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Bayerns Innenminister vergleicht Spiele mit KinderpornosStigmatisierung der Spielebranche seitens CSU-Politikern nimmt an Schärfe zu
Die CSU hatte sich aus politischen Gründen für die Preisverleihung in München stark gemacht - und ihre Vertreter mahnten dort auch erneut zur Entwicklung kulturell wertvoller, gewaltfreier Spiele. Gleich zum Start der Preisverleihung gab es bei der Anmoderation die erste Keule für die Spielebranche: Quantität sei nicht ihr Problem, wohl aber Qualität, die es zu fördern gelte.
Kultusminister Bernd Neumann (CSU) verlieh den Preis für das beste deutsche Spiel an das Fantasyrollenspiel Drakensang vom Berliner Studio Radon Labs. Warum Seehofer nicht für die Verleihung des internationales Preises anwesend war, wurde zwar nicht gesagt - sein Ersatzmann Siegfried Schneider (CSU), Staatsminister und Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, ging dafür aber kurz auf den Amoklauf in Winnenden und die Verantwortung der Branche ein. Für die Spielebranche und gegen ihre Stigmatisierung sprach dann aber immerhin Monika Griefahn, Mitglied des deutschen Bundestages und Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Kultur und Medien. Sie erzählte, dass sie mit ihren Kindern über die konsumierten Spiele redet und darauf achtet, was gespielt werde. Es seien auch gewalthaltige Spiele dabei - das Wort Killerspiel vermied sie bewusst, da sie es für nicht angemessen hält. Lobend erwähnt wurde die USK, deren Alterseinstufungen allerdings von Erwachsenen nicht immer ernst genug genommen würden. Hier gehe es nicht um die Frage, ob ein Kind das schon könne, sondern ob die Inhalte altersgerecht seien. In einer im Vorfeld der Preisverleihung versendeten Pressemitteilung führte Griefahn aus, "dass die immer wieder reflexartig angestoßene Debatte um gesetzliche Verbote [...] leicht bei wirkungslosem Aktionismus bleiben" könnte. "Wir hoffen, die Preisverleihung in München trägt dazu bei, dass auch bei der CSU die Medienkompetenz in diesem Bereich wächst. Denn statt weiterer Gesetze sind differenzierte Maßnahmen notwendig. Beispielsweise muss der Vollzug des Kinder- und Jugendschutzes noch effektiver werden und auch Eltern und Lehrer müssen bei Gewaltspielen noch genauer hinschauen." Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat ebenfalls am Tag der Preisverleihung eine Pressemitteilung ("Keine Geschäfte mit Tötungstrainingssoftware") versenden lassen. Herrmann begrüßt darin zwar, dass sich die deutsche Medienwirtschaft für die Entwicklung kulturell und pädagogisch wertvoller Spielekonzepte und -inhalte ausgesprochen hat. Gleichzeitig wirft er der Industrie jedoch Untätigkeit vor: "Ich fordere die Computerspielbranche auf, den schönen Worten endlich Taten folgen zu lassen und auf Herstellung und Vertrieb von Killerspielen in Deutschland freiwillig zu verzichten." weiter...
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