EU-Kommission will Open Access fördern

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In Deutschland proben Verlage und prominente Geisteswissenschaftler derweil den Aufstand gegen alle Open-Access-Pläne. Von Enteignung ist da die Rede und von einem Angriff auf die Wissenschaftsfreiheit. Dabei geben sich die Protagonisten der Anti-Open-Access-Bewegung keine Mühe, Unterschiede zwischen Googles Aktivitäten und dem freien Zugang zu aus Steuermitteln finanzierten Forschungsergebnissen zu machen. Dem vom Heidelberger Germanisten Roland Reuß initiierten Heidelberger Appell "Für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte" haben sich mittlerweile mehr als tausend Unterzeichner angeschlossen.

Der Konstanzer Bibliothekar Uwe Jochum, der zu den Unterzeichnern des Heidelberger Appells gehört, kritisiert die großen deutschen Forschungsorganisationen, die sich für Open Access aussprechen, in der Frankfurter Rundschau scharf:

Streit um die Wissenschaftsfreiheit

"Wenn die Allianz nun also meint, sie könne den Wissenschaftlern vorschreiben, unter welchen Bedingungen sie zu veröffentlichen haben, dann zwingt sie die Wissenschaftler zur Preisgabe eines Verfassungsrechts. Im Detail geht das so: Im ersten Schritt fordert die Allianz im Namen der Leser einen entgeltfreien Zugang zu den wissenschaftlichen Publikationen. Im zweiten Schritt erwartet die Allianz von den Wissenschaftlern, 'dass die Autoren der Gesellschaft, die ihre Forschung durch Steuermittel möglich macht, einen einfachen Zugang zu ihren Publikationen eröffnen', indem die wissenschaftlichen Autoren ihre Veröffentlichungen auf Open-Access-Servern bereitstellen."

Darin sieht Jochum einen direkten Angriff auf die verfassungsrechtlich geschützte Wissenschaftsfreiheit: "Deren Freiheit sicherte der Staatsbürger bislang nämlich dadurch, dass er mit seinen Steuern die Wissenschaft finanzierte, um sie unabhängig von wirtschaftlichen Pressionen und staatlichen Bevormundungen zu machen. Die Allianz verkehrt diese Logik, indem sie aus dem Steuertransfer der Bürger ableitet, dass die steuerfinanzierte Wissenschaft Eigentum der Steuerzahler sei und folglich von diesen bestimmt werden könne, was die Wissenschaftler wie zu veröffentlichen haben."

Die Politik hat sich aus der Debatte bisher weitgehend herausgehalten. Das Vorgehen der EU-Kommission dürfte früher oder später auch die deutsche Politik zur Stellungnahme zwingen. Ob sie sich dabei auf die Seite der Verlage und Geisteswissenschaftler schlägt oder sich zu Open Access und damit zu den Positionen der Natur- und Technikwissenschaftler bekennt, bleibt abzuwarten. [von Robert A. Gehring]

 EU-Kommission will Open Access fördern

IceRa 08. Apr 2009

...tut die EU alles um das Volk im Namen einiger Bonzen zu kriminalisieren (ACTA...

kikimi 07. Apr 2009

Mich wurmt es als Student, dass ich in der hießigen Bücherei kiloweise tote Bäume...

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Bibliothekarisch.de / 07. Apr 2009

Open Access in Europa angekommen?



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