US-Gericht stärkt Recht auf Anonymität im Internet

Forumsbetreiber müssen Nutzernamen nur unter bestimmten Bedingungen herausgeben

Das oberste Gericht des US-Bundesstaates Maryland hat eine Klage auf Herausgabe der Namen von Forumsnutzern in einem Beleidigungsprozess abgewiesen. US-Bürgerrechtler sehen in dem Urteil eine Stärkung des Rechts auf anonyme Meinungsäußerung im Internet.

Anzeige

Blog- und Forenbetreiber in den USA müssen die Identität von anonymen Mitgliedern nicht auf Anfrage preisgeben. Das hat das oberste Gericht des US-Bundesstaates Maryland, der Maryland Court of Appeals, entschieden. Das Gericht verwarf damit ein Urteil einer untergeordneten Instanz, die einen Forenbetreiber dazu verurteilt hatte, in einem Beleidigungsprozess die Klarnamen von Diskussionsteilnehmern herauszugeben, berichtet die Tageszeitung Washington Post.

Der Geschäftsmann Zebulon Brodie hatte gegen den Verlag Independent Newspapers auf die Preisgabe der Identitäten mehrerer Nutzer geklagt. Independent Newspapers gibt Lokalzeitungen in mehreren US-Bundesstaaten heraus und betreibt das Forum Newszap.com. Der Verlag verlangt von seinen Nutzern nicht, dass sie im Forum unter ihren richtigen Namen auftreten.

Brodie gab an, die Nutzer, die unter Pseudonymen wie "CorsicaRiver" oder "Born & Raised Here" auftraten, hätten ihn diffamiert, weil sie die hygienischen Zustände in seinem Restaurant beanstandet hatten. Allerdings konnte er die Forumsteilnehmer nicht korrekt identifizieren. Damit habe er nicht das Recht auf die Herausgabe der realen Namen. Die Richter entschieden deshalb zugunsten von Independent Newspapers.

Gleichzeitig setzten sie eine Verfahrensweise für die Zukunft fest. Danach muss ein Kläger zuerst versuchen, den anonymen Nutzer davon zu benachrichtigen, dass er gegen ihn klagen will, etwa indem er in dem betreffenden Forum eine entsprechende Nachricht hinterlässt. Vor Gericht muss der die Beiträge mit den beleidigenden Äußerungen vorlegen und erklären, worin der Schaden liegt, den sie angerichtet haben. Die Richter sollen in der Verhandlung das Recht des anonymen Nutzers auf freie Meinungsäußerung gegen das Anliegen des Klägers abwägen.

US-Bürgerrechtler wie Paul Alan Levy, Rechtsanwalt der Gruppe Public Citizen, begrüßten das Urteil. "Der Gerichtsentscheid bekräftigt das wichtige verfassungsmäßige Recht der Bürger, wenn sie wollen, auch anonym an Debatten über wichtige öffentliche Belange teilzunehmen. Einer Person ohne gute Gründe das Recht zu verwehren, im Internet anonym zu bleiben, hätte eine abschreckende Wirkung auf den öffentlichen Austausch nützlicher Ideen", so Levy.


Alexwebmaster 03. Mär 2009

Hello webmaster I would like to share with you a link to your site write me here...

Tantalus 03. Mär 2009

Trägst Du ein Namensschild auf der Stirn? Nein? Wenn ich Dir jetzt auf der Straße (oder...

tonydanza 03. Mär 2009

Eben. Dafür haben wir das Netz. Es wird Zeit, dass wir dahin zurückkehren, dass das...

~jaja~ 03. Mär 2009

Da blubbert einer, der nicht registriert ist, und dessen Email Adresse "sagichnicht...

Captain 03. Mär 2009

Klar bin ich anonym, oder warum muss ein Polizist bei einer Personenkontrolle erst meine...

Kommentieren




Anzeige

  1. IT-Programmmanager/-in für komplexe Softwareeinführungsprojekte
    Dataport, Hamburg
  2. IT-Projektleiter/in
    Landeshauptstadt München, München
  3. Business Intelligence Analyst Logistik (m/w)
    Home Shopping Europe GmbH, Ismaning (Raum München)
  4. Senior System Architect (m/w)
    PAYBACK GmbH, Munich

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. First-Person-Walker

    Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

  2. Finanzierungsrunde

    Startup Airbnb ist zehn Milliarden US-Dollar wert

  3. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin

  4. CSA-Verträge

    Microsoft senkt Preise für Support von Windows XP

  5. Test Wyse Cloud Connect

    Dells mobiles Büro

  6. Globalfoundries-Kooperation mit Samsung

    AMDs Konsolengeschäft kompensiert schwache CPU-Sparte

  7. Verband

    "Uber-Verbot ruiniert Ruf der Startup-Stadt Berlin"

  8. Kabel Deutschland

    2.000 Haushalte zwei Tage von Kabelschaden betroffen

  9. Cridex-Trojaner

    Hamburger Senat bestätigt großen Schaden durch Malware

  10. Ubuntu 14.04 LTS im Test

    Canonical in der Konvergenz-Falle



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


Cortana im Test: Gebt Windows Phone eine Stimme
Cortana im Test
Gebt Windows Phone eine Stimme

Mit Windows Phone 8.1 bringt Microsoft nicht nur lange vermisste Funktionen wie die zentrale Benachrichtigungsübersicht auf das Smartphone, sondern auch die Sprachassistentin Cortana. Diese kann den Alltag tatsächlich erleichtern - und singen.

  1. Smartphones Nokia und HTC planen Updates auf Windows Phone 8.1
  2. Ativ SE Samsungs neues Smartphone mit Windows Phone
  3. Microsoft Internet Explorer 11 für Windows Phone

Wolfenstein The New Order: "Als Ein-Mann-Armee gegen eine Übermacht"
Wolfenstein The New Order
"Als Ein-Mann-Armee gegen eine Übermacht"

B. J. Blazkowicz muss demnächst wieder die Welt retten - in einem Wolfenstein aus Schweden. Im Interview hat Golem.de mit Andreas Öjerfors, dem Senior Gameplay Designer, über verbotene Inhalte, die KI und Filmvorbilder von The New Order gesprochen.

  1. The New Order Wolfenstein erscheint ohne inhaltliche Schnitte
  2. Wolfenstein angespielt Agent Blazkowicz in historischer Mission
  3. Bethesda Zugang zur Doom-Beta führt über Wolfenstein

    •  / 
    Zum Artikel