Keine zentrale britische Datenbank für Kommunikationsdaten

Innenministerin Smith: Provider sollen Verkehrsdaten speichern

Die britische Regierung hat sich von ihrem Plan verabschiedet, eine zentrale Datenbank für die Speicherung von Verkehrsdaten einzurichten. Stattdessen sollen nun die Provider die Verbindungsdaten ihrer Kunden sammeln und speichern.

Anzeige

Die britische Innenministerin Jacqui Smith hat den Plan, eine zentrale Datenbank für die Vorratsdatenspeicherung einzurichten, fallengelassen. Das berichten britische Medien. Eine einzelne Datenbank, in der alle Verkehrsdaten aus Telekommunikation und Internetnutzung gespeichert werden, stelle eine zu große Bedrohung für die Privatsphäre dar, begründete Smith den Sinneswandel.

Es gebe "absolut keine Pläne für eine einzige, zentrale Datenbank", zitiert die Tageszeitung Guardian die Ministerin. "Wir wissen, dass es schwierig ist, die Balance zwischen dem Schutz der Privatsphäre und der Sicherheit zu finden".

Anfang Januar 2009 hatte Smith bekanntgegeben, dass sie die Einrichtung einer zentralen Datenbank plane, in der Verkehrsdaten aus Festnetz- und Mobiltelekommunikation sowie Internetnutzung gespeichert werden. Die Datenbank sollte von einem Privatunternehmen aufgebaut und betrieben werden. Im März erklärte Vernon Coaker, Staatssekretär für Sicherheit und Terrorismusabwehr im Innenministerium, die britische Regierung beabsichtige, darin auch die Verkehrsdaten aus sozialen Netzen zu erfassen.

Von der Vorratsdatenspeicherung selbst rückt Smith indes nicht ab. Nichts zu tun, sei "keine Option, weil wir dann unsere Aufgabe, die Öffentlichkeit zu schützen, nicht erfüllen würden." Die Fortschritte in der Kommunikationstechnik machten es notwendig, dass die Strafverfolger neue Möglichkeiten bekämen, um ihrer Arbeit nachgehen zu können. Smith' Alternative sieht vor, dass die Provider die Daten sammeln und ein Jahr speichern. Auf Verlangen der Behörden sollen die Provider die Daten von Verdächtigen herausgeben. Die Kunden sollen nach einem Bericht der Tageszeitung Daily Telegraph Kennungen bekommen, anhand derer sie identifizierbar sind. Eine solche dezentrale Lösung rufe nach Ansicht von Smith weniger Bedenken wegen des Datenschutzes hervor.

Es dürfte allerdings nicht allein die Sorge um den Schutz der Privatsphäre sein, die Smith zum Umdenken bewogen hat. Die neue Lösung kostet die Regierung nach eigenen Angaben in den kommenden zehn Jahren rund 2 Milliarden britische Pfund, umgerechnet etwa 2,23 Milliarden Euro. Das ist deutlich weniger als die zentrale Datenbank gekostet hätte. Deren Kosten wurden seinerzeit auf gut 12 Milliarden britische Pfund, 13,4 Milliarden Euro, geschätzt.

Wie die Datensammlung und -speicherung genau aussehen soll, hat die Regierung in einem 41-seitigen Positionspapier mit dem Titel "Protecting the Public in a Changing Communications Environment" (deutsch: Der Schutz der Öffentlichkeit in einem sich verändernden Kommunikationsumfeld) dargelegt. Bis Ende Juli können sich die Bürger dazu äußern. Die Veröffentlichung des Positionspapiers war ursprünglich für Anfang des Jahres geplant, hatte sich aber wegen der Diskussionen in der Regierung über eine zentrale Datenbank um mehrere Monate verzögert.


redwolf 28. Apr 2009

Hallo Hans http://www.funkyauxburg.de/files/hans5kn_880.jpg

Konrad Duden 28. Apr 2009

"das" statt "dass" !

itachi 28. Apr 2009

Jo, is witzig. Ma zahlt für seine eigene Überwachung. Die da oben können mitlauschen und...

itachi 28. Apr 2009

Bin überrascht, dass die diese Idee wieder fallen haben lassen. Stattdessen machen sie es...

redwolf 28. Apr 2009

Es gibt keine Terroristen, dass ist eine Lüge. (Cool, dass man diesen Satz auf 2 arten...

Kommentieren



Anzeige

  1. Application Manager Customer Relations & Pricing (m/w)
    zooplus AG, Munich
  2. Diplom-Informatiker / Diplom-Ingenieur (m/w)
    Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES, Kassel
  3. Senior Entwickler / Consultant SAP BI (m/w)
    evosoft GmbH, Nürnberg
  4. SAP Process Manager Logistics (m/w)
    Adler Pelzer Gruppe, Witten

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Hoverboard

    Schweben wie Marty McFly

  2. Nepton 120XL und 240M

    Cooler Master macht Wasserkühlungen leiser

  3. Deutsche Telekom

    Umstellung auf VoIP oder Kündigung erst ab 2017

  4. HTC

    Desire 820 Mini mit Quad-Core-Prozessor und 5-Zoll-Display

  5. Merkel auf IT-Gipfel

    Netzneutralität wird erst im Glasfasernetz wichtig

  6. Elektromobilität

    Die Chipkarte für die Ladesäule

  7. Next Century Cities

    32 US-Städte wollen Glasfaserausbau selbst machen

  8. Azure-Server

    Microsoft und Dell bringen Cloud in a Box

  9. GNU

    Emacs 24.4 mit integriertem Browser

  10. IT-Gipfel 2014

    De Maizière nennt De-Mail "nicht ganz zufriedenstellend"



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Schenker XMG P505 im Test: Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
Schenker XMG P505 im Test
Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
  1. Geforce GTX 980M und 970M Maxwell verdoppelt Spielgeschwindigkeit von Notebooks
  2. Toughbook CF-LX3 Panasonics leichtes Notebook mit der Lizenz zum Runterfallen
  3. Entwicklung vorerst eingestellt Notebooks mit Touch-Displays sind nicht gefragt

Dell Latitude 12 Rugged Extreme im Test: Convertible zum Fallenlassen
Dell Latitude 12 Rugged Extreme im Test
Convertible zum Fallenlassen
  1. Lenovo Neues Thinkpad Helix wird dank Core M lüfterlos
  2. PLA, ABS und Primalloy 3D-Druckermaterial und M-Discs von Verbatim
  3. Samsung Curved Display Gebogener 21:9-Monitor für PCs

Kazam Tornado 348 ausprobiert: Das dünnste Smartphone der Welt hat ein versichertes Display
Kazam Tornado 348 ausprobiert
Das dünnste Smartphone der Welt hat ein versichertes Display

    •  / 
    Zum Artikel