Kanadische Forscher entlarven chinesisches Cyberspionagenetz

E-Mails des Dalai Lama ausspioniert

Kanadische Computersicherheitsexperten sind einer Gruppe chinesischer Cyberspione auf die Spur gekommen, die unter anderem die tibetische Exilregierung abgehört haben. Ihr Spionagenetz umfasste 1.300 Computer in über 100 Ländern, teils in Botschaften, Außenministerien und anderen wichtigen Organisationen.

Anzeige

GhostNet, Geisternetz, haben es die Sicherheitsexperten der kanadischen Secdev Group getauft. Das Ziel war, den Dalai Lama und seine tibetische Exilregierung abzuhören. Doch das Netz, das eine Gruppe chinesischer Cyberspione ausgelegt hat, ist sehr weit gespannt: Rund 1.300 Computer, so fanden die Wissenschaftler in zehnmonatiger Recherchearbeit heraus, waren mit der Spionagesoftware der Chinesen infiziert. Und jede Woche komme ein Dutzend hinzu.

Die Computer stehen in 103 Ländern der Erde, beinahe ein Drittel davon in hochrangigen und zum Teil sicherheitsrelevanten Institutionen: Neben dem Büro des Dalai Lama und der tibetischen Exilregierung, deren Mailserver sie kontrollierten, belauschten die Chinesen weitere Organisationen, die sich mit Tibet befassen, westliche Medienunternehmen, den Verband Südostasiatischer Nationen (Association of Southeast Asian Nations, ASEAN), die Asiatische Entwicklungsbank (Asian Development Bank, ADB) sowie die Botschaften und Außenministerien diverser Länder.

So fanden die Forscher die Malware, einen Trojaner namens gh0st RAT, auf Computern in den Botschaften Deutschlands, Indiens, Pakistans, Südkoreas, Taiwans oder Thailands sowie in den Außenministerien des Iran, von Bangladesh, der Philippinen, Indonesiens, Lettlands oder des Sultanats Brunei. Selbst ein Computer, allerdings kein sicherheitsrelevanter, im Nato-Hauptquartier war infiziert.

Als Ausgangspunkt des Angriffs, der neben dem Dalai Lama auch Regierungen in Süd- und Südostasien galt, machten die Forscher China aus. "Die gh0st-RAT-Instanzen werden durchweg von kommerziellen Internetzugängen auf der Insel Hainan in der Volksrepublik China aus kontrolliert", schreiben die Forscher in dem 53-seitigen Bericht "Tracking GhostNet: Investigating a Cyber Espionage Network". Die Malware sei sehr leistungsfähig: So konnten die Cyberspione nicht nur die infizierten Computer durchsuchen und Dateien entwenden, sondern auch eingebaute Kameras und Mikrofone zum Lauschen einsetzen.

Kanadische Forscher entlarven chinesisches Cyberspionagenetz 

mao 31. Mär 2009

na komm doch her...traust dich nicht was?

Schweizer 31. Mär 2009

Blöder Schweizer! Keine Ahnung von Nix aber die Fresse auf. Gehr zurück in die Schlucht...

:-) 30. Mär 2009

Sicherheit hätte man nur, wenn ein zweiter Rechner die vom ersten Rechner "mitschneidet...

Frankfurter 30. Mär 2009

Danke, Du sprichst mir aus der Seele!

mir 30. Mär 2009

Die Aussage dass auch deutsche Botschaften betroffen seien ist daher recht interessant...

Kommentieren



Anzeige

  1. Software Supporter (m/w) für den internationalen Kunden HelpDesk
    TONBELLER AG, Bensheim
  2. Service- und Systembetreuer (m/w)
    ZF Friedrichshafen AG, Schweinfurt
  3. Entwickler (m/w) Controllingsysteme / SAP
    Bitburger Braugruppe GmbH, Bitburg
  4. (Senior) Softwareentwickler (Microsoft) (m/w)
    arvato Systems S4M GmbH, Köln

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Wissenschaft

    Wenn der Quantencomputer spazieren geht

  2. Cloud

    Erstmals betriebsbedingte Kündigungen bei SAP

  3. Microsoft

    Windows 10 Technical Preview ist da

  4. Omnicloud

    Fraunhofer-Institut verschlüsselt Daten für die Cloud

  5. Anonymisierung

    Tor könnte bald in jedem Firefox-Browser stecken

  6. Gutscheincodes

    Taxi-Unternehmer halten auch Ubertaxi für illegal

  7. Chris Roberts

    "Star Citizen ist heute besser als ich es mir erträumte"

  8. Leistungsschutzrecht

    Google keilt gegen Springer und Burda

  9. Onlinehändler

    Zalando geht an die Börse

  10. Panoramafreiheit

    Wikimedia erreicht Copyright-Änderungen in Russland



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Deutsche Telekom: 300.000 von Umstellung auf VoIP oder Kündigung betroffen
Deutsche Telekom
300.000 von Umstellung auf VoIP oder Kündigung betroffen
  1. Deutsche Telekom Umstellung auf VoIP oder Kündigung
  2. Entlassungen Telekom verkleinert Online-Innovationsabteilung stark
  3. Mobile Encryption App angeschaut Telekom verschlüsselt Telefonie

Nicholas Carr: Automatisierung macht uns das Leben schwer
Nicholas Carr
Automatisierung macht uns das Leben schwer
  1. HP Proliant m400 Moonshot-Microserver mit 64-Bit-ARM-Prozessoren
  2. Entwicklung vorerst eingestellt Notebooks mit Touch-Displays sind nicht gefragt
  3. Computerchip IBM stellt künstliches Gehirn vor

Trainingscamp NSA: Ex-Spione gründen High-Tech-Startups
Trainingscamp NSA
Ex-Spione gründen High-Tech-Startups
  1. Vorratsdatenspeicherung NSA darf weiter Telefondaten von US-Bürgern sammeln
  2. Prism-Programm US-Regierung drohte Yahoo mit täglich 250.000 Dollar Strafe
  3. NSA-Ausschuss Grüne "frustriert und deprimiert" über Schwärzung von Akten

    •  / 
    Zum Artikel