Abo
  • Services:
Anzeige

Bayern greift nach Filetstücken von Qimonda

Zieht Qimondas Forschung und Entwicklung von Dresden nach München?

Nach der Pleite von Qimonda will der Freistaat Bayern die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Chipkonzerns von Dresden nach München holen. Die Staatsregierung habe daher bereits Insolvenzverwalter Michael Jaffé gebeten, zu prüfen, ob Forschung und Entwicklung an der Isar eine Zukunftschance hätten, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen.

Gegebenenfalls soll der Jurist ein entsprechendes Konzept entwickeln. Falls es eine Perspektive für die Filetstücke gebe, sei eine Unterstützung durch die Politik denkbar. "Es ist völlig unstrittig, dass das eine hochinteressante Technologie ist", hieß es in München. Auch Ministerpräsident Horst Seehofer stehe hinter der Idee.

Anzeige

Am Mittwoch ist das Insolvenzverfahren über die Infineon-Tochter offiziell eröffnet worden. Die Produktion im Werk in Dresden steht seither still. In München war bislang die Zentrale von Qimonda angesiedelt sowie die Produktentwicklung. Die Technologieentwicklung besorgten Ingenieure in Dresden. Dort war die Firma auch eng in ein Netz aus Forschungseinrichtungen eingebunden.

Im Umfeld von Insolvenzverwalter Jaffé hieß es gestern allerdings, ein solches Konzept habe kaum Chancen. Es sei wegen der hohen Personalkosten nur dann zu verwirklichen, wenn es einen gesicherten Abnehmer für die Produkte geben würde. Ein solcher sei jedoch nicht in Sicht. Ein möglicher Kandidat, die neu gegründete Taiwan Memory Co, hat sich diese Woche für den Wettbewerber Elpida aus Japan als Technologielieferant entschieden.

Die sächsische Staatsregierung wollte sich gestern nicht konkret zu einer drohenden Abwanderung nach Bayern äußern. "Bei Qimonda läuft nach wie vor die Suche nach einem Investor", sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich dem Handelsblatt. Man müsse aber alle Varianten gedanklich durchspielen. "Es könnte sein, dass am Ende die Verlagerung der Produktion dazu beiträgt, dass wir die Forschungszentren als Herzstück des Clusters am Standort Dresden halten können." Schließlich habe Qimonda im Jahr Aufträge für 200 Millionen Euro an Entwicklungsleistungen im Raum Dresden vergeben. Wohl deshalb hat nun auch Bayern ein Auge auf Qimonda geworfen. Die Chipproduktion sei in Europa offenbar nicht profitabel zu betreiben, hieß es in Kreisen der bayerischen Staatsregierung gestern. Qimonda habe aber "weltweit einzigartige Technologien".

Es sei deshalb vorstellbar, dass Qimonda künftig zum Beispiel asiatischen Halbleiterfirmen Technologie zur Verfügung stelle, die diese dann einsetzten. Diese sogenannten Foundrys könnten auch Qimonda-Produkte fertigen. Ein Geschäftsmodell ohne eigene Werke verfolgen zahlreiche Chipanbieter weltweit. Der Vorteil: Sie müssen keine teuren Fabriken finanzieren und auslasten.

In Kreisen der bayerischen Staatsregierung wurde gestern betont, dass man derzeit in einer Prüfphase sei. Es ergäben sich momentan viele neue Chancen. Insolvenzverwalter Michael Jaffé habe anfangs eine große Lösung bevorzugt. Es sei aber ungewiss, ob sich wirklich noch ein Investor für den Gesamtkonzern finde. Die bayerische Staatskanzlei und das Wirtschaftsministerium wollten die Pläne offiziell nicht kommentieren. Die Belegschaft von Qimonda hatte Bayerns Ministerpräsident Seehofer jüngst in einem offenen Brief um Unterstützung gebeten.

Aus Kreisen des Insolvenzverwalters verlautete gestern, die Gespräche mit Interessenten aus China würden dieser Tage fortgesetzt. Eine Delegation werde in die Volksrepublik fliegen, um dort zu verhandeln. Allerdings sei nach wie vor offen, ob es zu einem Abschluss komme. Mit den Verhandlungen vertraute Personen schätzen die Chancen auf unter 50 Prozent.

Sachsens Ministerpräsident Tillich betonte mit Blick auf staatliche Hilfen, es gehe jetzt nicht nur um Qimonda, sondern um den Halbleiterstandort Europa. Europa müsse seine Beihilfe- und Forschungspolitik an diesem Punkt ändern. Die Halbleiterbranche müsse als Industrie definiert werden, die die Politik aus Europa nicht wegziehen lassen könne. "Europa ist hier im weltweiten Vergleich nicht strategisch aufgestellt - anders als Japaner, Taiwaner, Chinesen oder Amerikaner, die massiv öffentliches Geld einsetzen", sagte Tillich. [von Axel Höpner, Joachim Hofer und Peter Müller / Handelsblatt]


eye home zur Startseite
blork42 06. Apr 2009

... nix bezahlen wollen, aber beste Technologien klaun - super ! DIE sollte man...

erdenfreund 05. Apr 2009

Arbeitsplätze im westen zerstören? pah, durch Subvention Ost. wie viele Firmen hier hier...

Vollhorst 03. Apr 2009

Türlich, man nehme einen Halbleiter und stelle ihn irgendwo -innerhalb Europas- hin, und...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Alfred Kärcher GmbH & Co. KG, Winnenden bei Stuttgart
  2. Daimler AG, Stuttgart
  3. Robert Bosch GmbH über access KellyOCG GmbH, Leonberg
  4. MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Sindelfingen, Stuttgart, Böblingen


Anzeige
Top-Angebote
  1. (nur in den Bereichen "Mainboards", "Smartphones" und "TV-Geräte")
  2. 29,99€
  3. 18,00€ (ohne Prime bzw. unter 29€-Einkauf zzgl. 3€ Versand)

Folgen Sie uns
       


  1. taz

    Strafbefehl in der Keylogger-Affäre

  2. Respawn Entertainment

    Live Fire soll in Titanfall 2 zünden

  3. Bootcode

    Freie Firmware für Raspberry Pi startet Linux-Kernel

  4. Brandgefahr

    Akku mit eingebautem Feuerlöscher

  5. Javascript und Node.js

    NPM ist weltweit größtes Paketarchiv

  6. Verdacht der Bestechung

    Staatsanwalt beantragt Haftbefehl gegen Samsung-Chef

  7. Nintendo Switch im Hands on

    Die Rückkehr der Fuchtel-Ritter

  8. Raspberry Pi

    Compute Module 3 ist verfügbar

  9. Microsoft

    Hyper-V bekommt Schnellassistenten und Speicherfragmente

  10. Airbus-Chef

    Fliegen ohne Piloten rückt näher



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Reverse Engineering: Mehr Spaß mit Amazons Dash-Button
Reverse Engineering
Mehr Spaß mit Amazons Dash-Button

Tado im Test: Heizkörperthermostate mit effizientem Stalker-Modus
Tado im Test
Heizkörperthermostate mit effizientem Stalker-Modus
  1. Focalcrest Mixtile Hub soll inkompatible Produkte in Homekit einbinden
  2. Airbot LG stellt Roboter für Flughäfen vor
  3. Smarte Lautsprecher Die Stimme ist das Interface der Zukunft

Routertest: Der nicht ganz so schnelle Linksys WRT3200ACM
Routertest
Der nicht ganz so schnelle Linksys WRT3200ACM
  1. Norton Core Symantec bietet sicheren Router mit Kreditkartenpflicht
  2. Routerfreiheit bei Vodafone Der Kampf um die eigene Telefonnummer
  3. Router-Schwachstellen 100.000 Kunden in Großbritannien von Störungen betroffen

  1. Re: da die TAZ die Le Monde diplomatique...

    Ford Prefect | 22:58

  2. Re: Medien mündige Bürger oder das ende der...

    teenriot* | 22:56

  3. Re: NPM zeigt auf, wie schlecht die StdLib von JS...

    piranha771 | 22:55

  4. Re: Digital ist auch viel zu teuer

    plutoniumsulfat | 22:55

  5. Re: Und hier mal ein Bericht aus dem echten Leben.

    Faksimile | 22:51


  1. 18:02

  2. 17:38

  3. 17:13

  4. 14:17

  5. 13:21

  6. 12:30

  7. 12:08

  8. 12:01


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel