Zypries: Anonymität der Internetnutzung weiter einschränken

Verleger und Ministerin wollen Leistungsschutzrecht der Presse

Justizministerin Brigitte Zypries will den deutschen Verlegern im Streit mit dem Dienst "Google Books" den Rücken stärken. Angesichts der zahlreichen Verletzungen geistigen Eigentums im Internet bestehe die Frage, ob die Anonymität des Internets nicht weiter eingeschränkt werden sollte.

Anzeige

Google solle das geltende Urheberrecht bei dem Dienst "Google Books" für gescannte Bücher respektieren. Das forderte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) auf einer Konferenz zur Zukunft des Urheberrechts ihres Ministeriums.

"Ich habe mit Google Gespräche geführt und klar gemacht, dass diese Verstöße gegen das Urheberrecht nicht akzeptabel sind. Jeder deutsche Autor sollte daher auch prüfen, ob seine Bücher von der Scan-Aktion bereits betroffen sind" sagte Zypries.

Ende November 2008 hatte sich Google gegen Zahlung von 125 Millionen US-Dollar mit den US-Verbänden Authors Guild und der Association of American Publishers (AAP) auf die Nutzung der kompletten Buchbestände der größten US-amerikanischen Bibliotheken geeinigt, die der Internetkonzern gescannt hatte. Google kann so Millionen Titel über die Plattform Google Books zugänglich machen. Die Vereinbarung hatte einen mehrjährigen Streit zwischen Google und den US-Rechteinhabern beendet.

Die deutschen Verlage und Autoren stören sich daran, dass Googles Vereinbarung mit US-Autoren und Verlagen auch für ausländische und somit deutsche Autoren und Verlage gelten soll. Unter den circa 7 Millionen Büchern, die von dem Vergleich erfasst werden, seien auch zehntausende deutschsprachige Buchtitel, so der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Der Onlinezugang zu geschützten Werken, die nicht mehr gedruckt werden, erfolgt bei Google Books gegen Bezahlung und ist in Bibliotheken kostenlos. Dabei könne ein Rechteinhaber diese nur schützen, wenn die Werke in ein Buchrechte-Register eingetragen werden, kritisieren die deutschen Verleger. Titel, die weiterhin aufgelegt werden, kommen nur bei Zustimmung der Verleger und Autoren in das Angebot der Google-Buchsuche.

"Da werden ohne Einwilligung der Rechteinhaber im großen Stil Bücher digitalisiert und im Internet veröffentlicht. Erst anschließend fängt man an, mit den Autoren über eine Vergütung zu verhandeln. Um es ganz deutlich zu sagen: So geht es nicht", sagte Zypries. Das sei eine ganz erhebliche Verletzung des geistigen Eigentums. "Ich teile die Kritik von deutschen Autoren und Verlagen an Google", sagte sie.

Es sei deshalb richtig, dass sich die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) hier für die Rechte deutscher Autoren und Verlage stark mache. Die Proteste hätten zu dem Vergleich vor einem US-amerikanischen Gericht geführt und dazu, dass die Frist, innerhalb derer deutsche Rechteinhaber entscheiden können, ob sie diesen Vergleich annehmen oder nicht, bis September 2009 verlängert wurde.

Zypries: Anonymität der Internetnutzung weiter einschränken 

RolandH 10. Jul 2009

/nt

Youssarian 11. Mai 2009

Jedermann hat eine Stimme und kann für Klugheit (in welcher Form auch immer), für...

Youssarian 11. Mai 2009

Nein? Es ist jedenfalls seit ein paar Jahrzehnten (oder sind es gar Jahrhunderte...

franzel1111 10. Mai 2009

jetzt darfst du 3x raten warum das wohl so ist.

franzel1111 10. Mai 2009

Erst wird das Thema "kinderschänder" vorgeschoben um eine Infrastruktur für die...

Kommentieren


Blog of Ingo Jürgensmann / 09. Mai 2009

Anonymität weiter einschränken

NW-Software / 08. Mai 2009

Mein Senf zum Thema Internetzensur

Petes Fachinformatrix / 07. Mai 2009

Was ist anonym im Internet?

Prapagonda / 07. Mai 2009

Surfen im Netz nur noch mit Ausweis



Anzeige

  1. (Senior-)Business Partner IS (m/w)
    AstraZeneca GmbH, Wedel bei Hamburg
  2. IT Support Administrator (m/w)
    GENTHERM GmbH, Odelzhausen
  3. Softwareentwickler Host (m/w)
    T-Systems on site services GmbH, Wilhelmshaven
  4. IT-Projektmanager (m/w) für den Bereich SAP PP/MM
    Sirona Dental Systems GmbH, Bensheim

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Android One

    Googles neue preiswerte Smartphones kommen in den Handel

  2. Rory Read

    AMDs neue x86-Architektur Zen kommt 2015

  3. iPhone 6 und iPhone 6 Plus

    Apple nennt Verkaufsrekord für neue iPhone-Modelle

  4. Ebay-Störung

    Nutzer beschweren sich über stundenlangen Ausfall

  5. Vollformat

    Tamron entwickelt bildstabilisiertes 15-30-mm-Objektiv

  6. Sigma Dp1 Quattro

    Ein Sensor, drei Schichten und eine ungewöhnliche Kamera

  7. Ascend Mate 7 im Test

    Huaweis fast makelloses Topsmartphone

  8. Vorratsdatenspeicherung

    NSA darf weiter Telefondaten von US-Bürgern sammeln

  9. Für alle wichtigen Systeme

    Sigma bringt Objektiv mit 18 bis 300 mm

  10. Sigmar Gabriel

    Wirtschaftsministerium stellt sich auf Seite von Uber



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Rezension What If: Ein Highlight der Nerdkultur vom XKCD-Autor
Rezension What If
Ein Highlight der Nerdkultur vom XKCD-Autor
  1. Transistoren Rechnen nach dem Schmetterlingsflügel-Prinzip
  2. MIT-Algorithmus Wie rotiert Schrott in Schwerelosigkeit?
  3. Neues Verfahren Yale-Forscher formt Smartphone-Hüllen aus metallischem Glas

Meta M1 im Hands on: Smartwatch mit langer Akkulaufzeit
Meta M1 im Hands on
Smartwatch mit langer Akkulaufzeit
  1. Smartwatch mit Android Wear Motorolas Moto 360 kommt für 250 Euro
  2. Gear S mit Tizen Samsungs neue Smartwatch kann telefonieren
  3. LG G Watch R Nächste LG-Smartwatch ist rund

Typ C: Neuer USB-Stecker mit Klick und USB 3.1 ausprobiert
Typ C
Neuer USB-Stecker mit Klick und USB 3.1 ausprobiert
  1. HD Graphics 5300 Broadwell-GPU mit 24 oder 48 EUs, sparsamer und schneller
  2. NUC und Co. Intel will die Mini-PCs halbieren
  3. IMHO USB Typ C lieber heute als morgen

    •  / 
    Zum Artikel