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US-Blindenverband protestiert gegen US-Schriftstellerverband

E-Book-Käufer kritisieren Amazons Preispolitik

Der US-Blindenverband protestiert gegen Amazons Entscheidung, die Sprachfähigkeit des E-Book-Reader Kindle 2 einzuschränken. Das sei diskriminierend, wirft der Verband dem Onlinehändler vor. Anderen Kindle-Besitzern sind die E-Book-Preise zu hoch. Sie protestieren bei Amazon.

Immer Ärger mit dem Kindle. Zuerst gingen die Autoren und Verlage in den USA auf die Barrikaden. Sie wollten sich nicht damit abfinden, dass Amazons E-Book-Lesegerät Kindle Texte nicht nur anzeigen, sondern auf Wunsch der Kindle-Besitzer auch vorlesen kann. Nach heftigen Protesten des US-Autorenverbandes Authors Guild gab Amazon schnell nach. Die Text-to-Speech-Fähigkeit wurde eingeschränkt. Nun dürfen Autoren oder Verlage darüber entscheiden, ob ihre Bücher vom Kindle vorgelesen werden können.

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Der nächste Protest ließ nicht lange auf sich warten. Die Einschränkung von Kindles Sprachfähigkeit stieß beim US-Blindenverband National Federation of the Blind (NFB) auf Ablehnung. Der Verband, zu dessen Mitgliedern neben Blinden und Erblindenden auch Menschen mit Leseschwäche und Lernschwierigkeiten gehören, warf der Authors Guild und den Verlagen Diskriminierung vor.

"Blinde und Schrift-Behinderte benutzen Vorlesetechnologien seit vielen Jahren, um zu lesen und sich Informationen zu beschaffen. Durch den technologischen Fortschritt und die zunehmende Verfügbarkeit von elektronischen Büchern haben Menschen mit Schrift-Behinderungen erstmalig die Gelegenheit, einen gleichberechtigten Zugang zu Büchern zu bekommen. Autoren und Verlage, die sich dafür entscheiden, die Text-to-Speech-Fähigkeit des Kindle 2 für ihre E-Books zu deaktivieren, hindern Blinde oder andere Menschen mit Schrift-Behinderungen daran, diese E-Books zu lesen. Das ist ganz klar diskriminierend und wir werden das nicht tolerieren", formuliert NFB-Präsident Marc Maurer den Vorwurf.

Andere Kindle-2-Besitzer stören sich weniger an der fehlenden Vorlesefunktion als am hohen Preis, den Amazon für viele E-Books fordert. Um ihren Protest zum Ausdruck zu bringen, protestieren sie direkt am Ort des Geschehens, bei Amazon, berichtet das Nachrichtenmagazin Wired. Unter dem Motto "9.99boycott" rufen die Protestierer Gleichgesinnte dazu auf, nicht mehr als 9,99 US-Dollar für ein E-Book zu bezahlen. Alle E-Books, die teurer sind, sollen bei Amazon mit dem Hinweis "9.99boycott" versehen werden.

Gegenüber Wired begründet die Bibliothekarin und Kindle-Besitzerin Crystal O'Brien den Protest gegen die ihrer Meinung nach überzogenen Preisforderungen von Amazon so: "Das scheint mir einfach nicht in Ordnung zu sein. Man bekommt etwas, das man anderen Leuten nicht ausleihen kann. Man bekommt kein gedrucktes Buch. Daher sollte man auch nicht so viel für eine digitale Kopie bezahlen müssen." [von Robert A. Gehring]


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Captain 08. Apr 2009

stimmt... Es geht um Profit, der Mensch und insbesondere der Behinderte ist da...

lamilu 08. Apr 2009

Keine Ahnung. Evtl. müssen sie auch darauf warten, bis eine Ausgabe als Hörbuch auf den...

lamilu 08. Apr 2009

Dem gegenüber ist nichts dagegen einzuwenden. Aber bisher war es so, dass Sehbehinderte...

Black_Seraph 08. Apr 2009

Doch, es gibt einen unterschied: Deine Oma lässt sich nicht so einfach verkaufen wie...

Black_Seraph 08. Apr 2009

"Die Kunden von heute sind viel zu dumm um zu merken welchen Dreck man Ihnen verkauft...


Bibliothekarisch.de / 09. Apr 2009

Kindle zwischen den Fronten

blagh.nertenher.de / 08. Apr 2009

Wird hier wirklich der Bote geschlagen?



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