MIT zeigt seine von Viren gebauten Lithium-Akkus

Nur noch eine Generation bis zur Marktreife

Das "Massachusetts Institute of Technology" hat erstmals seriennahe Muster seiner Virenakkus gezeigt. Die Pole des Stromspeichers werden dabei von Viren selbsttätig gebaut. Wenn sich noch andere Materialien für die Pole finden lassen, soll einer kommerziellen Anwendung nichts mehr im Wege stehen.

Anzeige

An den Virenakkus forscht das MIT schon seit über drei Jahren. Im April 2006 stellten die Wissenschaftler das Konzept zuerst vor, damals aber noch mit teuren Werkstoffen wie Gold und Kobalt-Oxid. Die Anode ließ sich so bauen, der andere Pol eines Akkus, die Kathode, aber noch nicht. Mitte 2008 zeigte das MIT, dass die Viren sich auch in sehr flachen Strukturen zu Minizellen formen lassen.

Das Prinzip hat sich dabei nicht verändert, was dafür spricht, dass die Entwicklung auf dem richtigen Weg ist: Genetisch veränderte Viren ziehen an ihren Proteinhüllen Metallmoleküle an. Die Viren ballen sich selbst zusammen und bilden so die Anode, sie agieren dabei wie selbstorganisierende Nanoröhrchen.

Knopfzelle mit Virenakku
Knopfzelle mit Virenakku
Herkömmliche Nanoröhrchen aus Carbon bildeten im nächsten Schritt die Basis, um auch eine Kathode aus Viren zu bauen. Die neuen Viren ziehen zunächst Kobaltphosphat an und lagern sich dann an den Carbonröhrchen an. Diese sind ein hervorragender Leiter, so dass sie in Verbindung mit den Viren als Kathode dienen können. Die Viren selbst sind Bakteriophagen, die Bakterien infizieren können, aber keine Gefahr für Menschen darstellen.

Der vollständige Virenakku lässt sich derzeit ohne Kapazitätsverlust nach Angaben des MIT 100-mal laden und entladen. Mit neuen Werkstoffen wie Manganphosphat und Nickelphosphat soll sich die Zahl der Zyklen erhöhen. Dann, so die Leiterin der Entwicklung, Professorin Angela Belcher, steht einer kommerziellen Anwendung nichts mehr im Wege.

Der wesentliche Vorteil der Technik ist, dass die Akkus nicht mehr mechanisch geformt werden müssen und so auch sehr klein ausfallen können. Angedacht ist eine Verkleinerung bis hinab zur Größe eines Reiskorns. Die Virenakkus sind inzwischen so populär, dass Belcher sie kürzlich bereits dem US-Präsidenten Barack Obama im Weißen Haus vorführen durfte. Dabei zeigte sie eine Leuchtdiode, die von einem Virenakku in Form einer Knopfzelle gespeist wurde.

Die Forscher haben ihre jüngsten Ergebnisse in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "Science" veröffentlicht.


blork42 13. Apr 2009

Was man mit solchen Viren, die ja Zellen infizieren mit verändertem Genmaterial, machen...

LordPinhead 06. Apr 2009

Entweder niest dein Akku oder stinkt, such es dir aus ;)

ThadMiller 06. Apr 2009

Leider nehmen viele die dummen, voreingenommenen Sprüche ihrer (Wirtschaftswunder-)Eltern...

ThadMiller 06. Apr 2009

Regenerative Energien (jaja, die Bezeichnung ist wissenschaftl. Unsinn), energiesparende...

ThadMiller 06. Apr 2009

Was sind PETA-Frauen? Dir ist klar das diese Organisation nicht mir Frauen im speziellen...

Kommentieren




Anzeige
  1. Junior Test Engineer (m/w)
    NDS GmbH, Unterföhring
  2. Technical Consultant Mobile Anwendungen (m/w)
    BayWa AG, München
  3. Mitarbeiter (m/w) Technischer Support
    über BüchnerPolzin Management- und Personalberatung, Großraum Stuttgart
  4. Teamleiter Entwicklung / Applikation (m/w)
    über Steinbach & Partner Executive Consultants, Süddeutschland

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm

  2. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  3. IBM-Mainframe

    Nasa schaltet letzten Großrechner ab

  4. Linux-Handbuch

    Umfassendes Nachschlagewerk als Openbook erhältlich

  5. Spielebranche

    Diskussion über "stinkende Gamer"


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 190 | letzter Beitrag 09:27 Uhr

  3. Kommentare: 178 | letzter Beitrag 13.02. 22:01

  4. Kommentare: 116 | letzter Beitrag 13.02. 18:47

  5. Kommentare: 96 | letzter Beitrag 13.02. 16:40

Mehr


  1. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  2. ProLiant Gen8

    HP macht Server unabhängig

  3. Eye-Tracking

    Bewegungsabhängige Bildschirmoberfläche von Apple

  4. Linux-Handbuch

    Umfassendes Nachschlagewerk als Openbook erhältlich

  5. Samsung

    Fernseher mit Gesichtserkennung für Zuschauer

  6. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  7. Jugendschutz

    Filtersoftware von Jusprog und Telekom staatlich anerkannt

  8. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm

  9. Deutsche Post

    Zusatzfunktionen beim E-Postbrief dauern länger

  10. Gnome

    Neue Spezifikation für Fensterlayout



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Test X-Plane 10: Flugsimulator mit Openstreetmap und vielen Rechnern
Test X-Plane 10
Flugsimulator mit Openstreetmap und vielen Rechnern

Ernsthafte Flugsimulationen gibt es kaum noch. Eine der letzten verbliebenen ist X-Plane 10 für Windows, Mac OS X und Linux. Golem.de hat sich ins virtuelle Cockpit gesetzt und den Flugsimulator mit mehreren Rechnern und iPads als Instrumente gespielt.


WOA: Windows 8 für ARM im Detail
WOA
Windows 8 für ARM im Detail

Mit Windows on ARM (WOA) will Microsoft ein neues System mit einer ganz neuen Art von PCs etablieren. Damit Windows 8 auf ARM performant läuft und lange Akkulaufzeiten ermöglicht, musste Microsoft einige Kompromisse machen.

  1. Windows 8 auf ARM Microsoft zeigt Office 15

Deutsche Post: Zusatzfunktionen beim E-Postbrief dauern länger
Deutsche Post
Zusatzfunktionen beim E-Postbrief dauern länger

Die Post will mit ihrem E-Postbrief bald auch eine schnelle Identitätsprüfung und eine direkte Zahlungsfunktion anbieten. Doch der Aufbau der Infrastruktur dauert Jahre länger als erwartet.


Zum Artikel