Mark Zuckerberg: "Mein Laptop ist nie ausgeschaltet"

Wie offen ist der Facebook-Gründer?

Mark Zuckerberg hat das Internetnetzwerk Facebook gegründet und 200 Millionen Menschen dazu gebracht, ihr Privatleben öffentlich zu führen. Wie offen ist er selbst?

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Vor einem Monat stellte Mark Zuckerberg, der Gründer und Vorstandsvorsitzende von Facebook, einen Videoclip auf seine Facebook-Seite. Darin sagt er kurz "Hi" und berichtet dann von dem unglaublichen Tempo, mit dem sein Internetnetzwerk wächst und wächst. Fünf Jahre nach der Gründung hat Facebook weltweit mehr als 200 Millionen Mitglieder, fast eine Million kommt jeden Tag hinzu. Sie alle wollen sich über ihre eigene Facebook-Seite mit anderen austauschen und selbst darstellen, sie wollen flirten und streiten, ihre Meinungen veröffentlichen, Fotos und Videos, neue Freunde suchen und alte Freunde wiederfinden. Wäre Facebook ein Land, sagt Mark Zuckerberg in dem Video voller Stolz, "wäre es das fünftgrößte der Welt, knapp vor Brasilien."

Es ist nicht nur dieses Reich, das sich mit unglaublicher Geschwindigkeit verändert. Es ist auch sein Gründer selbst, der in der vergangenen Woche gerade einmal seinen 25. Geburtstag gefeiert hat. Mark Zuckerberg ist Jahrgang 1984. Wenn George Orwell das wüsste!

In dem Videoclip ist er ganz seriös im weißen Hemd und mit blau-weiß gestreifter Krawatte zu sehen. Ein Businessman, seine neue Rolle. Jahrelang ist er in T-Shirt, Jeans und Adiletten aufgetreten, es reichte, das Wunderkind aus dem Silicon Valley zu sein. Aber mittlerweile bedrängen sie ihn immer stärker mit einer Frage, auf die er auch heute noch keine Antwort hat: Wann wird Facebook endlich zu einem Milliardengeschäft? Es ist ernst. Da trägt er lieber Krawatte.

Berlin vor einem guten halben Jahr, Fotoaufnahmen für diese Geschichte. Der Fotograf hat für Zuckerberg eine kleine Garderobe zusammenstellen lassen, Anzüge, Hemden. Mark Zuckerberg taucht in einer Fleecejacke, Jeans und Turnschuhen auf, immer umgeben von einer Gruppe Berater, die beim Anblick der Anzüge protestieren. "This is not Mark!", ruft eine Mitarbeiterin und zieht ein knallblaues Facebook-T-Shirt aus der Tüte, drückt es Zuckerberg in die Hand, "hier, Mark, zieh mal lieber das an". Er nickt zunächst und streift es sich über. "Seht ihr, das ist Mark!", ruft die Mitarbeiterin wie eine Mutter, die nicht sehen will, dass ihr Sohn kein Teenager mehr ist. Er selbst schweigt. Dann diskutieren die Berater, was zu Mark passt und was nicht. Mark steht daneben, beteiligt sich scheinbar nicht. Plötzlich zieht er das Facebook-T-Shirt wieder aus und entscheidet sich für ein dezenteres in Grau. Und er schlüpft in ein dunkles, eng geschnittenes Sakko. Unsicher beobachtet er sich im Spiegel. Das Sakko sitzt. Wen sieht er jetzt, den erwachsenen Mark? Das Sakko gefällt ihm offenbar. Er behält es an.

Wer ist dieser Junge im Anzug? Wie würde er sich selbst jemandem beschreiben, der ihn nicht kennt? Auf die Frage schweigt Mark Zuckerberg zunächst, dann stellt er eine Gegenfrage: "Warum stellen Sie mir so eine psychologisierende Frage zu meiner Person?" Einer der Berater warnt ihn: "Mark, die wollen ein Psychogramm zeichnen." Zuckerberg sagt nur kurz "mmh", mehr nicht. Kann es sein, dass er nicht gerade dazu neigt, allzu viel über sich selbst nachzudenken? Sein Berater antwortet für ihn: "Doch, doch, das tut er! Aber das bleibt privat."

Die Frage, was im Leben privat bleibt und was nicht, ist eines der zentralen Themen des Phänomens Facebook. "Einige große Internetunternehmen können heute Informationen suchen und bereitstellen", sagt Mark Zuckerberg. "Aber sie wissen nicht, was in den Menschen vorgeht. Das geht mit keiner Technik der Welt. Wir wollen die Menschen dazu bewegen, sich von sich aus zu öffnen." Das klingt gut, ist aber nur die eine Hälfte seiner Wahrheit. Denn die gleiche Software, zweihundertmillionenfach angewandt, stellt auch interessante Informationen für Werbekunden bereit. Wer Facebook oft nutzt, hinterlässt ein ziemlich genaues Geschmacksmuster, welche Bücher und Filme er mag, welche Marken, worüber seine Freunde reden. Bei Mark Zuckerberg klingt das natürlich anders. Da ist Facebook kein Ort für Einsame, die den ganzen Tag vor dem Bildschirm verbringen, sondern ein Weg, mit Technik die Welt zu verbessern. Es ist der Glaube, den sie im Silicon Valley leben.

In einigen Fällen hat Facebook tatsächlich die Welt verbessert, sie jedenfalls ein bisschen demokratischer gemacht. In Ägypten wurde über Facebook ein Generalstreik organisiert. In Iran bietet Facebook der Opposition derzeit ein Forum, das sie in anderen Medien nicht bekommt. Auch in Davos konnte sich die Versammlung der Staats- und Wirtschaftschefs auf ihrem letzten Treffen der Sogwirkung des Netzwerks nicht entziehen. Ihre Debatten wurden im Internet übertragen und bei Facebook kommentiert. Die Elite las die Kommentare schon während der Tagung. Man blieb nicht mehr unter sich.

Das prominenteste Beispiel für die Macht von Zuckerbergs Reich ist Barack Obama. Wie kein Politiker vor ihm hat er im Wahlkampf über Facebook Botschaften versandt, Spenden gesammelt, Menschen mobilisiert. Er ist der erste Facebook-Präsident. Und so kommt Mark Zuckerberg immer wieder gerne auf ihn zu sprechen.

"Die Zeiten haben sich geändert. Vergleichen Sie nur mal die Drogenbekenntnisse von Bill Clinton und Barack Obama", sagt er. "Clinton sah sich noch gezwungen, zu behaupten, er habe zwar in seiner Jugend gekifft, aber nie inhaliert. Obama hingegen ist mit seinem Drogenkonsum ganz offen umgegangen. Er hat darüber geschrieben, alles gebeichtet, verbunden mit dem Hinweis, er habe all das hinter sich gelassen. Die Menschen haben ihm verziehen. Er wurde zum Präsidenten gewählt."

Mark Zuckerberg: "Mein Laptop ist nie ausgeschaltet" 

Digital Native 22. Sep 2009

OH mein Gott! Was labert Ihr hier alle (bis auf wenige Ausnahmen!) für einen Müll? Hallo...

ThadMiller 02. Jun 2009

Da werden andere Länder bald nachgezogen haben. Dann wird diese Methode zu unsicher...

Nameless 01. Jun 2009

Ich auch - am Körperumfang. Erkennst du Amerikanerinnen so wie ich denke das du...

ThadMiller 29. Mai 2009

Naja, sicher nicht alle. Aber sie haben schon "ihr eigenes Aussehen". Geschätzte 80...

Web 2.5 29. Mai 2009

Zitat Wikipedia über Web 2.0: "Die Inhalte werden nicht mehr nur zentralisiert von großen...

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