Schäuble: Karlsruhe bei Onlinedurchsuchung nicht kompetent

Innenminister rügt Kompetenzüberschreitung des höchsten deutschen Gerichts

Für Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist das Bundesverfassungsgericht nicht befugt, über die Vorratsdatenspeicherung zu urteilen. Er hat "verfassungsrechtliche Zweifel, ob das Verfassungsgericht wirklich entscheiden sollte, für welche Straftaten man welches Instrument gesetzlich vorsehen kann oder nicht".

Anzeige

Deutschlands Innenminister spricht dem Bundesverfassungsgericht die Kompetenz ab, über die Vorratsdatenspeicherung zu urteilen. "In der Tat muss man sich fragen, wie weit das Bundesverfassungsgericht in seiner Rechtsprechung gehen kann. Ich habe zum Beispiel verfassungsrechtliche Zweifel, ob das Verfassungsgericht wirklich entscheiden sollte, für welche Straftaten man welches Instrument gesetzlich vorsehen kann oder nicht", sagte Wolfgang Schäuble (CDU) der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In der einstweiligen Anordnung zur Vorratsdatenspeicherung habe es das getan. Es sei jedoch Sache des Gesetzgebers, zu sagen: Für diese Straftat kann ich dieses Instrument einsetzen - für jene nicht, bekräftigte Schäuble.

Das Bundesverfassungsgericht hatte die umstrittene Vorratsdatenspeicherung im März 2008 eingeschränkt. Im November 2008 wurde der Richterspruch noch verschärft. Bis zu einer endgültigen Entscheidung ist die Weitergabe von Telefon- und E-Mail-Daten an die Behörden nur noch dann legal, wenn dadurch eine dringende Gefahr für die Allgemeinheit oder Leib, Leben und Freiheit einer Person abgewehrt werden soll, oder wenn es um die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland geht. Die Nutzung von Telefon, Handy, E-Mail, Anonymisierungsdiensten und Internet wird bis zur Entscheidung in der Hauptsache jedoch weiterhin protokolliert. Das haben SPD, CDU und CSU im November 2007 per Gesetz festgelegt.

Auch Geheimdienste wie der Verfassungsschutz oder der Auslandsgeheimdienst BND dürfen nach dem Urteil die gespeicherten Daten offiziell ausschließlich zu diesen Zwecken verwenden. Über die tatsächliche Praxis der Dienste zu den Daten aus der Vorratsspeicherung ist bislang nichts bekannt. Am vergangenen Wochenende wurde öffentlich, dass der BND die Hackersoftware zur Onlinedurchsuchung im Jahr 2008 in mindestens 2.500 Fällen eingesetzt hat.

Der ehemalige Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Ernst Gottfried Mahrenholz, wies die Schäuble-Kritik zurück. "Das Bundesverfassungsgericht darf laut Verfassung der Politik nur Spielraum lassen innerhalb der Grenzen des Verfassungsrechts", sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. Onlinedurchsuchungen können also nur bei gewichtigen Straftaten den Grundrechtsschutz der einzelnen Persönlichkeit zurücktreten lassen. Wäge die Politik nicht selbst ab, müsse es das Verfassungsgericht tun.


trollibolli 15. Mär 2009

Na dieser eine Thread, denn ich da in Erinnerung habe, der beschäftigte sich halt mit der...

(-: 14. Mär 2009

Und was ist mit Apple? :-)

(-: 14. Mär 2009

Schreib doch: "Und was ist mit Apple?" Da kannst du sicher sein, dass das nicht gelöscht...

John Doe 08/15 13. Mär 2009

ich hoffe inständig, du meinst das nicht ernst

trollibolli 13. Mär 2009

Ich muss mich wundern - hier wurden in der Tat mehrere Threads gelöscht! Ist Golem dem...

Kommentieren


politik.zweiterklasse.de / 01. Apr 2009

EU-Studie bestätigt Meinung Schäubles

datenhafen / 13. Mär 2009

Herr Schaeuble aergert sich

Netzfreiheit.de / 12. Mär 2009

Schäuble VS Bundesverfassungsgericht

Fiat 500 Blog - Abarth, Cabrio alles über den Fiat 500! / 12. Mär 2009

Umfrage: Wie alt bist du?

schwarz-weiss.cc / 11. Mär 2009

Bundesverfassungsgericht inkompetent

nertenher.de / 11. Mär 2009

Ein kleines Blondchen



Anzeige
  1. User Experience Designer / Web Designer (m/w)
    Schleupen AG, Moers
  2. Applikations-Ingenieure (m/w) Strömungssimulation (CFD)
    CD-adapco, Nürnberg
  3. Systemingenieur (m/w) Systemintegration, Versuch und Erprobung
    LFK-Lenkflugkörpersysteme GmbH, Schrobenhausen
  4. Bereichsleiter (m/w) Beratung
    F+L SYSTEM AG, Altstätten (Schweiz)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Acta-Demos

    Zehntausende gegen "bekACTA Scheiß" in München und Berlin

  2. Nach Hackerangriff

    Polizei-Webserver in Nordrhein-Westfalen seit 12 Tagen down

  3. Klage gegen Samsung

    Apple will Verkauf des Galaxy Nexus verhindern

  4. WOA

    Windows 8 für ARM im Detail

  5. Epic Games

    Unreal Engine 4 soll in diesem Jahr "die Leute schockieren"


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 212 | letzter Beitrag 12:13 Uhr

  2. Kommentare: 100 | letzter Beitrag 10:35 Uhr

  3. Kommentare: 79 | letzter Beitrag 13:24 Uhr

  4. Kommentare: 60 | letzter Beitrag 10.02. 14:13

  5. Kommentare: 58 | letzter Beitrag 11.02. 17:27

Mehr


  1. Browser

    Firefox 10.0.1 bringt Fehlerkorrekturen

  2. Lumia-Smartphones

    Nokias Offensive auch in Deutschland gescheitert

  3. Klage gegen Samsung

    Apple will Verkauf des Galaxy Nexus verhindern

  4. Nach Hackerangriff

    Polizei-Webserver in Nordrhein-Westfalen seit 12 Tagen down

  5. Acta-Demos

    Zehntausende gegen "bekACTA Scheiß" in München und Berlin

  6. Nasa

    Mögliche Etatkürzungen gefährden Mars-Erforschung

  7. Golem.de guckt

    Zuckerberg und Assange

  8. Steam-Hack

    Einbrecher könnten Kreditkartendaten kopiert haben

  9. HTTPS gesperrt

    Iran weitet Internetzensur aus

  10. Paypal-Konkurrent

    Dwolla will seine Dienste weltweit anbieten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Bing, Blekko, Duck Duck Go: Googeln ohne Google?
Bing, Blekko, Duck Duck Go
Googeln ohne Google?

Die überarbeitete Version der Google-Suche "Search, plus Your World" hat heftige Debatten ausgelöst. Vor allem der Datenschutz steht mal wieder im Vordergrund der Kritik. "Geht es eigentlich auch ohne Google?", fragen sich daher viele Nutzer. Der Blogger Marcel Weiß hat es 18 Monate lang getestet.

  1. "Focus on the User" Facebook und Twitter zeigen Google, wie soziale Suche geht
  2. Neuer Algorithmus Google straft Seiten mit zu viel Werbung ab
  3. Theseus-Projekt Quote soll die erste Zitate-Suchmaschine Deutschlands werden

Joseph Weizenbaum: Inseln der Vernunft im Meer des Unsinns
Joseph Weizenbaum
Inseln der Vernunft im Meer des Unsinns

In der globalisierten Welt müssten Wissenschaft und Wirtschaft enorme Verantwortung übernehmen, sagte der Informatiker Joseph Weizenbaum. Enden könne das im totalen Kollaps - wenn sich nicht aus den Inseln der Vernunft "in einem riesigen Meer von Unsinn und Blödsinn" irgendwann ein Kontinent bilde.


Onkyo: Aktive Lautsprecher mit WLAN und DLNA
Onkyo
Aktive Lautsprecher mit WLAN und DLNA

Onkyo hat mit dem GX-W100HV ein Stereolautsprecherpaar vorgestellt, das mit einem WLAN-Modul und DLNA-Unterstützung ausgerüstet ist und sich so für die Funkübertragung von Musik aus Tablets, PCs und Smartphones eignet.

  1. Soundblaster Recon3D Creatives neue PCIe-Soundkarten werden ausgeliefert

  1. Re: Wie erflogreich wäre Nokia mit Meego (Tizen...

    Der braune Lurch | 16:10

  2. Re: 41% Marktanteil.

    awgher | 16:09

  3. Re: Ihr könnt das dritte Ecosystem nicht aufhalten...

    chrisrohde | 16:08

  4. Re: Jetzt muss es Microsoft einfach nur noch...

    awgher | 16:07

  5. Re: speicherverbrauch

    Schiwi | 16:05


  1. 14:09

  2. 13:59

  3. 13:52

  4. 21:30

  5. 19:49

  6. 14:35

  7. 14:30

  8. 13:27


Zum Artikel