Audioboo - der Ton-Flickr

Ein Web-2.0-Portal für nutzergenerierte Tonaufnahmen

Audioboo ist ein Onlineportal für Tonaufnahmen, vergleichbar mit Flickr oder Youtube. Nutzer können an ihrem Computer oder auf ihrem iPhone Töne aufnehmen und sie auf dem Portal veröffentlichen.

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Fotos veröffentlichen Nutzer auf dem Portal Flickr, Videos auf Youtube - aber Töne? Bislang fehlte ein vergleichbares Portal für Tonschnipsel. Nun bietet das das britische Audioboo.

Audioboo funktioniert wie die anderen Portale für multimediale, von Nutzern generierte Inhalte auch: Nutzer nehmen Tonsequenzen, sogenannte Boos, auf, die bis zu fünf Minuten lang sein dürfen, und laden sie auf das Portal hoch. Wer möchte, kann noch ein Foto hinzufügen oder den Ort der Aufnahme auf einer Landkarte markieren.

 

Die Besucher der Site haben dann die Möglichkeit, die Boos in einem eingebetteten Player anzuhören, sie zu kommentieren oder sie in ihre eigene Seite einzubinden. Sie können die Boos eines Autors auch per RSS oder bei iTunes abonnieren oder ihm, wie bei Twitter, folgen.

Australische Dampfloks und der Mount Everest

Die Boos stammen aus allen Lebenslagen. Ein Nutzer namens Hintz etwa hat Straßenmusiker in Berlin aufgenommen, Artpunk eine Dampflokomotive in Australien. Chris Marquardt meldet sich vom Aufstieg zum Mount Everest und schildert den grandiosen Ausblick in 5.555 Metern Höhe. Veröffentlichen konnte er das Tondokument allerdings erst mit zehn Tagen Verspätung, da er im Himalaya keinen mobilen Internetzugang hatte.

Weniger gut läuft es für Ermander, der seinem Ärger über seine Bank wegen falscher Abbuchungen Luft macht. Und Article Dan schildert seine Gefühle, nachdem er gerade die U-Bahn in London verpasst hat.

Gegründet wurde das Portal im März 2009 von Mark Rock sowohl als Webportal als auch als iPhone-Applikation, über die Nutzer ihre Audiobotschaften einfach und schnell auch unterwegs aufnehmen und veröffentlichen können.

Das Portal hat schnell an Beliebtheit gewonnen. Zur Bekanntheit des Angebots dürfte beigetragen haben, dass der britische Schriftsteller und Schauspieler Stephen Fry einen Kanal eröffnet hat. Fry, der auch ein fleißiger Twitterer ist, hat über eine halbe Million Follower.

Einfacher als Podcasts

"Wir hatten den Eindruck, dass das gesprochene Wort im Web unterrepräsentiert ist. So haben wir beschlossen, ein soziales Audioangebot zu starten", sagte der Günder Journalism.co.uk in einem Interview. Zwar gibt es seit einigen Jahren Podcasts, Radiobeiträge im MP3-Format zum Herunterladen. Davon hält Rock jedoch nicht viel. "Podcasting ist oder war tot, weil es zu schwierig war." Die Bedienung von Audioboo sei viel einfacher.

Auch Medien haben das Angebot bereits für sich entdeckt: Matthew Weaver, Journalist bei der britischen Tageszeitung Guardian, nutzt Audioboo für seine Berichterstattung. So hat er Liveaufnahmen von den Londoner Protesten gegen den G20-Gipfel oder über hungerstreikende tamilische Demonstranten in London dort veröffentlicht. Der Radiosender BBC London 94,9 hat einen eigenen Kanal eingerichtet, ebenso die britische Radiolegende Tony Blackburn.

Auch für die Wissenschaft hat sich schon eine Verwendungsmöglichkeit gefunden: Richard Ranft, Chef des Tonarchivs der Britisch Library, überlegt, wie er Audioboo für sein Archiv nutzen kann. Er sieht in dem Portal ein potenzielles Onlinearchiv, in dem Klänge, Dialekte oder erzählte Geschichte gesammelt werden können.


Amicus 27. Mai 2009

Was ist an Audioboo jetzt so "neu"? http://freesound.org existiert seit mehreren Jahren...

Replay 27. Mai 2009

Ja, der Backstein Centro kann das, was man von so einem Gerät erwartet, mit...

Replay 27. Mai 2009

Der ganze Text aus der FAQ: At present, the only way of creating a Boo is through an...

Replay 27. Mai 2009

Genau. eiFön-Meldungen interessieren mich dann, wenn es um was geht, das es in seiner...

ahaman 27. Mai 2009

Gibts einer? Oder erst nach Anmeldung?

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