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Musikindustrie erreicht Internetsperren gegen Pirate Bay (U)Größter ISP Irlands unterliegt in Rechtsstreit mit den vier großen Labels
Die Musikkonzerne EMI, Sony-BMG, Warner und Universal haben in Irland einen wichtigen Sieg gegen Tauschbörsennutzer errungen. Der Landesverband Irish Recorded Music Association (Irma) versendet seit einigen Wochen Schreiben an die Internetprovider des Landes, die aufgefordert werden, Internetsperren einzurichten, und beruft sich dabei auf irisches und europäisches Recht. Eircom, größter Telekommunikationsbetreiber und ISP der Republik Irland, hat sich nun
bereiterklärt, entsprechende Sperrlisten umzusetzen, berichtet die irische Tagesszeitung The Post. "Wir werden keine Sperrverfügungen (der Irma) abweisen", zitiert die Zeitung einen Eircom-Sprecher. Das Unternehmen hatte sich zuvor in einem jahrelangen Rechtsstreit gegen die Musikbosse gewehrt.
Alle anderen ISPs des Landes, darunter BT, UPC und mobile Provider, sind ebenfalls zur Kooperation aufgerufen, so der Branchenverband Irma. Ist der Vorstoß erfolgreich, würde Irland zum ersten Land Europas, in dem hunderte von Websites über Sperrlisten blockiert werden, berichtet The Post weiter. Für jede Website werde zuerst ein richterlicher Sperrbeschluss eingeholt, den die Provider dann umsetzen müssten. Als Erster sei der schwedische BitTorrent-Tracker The Pirate Bay betroffen. "Ähnliche Websites sollen folgen", so die Irma. Pirate Bay, eines der weltgrößten Angebote für Filesharer, stellt selbst keine Inhalte zum Tausch bereit, sondern liefert nur Informationen zu vorhandenen Inhalten im .torrent-Format. Vier Männer, die Pirate Bay mitbetreiben, stehen derzeit in Stockholm vor Gericht. Eircom hatte Ende Januar 2009 vor Gericht einer Einigung mit den vier weltgrößten Plattenfirmen zustimmen müssen, die vorsieht, die sogenannte "Three-Strikes-Policy" gegen Filesharer zu praktizieren. Nutzer, die sich am illegalen Filesharing beteiligen, müssen damit rechnen, nach wiederholten Verwarnungen den Internetzugang zu verlieren. Die Vereinbarung sieht zudem vor, dass die Plattenfirmen dem Internetprovider Informationen darüber liefern, welche IP-Adressen zum illegalen Dateitausch benutzt werden. Nachtrag vom 23. Februar 2009, um 19:18 Uhr: Eircom-Konzernsprecher Paul Bradley hat Golem.de den Bericht bestätigt. Sein Unternehmen werde aber keine Nutzerdaten an die Musikindustrie liefern. "Wir überwachen auch nicht den Traffic. Die Integrität des Netzwerkes bleibt unangetastet." Aus Unternehmenskreisen hat Golem.de weiter erfahren, dass ein für alle irischen Provider geltender Richterbeschluss zur Sperrung von Pirate Bay, in Kürze erwartet werde. (asa)
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