RIM überwacht Mitarbeiterkommunikation nach außen (Update)

IT-Chefin Robin Bienfait bekennt: "Ich zeichne alles auf"

Der Blackberry-Hersteller Research In Motion (RIM) überwacht nach eigenem Bekunden die gesamte Kommunikation seiner Beschäftigten nach außen. Um das geistige Eigentum des Konzerns zu schützen, hat IT-Chefin Robin Bienfait offenbar einen umfassenden Kontrollapparat geschaffen.

Anzeige

Robin Bienfait, Chief Information Officer beim Blackberry-Hersteller Research In Motion, hat mit erstaunlicher Offenheit eingestanden, die gesamte Kommunikation der 8.400 Mitarbeiter nach außen zu überwachen. Jede Aktivität aus dem Netzwerk des Konzerns heraus werde aufgezeichnet, sagte Bienfait dem australischen Branchenmagazin ZDNet.com.au in Sydney. Wer vertraulich kommunizieren wolle, müsse sein eigenes Gerät mitbringen. "Alles, was sich bei RIM abspielt, wird aufgezeichnet und aufbewahrt. Also, wenn sie vertraulich plaudern wollen, und es spielt sich nicht innerhalb RIMs Domain ab, dann könnte der Wunsch nach einem eigenen Gerät aufkommen."

Auf die Frage, ob sich die Aufzeichnungen auf Unterhaltungen im Allgemeinen oder nur um schriftliche Kommunikation bezögen, sagte Bienfait laut dem Bericht: "Alles. Ich zeichne alles auf."

Die Belegschaft sei darüber informiert. "Sie verrichten eine Geschäftstätigkeit innerhalb von RIM. Alles, was sie sagen oder tun, kann patentiert werden. Wir verletzten niemandes Privatsphäre. Sie sind sich bewusst, dass ihre Informationen transparent und sichtbar sind."

Beschäftigte müssten Blackberrys im Betastatus, die sie zu Testzwecken bei sich tragen, beim Verlassen des Firmengeländes verstecken, so dass niemand die neuen E-Mail-Geräte fotografieren kann. Bienfait: "Wir müssen darauf vertrauen können, dass sie aufpassen." Wenn vertrauliche Informationen dennoch nach außen gelangten, würde die undichte Stelle bis zu ihrer Quelle aufgespürt, und "jede notwendige Maßnahme getroffen".

Es käme in anderen Unternehmen öfters vor, dass Angestellte lapidar erklärten, sie hätten ihre elektronischen Kommunikationsgeräte im Taxi liegen gelassen. Nicht so bei RIM: "Unsere Leute sind wirklich, wirklich gut. Sie kennen ihre Verpflichtungen als Betatester." Ginge dennoch etwas verloren, sei RIM technisch in der Lage, den Blackberry im Fernzugriff völlig unbrauchbar zu machen.

Bei Patentrechtsverfahren mit Konkurrenten kann es für RIM durchaus um die Existenz gehen. Im Rechtsstreit mit NTP bestand die reale Gefahr, dass die mobilen E-Mail-Dienste RIMs abgeschaltet werden. Mit einer Zahlung in Höhe von 612,5 Millionen US-Dollar konnte RIM das Verfahren im März 2006 im Vergleich beenden.

Nachtrag vom 05. März 2009, um 16:15 Uhr:
"Research in Motion nimmt keine Telefongespräche seiner Mitarbeiter auf", betont das Unternehmen gegenüber Golem.de. Bienfaits Aussagen hätten sich auf das mögliche Leistungsvermögen der BlackBerry MVS Technologie von RIM bezogen. Mit dieser könnten Unternehmen die Sprach- und Datenkommunikation erfassen, was nützlich für Kunden von RIM in regulierten Märkten sei, für die dieser Vorgang verpflichtend wäre.

"Bienfait wollte damit nicht aussagen, dass RIM selbst die Technologie benutzt, um Gespräche von Mitarbeitern aufzuzeichnen" heißt es weiter. RIM führe die neue MVS Technologie jedoch sehr wohl in einem internen Betatest bei einem Teil seiner Belegschaft ein. Dabei würden die über Sprachkanäle (SMS) und Datenkanäle (E-Mail, Instant Messaging) übertragenen Daten aufgenommen. Die Telefonate der Mitarbeiter seien aber nie Teil des Betatests gewesen.


Nameless 29. Mär 2009

Naja, Menschenrechtsverletzung eher nicht, aber definitiv hat die IT-Chefin von RIM...

Alternativvv 09. Mär 2009

also in den gms-netzen die ich kenne werden sms in der signalisierung übertragen...

develin 06. Mär 2009

Das ist ja nicht nur in Grossunternehmen ueblich, sondern vor allem auch in Bereichen in...

w_ing 06. Mär 2009

... in sich selbst ist die Meinung ja schlüssig bzw. verständlich (auch wenn ich sie...

w_ing 06. Mär 2009

... in sich selbst ist die Meinung ja schlüssig bzw. verständlich (auch wenn ich sie...

Kommentieren




Anzeige
  1. Java Web Developer Backend (SQLServer) im M-Commerce (m/w)
    über HRM CONSULTING GmbH, Berlin
  2. IT-System-Administrator (m/w)
    Endress+Hauser Conducta Gesellschaft für Mess- und Regeltechnik mbH & Co. KG, Gerlingen, Waldheim bei Dresden, Groß-Umstadt bei Darmstadt
  3. Senior Software-Entwickler .NET (m/w)
    IDpendant GmbH, Unterschleißheim bei München (Reisebereitschaft)
  4. Business- / Service-Analyst (m/w)
    ADAC e. V., München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  2. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  3. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  4. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  5. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 200 | letzter Beitrag 14.02. 22:07

  3. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 14.02. 13:50

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 14.02. 12:39

  5. Kommentare: 101 | letzter Beitrag 02:39 Uhr

Mehr


  1. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  2. TZ77XE4

    Biostar zeigt Mainboard für Ivy Bridge und Sandy Bridge

  3. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  4. Fifa Street

    Last Man Standing auf dem Bolzplatz

  5. Isis Web Browser

    Neuer Browser für HPs WebOS

  6. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  7. Thermosensor

    Schmetterlingsflügel macht Wärme sichtbar

  8. Deutsche Gamestage

    Call for Papers der Quo Vadis verlängert

  9. Vodafone

    LTE auf dem Smartphone kostet monatlich 10 Euro mehr

  10. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Spielebranche: Diskussion über "stinkende Gamer"
Spielebranche
Diskussion über "stinkende Gamer"

Nach der Gamescom 2011 löste ein TV-Bericht von RTL über angeblich schlecht riechende Gamer Empörung aus. Jetzt folgt die Aufarbeitung der Szene beim Games Culture Circle in Berlin.

  1. Umfrage Zuschauer wollen mehr HD-Programme
  2. Golem.de guckt Wärmegedämmte Verschwörungstheorien
  3. Golem.de guckt George Orwell und der nigerianische Wahlkampf

IBM-Mainframe: Nasa schaltet letzten Großrechner ab
IBM-Mainframe
Nasa schaltet letzten Großrechner ab

Die Nasa hat den letzten IBM-Mainframe abgeschaltet. Damit gehe eine Rechnerära bei der Nasa zu Ende, schreibt deren IT-Chefin.

  1. Grail Nasa veröffentlicht Video von der Rückseite des Mondes

Blackhole Toolkit: Cryptome gehackt und mit Malware infiziert
Blackhole Toolkit
Cryptome gehackt und mit Malware infiziert

Cryptome ist gehackt und mit einer Schadsoftware infiziert worden. Der Schadcode hatte alle Seite das Angebotes befallen, das deshalb komplett wiederhergestellt werden musste.

  1. Evilshadow Microsoft Store in Indien gehackt
  2. Nach Hackerangriff Polizei-Webserver in Nordrhein-Westfalen seit 12 Tagen down
  3. Windows und Office 21 Sicherheitslücken in Microsofts Software

Zum Artikel