Intel erläutert Vorwurf des Vertragsbruchs durch AMD

Knappe Erklärung zur angeblichen Verletzung des Patentaustauschabkommens

In einer kurzen Pressemitteilung hat Intel den Vorwurf bekräftigt, AMD habe durch den Verkauf seiner Chipfabriken das für beide Unternehmen wichtige Abkommen über einen Patentaustausch verletzt. Dennoch setzt Intel weiterhin auf Verhandlungen.

Anzeige

Dass sich die anhaltenden Konflikte zwischen Intel und AMD verschärfen, war schon zuvor durch eine Börsenpflichtmitteilung von AMD bekanntgeworden. Der seit Jahrzehnten existierende und 2001 erneuerte Vertrag über einen Austausch von Patenten der beiden Unternehmen sieht aber offenbar auch ein genau festgelegtes Verfahren bei Streitigkeiten um die Vereinbarung vor. Den größten Teil des Vertrages halten die Firmen geheim, öffentlich einsehbar ist lediglich eine 15 Seiten lange und stark gekürzte Version.

In einer knappen Pressemitteilung schiebt Intel AMD die Schuld an der Verschärfung des Disputs zu. Dass Intel AMD schriftlich über den Vorwurf des Vertragsbruchs in Kenntnis gesetzt hat, sei allein schon eine Verletzung der Vereinbarung. Ironischerweise blieb AMD aber gar nichts anderes übrig, als daraufhin eine Ad-hoc-Mitteilung zu veröffentlichen, weil der Entzug der x86-Lizenz für das Unternehmen existenzbedrohend wäre. Folglich könnte Intel, was das Unternehmen aber nicht einmal andeutet, in der nächsten Runde argumentieren, dass AMD auf gleiche Weise den Vertrag gebrochen hätte.

Was Intel aber klar sagt: AMDs Position in der Frage der Veröffentlichungen sei "nicht im Einklang mit dem in der Originalvereinbarung umrissenen Verfahren für die Lösung von Konflikten". Der Streit um die Auslegung des Vertrages erweckt den Anschein, als sei das immerhin von beiden CEOs 2001 unterzeichnete Dokument reichlich unklar formuliert. Wie Intel Deutschland Golem bereits am Vortag mitteilte, geht es im Moment vor allem darum, die Vereinbarung so zu präzisieren, dass sie vor Gericht Bestand hat.

Im eigentlichen Diskussionsgegenstand macht Intel keine neuen Angaben, sondern vertritt weiterhin die Meinung, dass "die Struktur des Handels zwischen AMD und ATIC den vertraulichen Teil der Vereinbarung bricht." Die staatliche Investmentgesellschaft ATIC aus dem Emirat Abu Dhabi soll in Zukunft die Mehrheitsbeteiligung an der neuen Firma "Globalfoundries" halten, die AMDs Chipfabriken betreiben soll.

Intels Chefjustiziar Bruce Sewell meint dazu: "AMD kann nicht ohne Intels Zustimmung einseitig Intels Lizenzrechte an ein drittes Unternehmen übertragen". Ob das aber überhaupt geschehen ist, scheint die Kernfrage des gesamten Streits zu sein. AMD hatte mehrfach betont, man habe insbesondere die Frage der Intel-Lizenzen bei der Ausarbeitung der Verträge mit den arabischen Investoren genau beachtet. Da beide Unternehmen sich sogar uneins sind, welche Teile des Vertrages unter welchen Umständen geheim sind, sind die Aussagen von beiden Seiten schwer einzuordnen.

Wohl auch wegen der Vertraulichkeit der Vereinbarung scheuen sowohl AMD als auch Intel derzeit noch den Weg vor die Gerichte. Laut Intels Mitteilung ist in den Klauseln zur Beilegung einer Uneinigkeit auch festgelegt, dass mit der Anzeige einer möglichen Verletzung des Vertrages nun Mediatoren eingeschaltet werden.


blork42 01. Apr 2009

AMD wurde doch extra in Konkurrenz zu Intel gegründet, wieso sollte ausgerechnet Intel...

Intelkrebs-heilung 28. Mär 2009

k.T.

Intel Krebsheilung 28. Mär 2009

Ich würd es mal mit deinem billig Intel Technik mal probieren, ob du damit dein...

_Noah_ 18. Mär 2009

Dem kann ich nur zustimmen. Sicher hat Intel die Grundlagen gelegt für die heutige PC...

_Noah_ 18. Mär 2009

Interessante Theorie. Nicht unerheblich ist sicher auch die Finanzkrise die auch Intel ja...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Berater (m/w) Requirements Engineering
    Capgemini Deutschland GmbH, Hamburg oder Köln/Bonn
  2. Senior Developer (m/w)
    Media-Saturn IT Services GmbH, Ingolstadt
  3. Senior Information Architect - Experte für Informationssicherheit (m/w)
    Enercon GmbH, Aurich
  4. Führungskraft (m/w) im Produktsegment Emissionsanalyse weltweit
    Robert Bosch GmbH, Plochingen

 

Detailsuche


Blu-ray-Angebote
  1. The Dark Knight (Steelbook) (exklusiv bei Amazon.de) [Blu-ray] [Limited Edition]
    10,97€
  2. Blu-ray-Box-Sets und Komplett-Boxen reduziert
    (u. a. Fast & Furious 1-6 nur 26,99€, Lethal Weapon 1-4 nur 17,97€, Unser Universum - Die...
  3. VORBESTELLBAR: Avengers - Age of Ultron [Blu-ray]
    20,95€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Call of Duty

    Black Ops 3 mit offeneren Levels und mehr Charakter

  2. Nexus Player im Test

    Zu wenige Apps, zu viele Probleme

  3. Linux 4.1

    Ext4 verschlüsselt sich selbst

  4. Nepal

    Facebook, Google und Openstreetmap helfen Erdbebenopfern

  5. Smithsonian

    Museum restauriert die Enterprise NCC-1701

  6. Cyberkrieg

    Pentagon will Angreifer mit harten Gegenschlägen abschrecken

  7. Weißes Haus

    Hacker konnten offenbar Obamas E-Mails lesen

  8. Unzulässige NSA-Selektoren

    Kanzleramt soll Warnungen des BND ignoriert haben

  9. Android-Tablet

    Google stellt Nexus 7 offenbar ein

  10. Aerofoils

    Formel-1-Technik macht Supermarkt-Kühlregale effizienter



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Spionage: Der BND-Skandal im NSA-Skandal
Spionage
Der BND-Skandal im NSA-Skandal
  1. 40.000 Suchbegriffe BND-Missbrauch durch NSA deutlich größer als bekannt
  2. Bundesverwaltungsgericht DE-CIX will gegen BND-Bespitzelung klagen
  3. BND-Auslandsüberwachung Opposition lehnt Legitimierung der "Weltraumtheorie" ab

Die Woche im Video: Computerspiele, Whatsapp und Fire TV Stick
Die Woche im Video
Computerspiele, Whatsapp und Fire TV Stick
  1. Die Woche im Video Ein Zombie, Insekten und Lollipop
  2. Die Woche im Video Apple Watch, GTA 5 für PC und Akku mit Aluminium-Anode
  3. Die Woche im Video Win 10 für Smartphones, Facebook Tracking und Aprilscherze

The Ocean Cleanup: Ein Müllfänger für die Meere
The Ocean Cleanup
Ein Müllfänger für die Meere
  1. Vorbild Tintenfisch Tarnmaterial ändert seine Farbe
  2. Keine Science-Fiction Mit dem Laser gegen Weltraumschrott
  3. Maglev Magnetschwebebahn erreicht in Japan 590 km/h

  1. Re: Einerseits ja, andererseits nein

    Bouncy | 10:52

  2. PC in UHD? Warum wird das erwähnt?

    tbone | 10:51

  3. Re: [ROM] [5.1] [LMY47D] Vanillipop Player 1.0

    PeteC | 10:51

  4. Re: Es gibt keinen Fachkräftemangel in der IT...

    neocron | 10:48

  5. Re: Auflösung

    tbone | 10:48


  1. 09:55

  2. 09:00

  3. 08:27

  4. 07:11

  5. 15:49

  6. 14:25

  7. 13:02

  8. 11:44


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel