Breitbandinternet über Funk macht Kabelnetzbetreibern Angst

Zwei Gutachten warnen vor massiven Beeinträchtigungen

Die Bundesregierung will den Funkfrequenzbereich, der durch die Digitalisierung der Rundfunkübertragung frei geworden ist, für breitbandige Internetversorgung auf dem Land öffnen. Doch erste Tests der Kabelnetzbetreiber haben erhebliche Beeinträchtigungen des Empfangs von TV-Programmen und die Übertragung von Datensignalen über die Kabelnetze ergeben.

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Wenn der Bundesrat im Mai 2009 einer Verordnung des Bundeskabinetts zustimmt, ist der Weg für die Versorgung ländlicher Regionen mit Breitbandinternet über Funk geöffnet. Die Bundesnetzagentur könnte die Vergabe der sogenannten digitalen Dividende 2009 vornehmen, wodurch die Frequenzen von 790 MHz bis 862 MHz bereits 2010 für die rund 800 Kommunen nutzbar wären, in denen Breitband nur über Satellit verfügbar ist. Doch laut dem Verband der TV-Kabelnetzbetreiber geht der Plan nicht auf.

Laut Thomas Braun, Präsident des Verbands Deutscher Kabelnetzbetreiber ANGA, wird bei der Vergabe der digitalen Dividende die vorherige Prüfung möglicher Störungen anderer Übertragungswege vernachlässigt. Ein erster Test, den ANGA mit dem Institut für Rundfunktechnik (IRT) in Wittstock/Dosse in Brandenburg durchgeführt hat, habe erhebliche Beeinträchtigungen des Empfangs von TV-Programmen und der Übertragung von Datensignalen über die Kabelnetze ergeben.

"Durch die Signaleinstrahlung wurden die Set-Top-Boxen und Fernsehgeräte in ihrer Funktion massiv gestört. Hier müssen daher Untersuchungen durchgeführt werden, wie eine verträgliche Nutzung dieser Kabelfrequenzen sichergestellt werden kann", erklärte Braun. Ein der ANGA vorliegendes Gutachten der Berufsgruppe "Kabel-TV" der Wirtschaftskammer Österreich unterstütze die Messergebnisse der ANGA und des IRT, sagt er. Insbesondere Störungen der Teilnehmergeräte könnten die Investitionen der Kabelanbieter entwerten und den Infrastrukturwettbewerb gefährden.

In dem Pilotprojekt im nördlichen Brandenburg bei Wittstock/Dosse wird breitbandiges Internet über Rundfunk getestet. Beteiligt sind die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) und der Mobilfunkbetreiber T-Mobile. Ein weiteres Pilotprojekt ist für Baden-Württemberg angekündigt.

Weil bei beiden Piloten die Folgen für die Rundfunk- und Datenübertragung im Kabel und auf die daran angeschlossenen Endgeräte nicht untersucht würden, blieben Störpotenziale unberücksichtigt, meint Braun. Viele Kabelanschlüsse seien heute bereits bis 862 MHz ausgebaut und übertrügen Angebote im gleichen Frequenzbereich, der auch für mobile Datendienste verwendet werden soll.


Sascha Novus 13. Jun 2009

Nun, ich denke auch nicht, dass die Frequenzen sich gegenseitig beeinflussen werden...

trollibolli 07. Mär 2009

Wie kann ein Signal, was auch nicht stärker sein dürfte, als das, was noch vor wenigen...

binladen 06. Mär 2009

Die Sender wollen auch von den Kabel-Kunden Geld haben, nur dass hierbei der Kabel...

blind 06. Mär 2009

Das will ich sehen, dass du Richtfunk in alle ländlichen Gegenden zu ALLEN noch nicht...

Klaas 06. Mär 2009

Der Artikeltext ist überflüssig. Die Überschrift sagt endgültig alles, was es zu diesem...

Kommentieren


Stefan Jung / 06. Mär 2009

Lobbyismus?



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