Onlinepetition gegen Internetsperren ist erfolgreich (Upd.)

50.000 Mitzeichner zwingen Petitionsausschuss zum Handeln

Über 50.000 Menschen haben eine Petition zur Ablehnung von Internetsperren unterzeichnet. Die Bürgerrechtler hoffen nun, dass die Unterzeichner ihren Protest auch auf die Straße tragen.

Anzeige

Eine Petition , die den Bundestag aufruft, sich gegen den Gesetzentwurf zu Internetsperren zu wenden, hat in nur vier Tagen die erforderliche Zahl der 50.000 Unterzeichner gefunden. In der Nacht zum Freitag, dem 8. Mai 2009 wurde der 50.000ste Mitzeichner gezählt. Damit ist die Anzahl erreicht, ab der sich der Petitionsausschuss des Bundestages in einer öffentlichen Sitzung mit dem Antrag befassen muss.

Inzwischen ist die Zahl der Unterstützer auf über 52.700 angewachsen und es kann weiter unterzeichnet werden. Durch die stark ausgelasteten Bundestagsserver wurde die Mitzeichnung der Petition für viele zum Geduldspiel. Doch die langen Wartezeiten hielten die Gegner der Internetsperren offenbar nicht ab.

Ziel der Petition ist die Ablehnung eines Gesetzesentwurfs des Bundeskabinetts, der das BKA ermächtigt, geheime Sperrlisten mit Internetadressen anzulegen, die die Internet Service Provider blockieren müssen.

"Der Erfolg von über 50.000 Unterschriften bei der Petition gegen Internetsperren ist ein deutliches Zeichen an die Politik", sagte Ricardo Cristof Remmert-Fontes, Vorsitzender der Aktion Freiheit statt Angst, die die Petition unterstützt, Golem.de. Die Internetsperren seien vollkommen ungeeignet, Kindesmissbrauch zu bekämpfen und stellten eine reine Symbolpolitik dar. Internetsperren könnten dazu ausgebaut werden, in Zukunft auch kritische Meinungen zu unterdrücken, sagte er. Wirksame Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch würden dagegen zusammengestrichen: Seit Jahren klagten Beratungsstellen für Missbrauchsopfer über Kürzungen ihrer Zuwendungen, gerade unter SPD- und CDU-Landesregierungen, so der Bürgerrechtler.

Das BKA als Polizeibehörde würde die Sperrlisten eigenmächtig und ohne richterliche Anordnung führen. "Eine ähnliche Entwicklung gibt es mit der Novelle des BKA-Gesetzes und dem 'Gesetz zu Verfolgung der Vorbereitung von schweren staatsgefährdenden Gewalttaten'. Es geht hier nicht 'nur' um die Freiheit der Meinungsäußerung im Internet, es geht um grundlegende Prinzipien des Rechtsstaates.". Es sei zu hoffen, dass die 50.000 Unterzeichner der Petition ihren Protest auch auf die Straße tragen.

"Es ist das vornehmliche Ziel, Kinder zu schützen und sowohl Missbrauch als auch die Verbreitung von Kinderpornografie zu verhindern. Dies ist in unser aller Interesse", so die Hauptpetentin Franziska Heine. Da die meisten Inhalte zu Kindesmissbrauch aus westlichen Ländern einschließlich Deutschland verbreitet würden, "wäre es einfacher und effektiver, die Inhalte an der Quelle zu entfernen", fordert Heine.

Christian Bahls von MOGIS (Missbrauchsopfer kämpfen gegen Netzsperren) hatte unlängst kritisiert, dass 1.500 Adressen, die zu Servern in den USA, den Niederlanden, Kanada und Deutschland führen, nicht geschlossen würden. Damit wäre 90 Prozent der weltweit mit einem Browser erreichbaren Kinderpornografie nicht mehr verfügbar, erklärte er.

Nachtrag vom 08. Mai 2009, um 17:12 Uhr:


Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz zeigte sich von der massenhaften Unterstützung der Petition unbeeindruckt. "Das Gesetzgebungsverfahren wird dadurch nicht beeinträchtigt", sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. Es sei zwar "das gute Recht" eines jeden, Petitionen einzureichen. Allerdings seien die Maßstäbe der "sehr engagierten" Internetnutzer "teilweise undifferenziert".


Wikifan 19. Jun 2009

http://www.golem.de/0906/67859.html http://www.golem.de/0906/67871.html

Leser 20. Mai 2009

Schon mal ein Kredit beantragt und von der Kreditfirma eine Ablehnung bekommen? Dort hei...

Leser 20. Mai 2009

und was ist an der idee falsch? sie ist Effektiev und kostengünstig, und muss von einem...

Leser 20. Mai 2009

der Beitrag hat auf meine 100%ge zustimmung. es sollte mehr menschen in D. geben die...

Leser 20. Mai 2009

Theo, sie sind gut lesbar, aber mal im ernst, vorherschende Meinung, was für ein...

Kommentieren


PHUTiLiTY / 19. Mai 2009

Zeitgeist: Du bist Terrorist

knarfs Weblog / 09. Mai 2009

Netzsperren: 50.000 erreicht - der Tag danach

Oliver Hallmann / 08. Mai 2009

E-Petitionen Luftnummern?

darktiger.org / 08. Mai 2009

E-Petition gegen Netzzensur [Update #6]

DBCLAN.de / 08. Mai 2009

50000 Mitzeichner erreicht!

Martins Blog / 08. Mai 2009

Petition erfolgreich?

blagh.nertenher.de / 08. Mai 2009

Eine kleine Ueberraschung



Anzeige
  1. Ingenieur/in für fachliche Projektleitung Bereich Test- und Integrationsmanagement E/E
    ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, Stuttgart
  2. Qualifizierte/r Mitarbeiter/in Anforderungsmanagement
    Bundesanzeiger Verlag, Köln
  3. Referent SAP ERP HCM (m/w)
    Buchen IndustrieService GmbH, Köln
  4. Mobile Solutions Developer / Analyst (m/w)
    Continental AG, Hannover

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Microsoft

    Kein Onlinezwang für Xbox One

  2. Streaming-Video

    Appwork wehrt sich gegen Verbot von JDownloader-Funktion

  3. Kim Dotcom

    Alle Megaupload-Daten beim Hoster Leaseweb gelöscht

  4. Prism-Skandal

    Edward Snowden will Asyl in Island

  5. ICS

    Kaspersky will sicheres eigenes OS für Industrieanlagen

  6. Neuland Internet

    Merkel macht sich zum Gespött der Netzgemeinde

  7. Satoru Iwata

    Nintendo schließt Preissenkung für Wii U aus

  8. Video

    John McAfee ruft zum Deinstallieren der McAfee-Software auf

  9. Merkel zu Prism

    "Das Internet ist für uns alle Neuland"

  10. Flutkatastrophe

    Ein Spendenkonzert, die Gema und das Prinzip



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
JDownloader2: Downloadfunktion für Streaming in Deutschland verboten
JDownloader2
Downloadfunktion für Streaming in Deutschland verboten

Das Landgericht Hamburg hat die Downloadfunktion für geschützte Streams in JDownloader2 verboten. Bei Herstellung, Verbreitung und Besitz zu gewerblichen Zwecken droht ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro. Es geht bei der Klage um Inhalte auf einer Plattform von ProSiebenSat.1.

  1. Urheberrecht Hoster haftet bei zu später Löschung
  2. Verbraucherschützer und Minister Neues Urheberrecht für Privatkopie und freies Teilen
  3. Warner und Universal Filmstudios wollen Mega aus dem Google-Index tilgen

Edward Snowden: NSA-Hacker verursachen weltweit Systemabstürze
Edward Snowden
NSA-Hacker verursachen weltweit Systemabstürze

Der NSA-Whistleblower spricht über die tägliche Praxis der US-Geheimdienste und die Folgen für die Angegriffenen. Er bekräftigte, dass er von seinem NSA-Rechner aus an die elektronischen Kommunikationsdaten von jedem kommen konnte.

  1. Ex-US-Vizepräsident Cheney verdächtigt Edward Snowden der Spionage für China
  2. NSA Geheimdienste lassen sich Sicherheitslücken liefern
  3. TAO US-Geheimdienst NSA spioniert China seit 15 Jahren aus

Erster Blick auf iOS 7: Neuanfang mit iTunes Radio und knalligen Farben
Erster Blick auf iOS 7
Neuanfang mit iTunes Radio und knalligen Farben

Golem.de hat mit iOS 7 schon einmal eine kleine Rundreise gewagt, die uns von Berlin nach Caerdydd und Bristol wieder zurück nach Berlin führte. Dabei haben wir iTunes Radio ausprobiert, uns an die neuen Farben und die Bedienung gewöhnt und neue Roaming-Daten gesehen.

  1. Maps Apples Kartenmaterial kommt auf die Macs
  2. Apple iOS 7 mit Multitasking und neuem Interface
  3. Jonathan Ive Apple unter Zeitdruck wegen Designänderungen an iOS 7

Zum Artikel