EU-Kommissarinnen wollen mehr Verbraucherrechte im Internet

Zwei Jahre Garantie für Downloadprodukte gefordert

Die EU-Kommissarinnen Viviane Reding und Meglena Kuneva haben die Softwareindustrie aufgeschreckt. In einer "Digitalen Agenda für Verbraucherrechte in der Zukunft" fordern sie unter anderem eine Zweijahresgarantie für Downloadsoftware.

Anzeige

Die Softwareindustrie ist in Aufruhr. Die Verantwortung dafür liegt bei den EU-Kommissarinnen Viviane Reding und Meglena Kuneva. Reding, in Brüssel zuständig für Informationsgesellschaft und Medien, und Kuneva, zuständig für Verbraucherschutz, wollen die Softwarehersteller stärker in die Pflicht nehmen. Sie sollen in Zukunft für per Download vertriebene Software und andere Produkte dieselben Garantien übernehmen wie sie für physische Produkte in der EU gelten. Das heißt insbesondere, dass die Hersteller zwei Jahre lang für Mängel in ihren Produkten haften müssten.

Kommissarin Kuneva begründete die geplanten Maßnahmen mit dem Verbraucherinteresse: "Wenn wir wollen, dass die Verbraucher das Potenzial der digitalen Kommunikation nutzen, beispielsweise zum Einkaufen, müssen sie darauf vertrauen können, dass ihre Rechte gewahrt bleiben. Das bedeutet, dass Rechtsansprüche geschaffen und durchgesetzt werden müssen, die sich an den strengsten schon existierenden Standards orientieren."

Die Business Software Alliance, der wichtigste Lobbyverband der Softwareindustrie, warnt hingegen vor einem solchen Schritt. Gegenüber dem Newsdienst ZDNet UK erklärte der für öffentliche Angelegenheiten zuständige BSA-Direktor Francisco Mingorance: "Digitale Inhalte sind keine physischen Waren und sollten deshalb nicht denselben Haftungsregeln unterliegen wie Toaster. Anders als bei Toastern sind die Hersteller digitaler Inhalte nicht in der Lage, den voraussichtlichen Einsatzzweck und die mögliche Leistung des Produkts mit hoher Wahrscheinlichkeit vorherzusehen."

Laut Mingorance würden Verbraucher von neuen Haftungsregeln für Downloadprodukte nicht profitieren, im Gegenteil: "Ein erweiterter Haftungsrahmen würde die Unternehmen dazu zwingen, Aktualisierungen länger als vertraglich vereinbart anzubieten. Das würde die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher einschränken." Auch die Interoperabilität von Softwareprodukten sieht Mingorance in Gefahr. Softwarehersteller könnten Programmen von anderen Herstellern den Zugang zu ihren Produkten verwehren, so Mingorance.

Kuneva und Reding haben sich viel vorgenommen. Neben der Einführung neuer Garantiebestimmungen wollen sie Spam wirkungsvoll bekämpfen, das Lizenzwirrwarr bei Onlinemusik- und -videoshops beenden, europaweit einheitliche Bestimmungen zur Privatkopie einführen, die Qualität und Fairness von Online-Datenschutzvereinbarungen verbessern, die Zugänglichkeit von Internetangeboten für Behinderte erhöhen, das Vertrauen in Onlinezahlungsmöglichkeiten stärken, indem Kreditkartenrückbuchungen vereinfacht werden, und ein europäisches System von Gütesiegeln für Onlineshops etablieren.

Als ersten Schritt auf dem Weg zur Umsetzung ihrer Agenda haben Reding und Kuneva eine mehrsprachige Website mit Verbraucherinformationen eröffnet. Der eYouGuide der Europäischen Kommission informiert in nüchterner Aufmachung, aber ausführlich, über Themen wie Werbung und Kinder, Vertragsbedingungen, Zusatzgebühren und Widerrufsrechte. [von Robert A. Gehring]


Knob 12. Mai 2009

ist es auch so nicht. wo ist das problem ne scheiss kündigung durchzufaxen oder...

Siga 11. Mai 2009

Ich will das bestätigt sehen. Ich finde, darauf hat man ein Recht. Auch auf eine klare...

Siga 11. Mai 2009

Bei der Kündigung über den Verbraucherschutt ist das ja kein Problem mehr.

Siga 11. Mai 2009

Es ist ja kein Pranger mit Behauptungen sondern man kann wie ind der gläsernen Manufaktur...

robinx 11. Mai 2009

Man darf sich aber schon fragen warum ich mir z.B.: Premiere auf der webseite bestellen...

Kommentieren




Anzeige

  1. Consultant (m/w) - Softwareentwicklung
    ITARICON Management- und IT-Beratung, Dresden
  2. .Net - Entwickler (m/w)
    DIRINGER & SCHEIDEL Bauunternehmung GmbH & Co. KG, Mannheim
  3. IT-Supporter (m/w)
    Thermo Fisher Scientific - Fisher Clinical Services GmbH, Weil am Rhein
  4. Consultancy Manager - Supply Chain Planning (m/w)
    Bayer Business Services GmbH, Leverkusen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Call of Duty

    Einblick in die Kampagne von Advanced Warfare

  2. Android

    Harmony verursacht unzureichende Zertifikatsprüfung

  3. Brigadier

    Erstes Smartphone mit Saphirglas kommt von Kyocera

  4. Neuer Supporteintrag

    Apple gibt den Mac Mini anscheinend nicht auf

  5. EA Access

    Battlefield 4 und Fifa 14 im Abo

  6. Ausbau beginnt

    Vectoring-Liste heute offiziell eröffnet

  7. Pelican

    Erste Bilder der Insektenaugen-Kamera

  8. Odroid W

    Raspberry Pi-Klon für Fortgeschrittene

  9. Hohe Kosten

    Amazon kostet jedes Fire Phone 205 US-Dollar

  10. iPhone-App

    Sicherheitslücke bei Instagram



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K: "Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K
"Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
  1. Transformers Ära des Untergangs - gefilmt mit Sensoren im Imax-Format
  2. Intel-Partnerschaft mit Samsung 4K-Monitore sollen unter 400 US-Dollar gedrückt werden
  3. Asus ROG Kleine Gaming-PCs im Konsolendesign mit Desktophardware

Samsung Galaxy Tab S im Test: Flaches, poppig buntes Leichtgewicht
Samsung Galaxy Tab S im Test
Flaches, poppig buntes Leichtgewicht
  1. Samsung Neue Galaxy Tabs ab 200 Euro erhältlich

Oneplus One im Test: Unerreichbar gut
Oneplus One im Test
Unerreichbar gut
  1. Oneplus One Eigenes ROM mit Stock Android 4.4.4 vorgestellt
  2. Oneplus One-Update macht verkürzte Akkulaufzeit rückgängig
  3. Oneplus One könnte ab dem dritten Quartal vorbestellbar sein

    •  / 
    Zum Artikel