse gegebenenfalls der Staat die Initiative ergreifen, wenn "die Marktkräfte nicht in der Lage sind, alle legitimen Bedürfnisse und Bestrebungen zu erfüllen". Die vielen Europäer, die immer noch keine bezahlbaren Breitbandanschlüsse bekommen können, dürften diese Botschaft mit Freude vernehmen.

Kritisch sehen die Minister die zunehmende Konzentration im Medienbereich, den teils mangelhaften Datenschutz im Internet und nicht zuletzt überzogene Maßnahmen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Dadurch sei die Informationsfreiheit in Gefahr. Die Minister verweisen ausdrücklich darauf, dass die Mitgliedstaaten bei der Terrorismusbekämpfung an die Europäische Menschenrechtskonvention und die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte gebunden sind.

Alle Eingriffe in die Freiheiten der Bürger müssten durch Gesetze begründet werden, klar abgegrenzt sein und die Verhältnismäßigkeit wahren. Um das sicherzustellen, sollten "alle zuständigen Behörden... mit den Standards des Europarats vertraut gemacht werden". [von Robert A. Gehring]


Video-Link inside 11. Jun 2009

Das geht in Deutschland nur durch Referendum. Auch der Herr Köhler darf die vom Bundestag...

Donald 11. Jun 2009

Erst das Haus in Brand setzten, um sich dann von den Bewohnern feiern zu lassen, wenn man...

Loolig 10. Jun 2009

Die Hoffnung teile ich leider nicht.. :/

Loolig 10. Jun 2009

Naja dass der Lissabonvertrag Müll und Anti-Demokratisch ist, weiß jeder der sich mal...

Poolitiker 10. Jun 2009

wer soll denn das sein?

Kommentieren




Anzeige
  1. IT-Spezialist/in Informationssicherheit
    LEW TelNet GmbH, Augsburg
  2. Bereichsleiter (m/w) Beratung
    F+L SYSTEM AG, Altstätten (Schweiz)
  3. Betriebswirt / Wirtschaftsinformatiker (m/w)
    Schleupen AG, Ettlingen
  4. Operations Analyst (m/w) für die Web Betreuung
    Siemens AG, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Klage gegen Samsung

    Apple will Verkauf des Galaxy Nexus verhindern

  2. Acta-Demos

    Zehntausende gegen "bekACTA Scheiß" in München und Berlin

  3. Lumia-Smartphones

    Nokias Offensive auch in Deutschland gescheitert

  4. Epic Games

    Unreal Engine 4 soll in diesem Jahr "die Leute schockieren"

  5. Browser

    Firefox 10.0.1 bringt Fehlerkorrekturen


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 214 | letzter Beitrag 12.02. 20:12

  2. Kommentare: 152 | letzter Beitrag 08:48 Uhr

  3. Kommentare: 106 | letzter Beitrag 08:23 Uhr

  4. Kommentare: 100 | letzter Beitrag 12.02. 10:35

  5. Kommentare: 89 | letzter Beitrag 07:25 Uhr

Mehr


  1. Objektivplanungen

    So geht es weiter mit Sonys NEX-System

  2. Gerüchte

    Apple will alle Notebooks dünner machen

  3. Tilt-Shift-Effekt

    Generator für Spielzeuglandschaften

  4. Premiumnutzer

    Nutzern von Kino.to drohen Strafverfahren

  5. Evilshadow

    Microsoft Store in Indien gehackt

  6. Browser

    Firefox 10.0.1 bringt Fehlerkorrekturen

  7. Lumia-Smartphones

    Nokias Offensive auch in Deutschland gescheitert

  8. Klage gegen Samsung

    Apple will Verkauf des Galaxy Nexus verhindern

  9. Nach Hackerangriff

    Polizei-Webserver in Nordrhein-Westfalen seit 12 Tagen down

  10. Acta-Demos

    Zehntausende gegen "bekACTA Scheiß" in München und Berlin



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Bing, Blekko, Duck Duck Go: Googeln ohne Google?
Bing, Blekko, Duck Duck Go
Googeln ohne Google?

Die überarbeitete Version der Google-Suche "Search, plus Your World" hat heftige Debatten ausgelöst. Vor allem der Datenschutz steht mal wieder im Vordergrund der Kritik. "Geht es eigentlich auch ohne Google?", fragen sich daher viele Nutzer. Der Blogger Marcel Weiß hat es 18 Monate lang getestet.

  1. "Focus on the User" Facebook und Twitter zeigen Google, wie soziale Suche geht
  2. Neuer Algorithmus Google straft Seiten mit zu viel Werbung ab
  3. Theseus-Projekt Quote soll die erste Zitate-Suchmaschine Deutschlands werden

Blizzard: Diablo 3 erscheint im zweiten Quartal 2012
Blizzard
Diablo 3 erscheint im zweiten Quartal 2012

Call of Duty Elite 2.0 kommt, Blizzard legt sich wegen Dota 2 mit Valve an und die Gewinne steigen: Beim Spielekonzern Activision Blizzard tut sich derzeit viel. Zusammen mit Geschäftszahlen wurde nun sogar ein Zeitrahmen für die Veröffentlichung von Diablo 3 genannt.


Joseph Weizenbaum: Inseln der Vernunft im Meer des Unsinns
Joseph Weizenbaum
Inseln der Vernunft im Meer des Unsinns

In der globalisierten Welt müssten Wissenschaft und Wirtschaft enorme Verantwortung übernehmen, sagte der Informatiker Joseph Weizenbaum. Enden könne das im totalen Kollaps - wenn sich nicht aus den Inseln der Vernunft "in einem riesigen Meer von Unsinn und Blödsinn" irgendwann ein Kontinent bilde.


Zum Artikel