Deutsche Wissenschaftsorganisationen verteidigen Open Access

Gegen Diffamierungen im Heidelberger Appell

Führende deutsche Wissenschaftsorganisationen haben sich in der Debatte um Open Access zu Wort gemeldet. Sie weisen die Behauptungen, die die Initiatoren des Heidelberger Appells "Für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte" aufstellen, zurück.

Anzeige

Es ist ein Kulturkampf ums Wissen. Seit Wochen polemisieren die Initiatoren des Heidelberger Appells "Für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte" in der Presse und im Internet gegen die Open-Access-Aktivitäten der deutschen Wissenschaftsorganisationen. Die von dem Heidelberger Literaturwissenschaftler Roland Reuß und seinen Unterstützern gegen die Open-Access-Befürworter erhobenen Vorwürfe reichen von urheberrechtsfeindlich bis zu grundgesetzwidrig. Nach langem Schweigen haben sich nun auch die angegriffenen Organisationen an die Öffentlichkeit gewandt. Sie schreiben in einer gemeinsamen Erklärung:

"In der Erklärung 'Für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte', die von zahlreichen Verlegern und Autoren unterzeichnet wurde, sieht sich die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen mit der inakzeptablen Unterstellung konfrontiert, die Freiheit zur Veröffentlichung in grundgesetzwidriger Weise beschneiden zu wollen. Die Allianz-Initiative 'Digitale Information' - auf die sich die Initiatoren der oben genannten Erklärung beziehen - verfolgt im Gegenteil das Ziel, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der bestmöglichen Informationsinfrastruktur auszustatten, die sie für ihre Forschung brauchen."

Weder gehe es den Wissenschaftsorganisationen um einen kostenfreien Zugang zu belletristischen Werken, noch darum, Wissenschaftlern vorschreiben zu wollen, wo und wie sie ihre Werke primär veröffentlichen. Es gehe bei Open Access einzig und allein um die Frage der Sekundärveröffentlichung von Forschungsergebnissen, die das Resultat öffentlicher Förderung darstellten:

"Wir erwarten..., dass die Autoren der Gesellschaft, die ihre Forschung durch Steuermittel möglich macht, einen einfachen Zugang zu ihren Publikationen eröffnen, der zudem die öffentliche Hand möglichst wenig finanziell belastet. Wo dies primär nicht durch die Veröffentlichung in einem Open-Access-Medium geschehen kann, sollen die Autoren ihre Publikationen über Open-Access-Repositorien verfügbar machen, wo immer dies rechtlich möglich ist."

Unterzeichnet wurde die gemeinsame Erklärung der Wissenschaftsorganisationen von der Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, der Fraunhofer Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, der Hochschulrektorenkonferenz, der Max-Planck-Gesellschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und vom Wissenschaftsrat. [von Robert A. Gehring]


maXity 27. Mär 2009

Vielen Dank für diese verständliche und aufschlussreiche Erklärung!

redwolf 26. Mär 2009

Etwas Käse zum whine?

scientist81 26. Mär 2009

1 EUR, schön wärs...in manchen Journalen für Naturwissenschaftlicher kostet eine Seite...

ich, wer sonst 26. Mär 2009

Es geht um einen, von Roland Reuss, veröffentlichten Artikel, in dem er Open Access und...

schmic 26. Mär 2009

das ist nicht wirklich vergleichbar mit den Raubkopierern, sondern eher den Musikern, die...

Kommentieren



Anzeige

  1. Application Manager (m/w)
    Deutsche Leasing AG, Bad Homburg vor der Höhe (bei Frankfurt am Main)
  2. Softwareentwickler / innen für Embedded Software
    ISCUE Michael Schmid, Nürnberg (Home-Office möglich)
  3. System Test Engineer (m/w)
    DÜRR DENTAL AG, Bietigheim-Bissingen
  4. IT-Application Developer Web (m/w)
    THOMAS SABO GmbH & Co. KG, Lauf / Pegnitz

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Abstimmung

    Streiks bei Amazon auf drei Tage verlängert

  2. Eemshaven

    Google baut riesiges Rechenzentrum in Europa

  3. Neue Android-Version

    Google-Entwickler diskutieren bereits über Android M

  4. Dead Man Zone

    Totmannschalter im Darkweb

  5. Rocket Internet

    Die Samwers und die Börse - wie passt das zusammen?

  6. Pi Top

    Laptop mit Raspberry Pi aus dem 3D-Drucker

  7. Deutsche Telekom

    Umstellung auf VoIP oder Kündigung

  8. Passport

    Blackberrys neues Smartphone kostet 600 US-Dollar

  9. Alternate Mode

    Displayport über USB Typ-C wird Teil des Vesa-Standards

  10. Bundesverkehrsminister

    Bahn soll Internet im Zug kostenlos anbieten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Apples iOS 8 im Test: Das mittelmäßigste Release aller Zeiten
Apples iOS 8 im Test
Das mittelmäßigste Release aller Zeiten
  1. Potenzielles Sicherheitsproblem iOS-8-Tastaturen wollen mithören
  2. Apple Update auf iOS 8 macht das iPhone 4S träger
  3. Watchever und Dropbox Einige Apps haben Probleme mit iOS 8

PC-Spiele mit 4K, 5K, 6K: So klappt's mit Downsampling
PC-Spiele mit 4K, 5K, 6K
So klappt's mit Downsampling
  1. Ifa Vodafone Deutschland und Cisco bringen 4K-Set-Top-Box
  2. Alpentab Wienerwald Das Holztablet mit Bay Trail oder als Nobelversion
  3. Ultra High Definition Scharf allein ist nicht genug

Ascend Mate 7 im Test: Huaweis fast makelloses Topsmartphone
Ascend Mate 7 im Test
Huaweis fast makelloses Topsmartphone
  1. Cloud Congress 2014 Huawei verkauft Intel-Standardserver nur als Türöffner
  2. Huawei Cloud Congress Huawei will weltweit der führende IT-Konzern werden
  3. Ascend G7 Huawei-Smartphone mit 13-Megapixel-Kamera für 300 Euro

    •  / 
    Zum Artikel