Lithium-Akkus in zehn Sekunden laden

Neue Nano-Beschichtung für Hochstromanwendungen im Labor

Vorerst nur unter Laborbedingungen funktionieren neue Materialien für Lithium-Ionen-Akkus. Damit ist aber der Nachweis möglich, dass sich die Stromspeicher viel schneller laden und auch entladen lassen als bisher gedacht.

Anzeige

Zwei Forschern des MIT ist es gelungen, neu konstruierte Lithium-Ionen-Akkus weit schneller zu laden als bisher gedacht. Byoungwoo Kang und Gerbrand Ceder erzeugten dazu eine Nano-Beschichtung auf Kristallen aus Lithium-Eisen-Phosphat. Nach zehnstündiger Erhitzung bei 600 Grad Celsius erhielten sie eine nur fünf Nanometer dicke, glasähnliche Oberfläche.

Die Kristalle, die das eigentliche Elektrolyt darstellen, konnten damit die Ladungen viel schneller als mit anderen Verbindungen durch den Akku bewegen. Damit war das eigentliche Ziel schon erreicht, doch als die Forscher höhere Ströme aus dem Akku zogen - was bisher eine Schwäche von Lithium-Ionen-Akkus ist -, stellten sie noch einen anderen Effekt fest.

Die exakten Stromstärken gaben die MIT-Mitarbeiter zwar bisher nicht an, aber laut Ars Technica entspricht bei dem Versuch eine hundertfache Stomstärke der doppelten Laderate. Umgekehrt ließ sich der Akku doppelt so schnell laden, ohne Schaden zu nehmen. Dabei verringerte sich aber die Energiedichte. Statt vorher 166 Amperestunden pro Gramm speicherte die Zelle nur noch 110 Amperestunden pro Gramm.

Umgerechnet auf handelsübliche mobile Geräte würde sich so ein Akku für ein Handy mit einer Wattstunde Kapazität in 10 Sekunden aufladen lassen. Dabei müsste das Ladegerät aber 360 Watt Leistung erzielen - was es unverhältnismäßig teuer machen würde.

Dennoch ergeben sich aus dem Versuch auch andere Anwendungsmöglichkeiten, etwa für Elektrofahrzeuge. Dort sind Lithium-Ionen-Akkus auch der Speicher der Wahl, es müssen bisher aber hunderte von Zellen zusammengeschlossen werden, um die Spannungen und Stromstärken für die Elektromotoren zu erreichen. Dabei entstehen erhebliche Wandlungs- und Leitungsverluste. Weniger Zellen, die höhere Ströme liefern, könnten Elektroautos effektiver machen.

Ihre Ergebnisse haben die MIT-Forscher in der Ausgabe 458 der Zeitschrift Nature veröffentlicht.


Kafka 16. Mär 2009

Da ist definitiv ein Komma verrutscht. Das passiert Wissenschaftsjurnalisten gerne mal...

Nath 16. Mär 2009

Auch Golem-Redakteure sollten sich einmal die Unterschiede zwischen diesen beiden Wörtern...

Kuschel 13. Mär 2009

Vergiss die Mikrowellenpanzer nicht. (Funkwellen extremer Intensität werden auf Menschen...

Kuschel 13. Mär 2009

Und wenn ich sie vorher völlig unnötig kaputt mache, kann ich sie nicht nutzen, wenn ich...

fraglich 13. Mär 2009

Und woher beziehst du bei der Multiklikaton von mA mit 1000 das h?

Kommentieren




Anzeige

  1. Software Entwickler (TTS) (m/w)
    Continental AG, Villingen-Schwenningen
  2. IT-Security Auditor (m/w) Payment Card Industry (PCI)
    TÜV SÜD Gruppe, Stuttgart, München, Hamburg oder Home-Office
  3. Bauingenieur / Bauingenieurin - Baubetrieb
    Ed. Züblin AG, Stuttgart
  4. Teamleiter (m/w) Software-Qualitätsdatenanaly- se
    Synatec GmbH, Stuttgart oder Dingolfing

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Arin

    IPv4-Adressen in Nordamerika nähern sich dem Ende

  2. Flappy 48

    Zahlen statt Vögel

  3. Port 32764

    Netgear will angebliche Router-Lücke schließen

  4. Darknet

    Grams - eine Suchmaschine für Drogen

  5. Kitkat-Smartphone

    Samsungs Galaxy Ace Style kommt früher

  6. Netmundial-Konferenz

    Netzaktivisten frustriert über "Farce" der Internetkontrolle

  7. Zalando

    Onlinekleiderhändler schließt einen Standort

  8. Apple vs. Samsung

    Google versprach Samsung Hilfe im Patentstreit mit Apple

  9. Deadcore

    Indiegames-Turmbesteigung für PC, Mac und Linux

  10. Reprap

    "Waschmaschinen werden auch nur 5% der Lebenszeit verwendet"



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
25 Jahre Gameboy: Nintendos kultisch verehrte Daddelkiste
25 Jahre Gameboy
Nintendos kultisch verehrte Daddelkiste

Der Gameboy ist gut gealtert - heute wird mit der Konsole Musik gemacht, und selbst Spieleprogrammierer werden beim Anblick des grauen 8-Bit-Klotzes nostalgisch.

  1. Satoru Iwata Nintendo will Handhelds und stationäre Konsolen vereinen
  2. Nintendo Yamauchi-Clan will Anteile abstoßen
  3. Mario Nintendo macht Apps und gesund

Digitalkamera: Panono macht Panoramen im Flug
Digitalkamera
Panono macht Panoramen im Flug

Wenn Jonas Pfeil ein Panorama aufnimmt, stellt er nicht Kamera, Stativ und Panoramakopf auf, sondern wirft einen Ball in die Höhe. Um das Panorama anschließend zu betrachten, hantiert er mit einem Tablet. Der Berliner hat Golem.de seine Entwicklung erklärt.

  1. Nachfolger von Google Glass Google patentiert Kontaktlinsen mit Kameras
  2. Pentax 645Z Mittelformatkamera mit 51 Megapixeln und ISO 204.800
  3. Coolpix S810C Spielen und Surfen mit der Nikon-Kamera

Windows 8.1 Update 1 im Test: Ein lohnenswertes Miniupdate
Windows 8.1 Update 1 im Test
Ein lohnenswertes Miniupdate

Microsoft geht wieder einen Schritt zurück in die Zukunft. Mit dem Update 1 baut der Konzern erneut Funktionen ein, die vor allem für Mausschubser gedacht sind. Wir haben uns das Miniupdate für Windows 8.1 pünktlich zur Veröffentlichung angesehen.

  1. Microsoft Installationsprobleme beim Windows 8.1 Update 1
  2. Windows 8.1 Update 1 Wieder mehr minimieren und schließen
  3. Microsoft Windows 8.1 Update 1 vorab verfügbar

    •  / 
    Zum Artikel