Die Mitmach-Britannica

Encyclopædia Britannica öffnet sich für Nutzercommunity

Die ehrwürdige Encyclopædia Britannica bekommt wie andere Lexika die Konkurrenz der Online-Mitmachenzyklopädie zu spüren. Die Herausgeber haben sich deshalb zu einem erstaunlichen Schritt entschlossen: Sie öffnen ihr Lexikon der Internetgemeinde. Allerdings werden alle Nutzerbeiträge vor der Veröffentlichung von der Britannica-Redaktion überprüft.

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Die Encyclopædia Britannica, seit über 240 Jahren Gralshüter des lexikalischen Wissens, hat sich zu einem unerwarteten Schritt entschlossen: Das ehrwürdige Lexikon will künftig auch der Internetcommunity die Möglichkeit zur Mitarbeit einräumen, berichtet die britische Tageszeitung Times. Die Surfer sollen Artikel bearbeiten und Inhalte ergänzen.

Anders als beim Konkurrenten, der Onlineenzyklopädie Wikipedia, will die Britannica jedoch die Kontrolle behalten und räumt ihren Internetautoren keine völlige Freiheit ein. Konkret bedeutet das, dass Britannica-Redakteure die von den Nutzern geschaffenen Inhalte zunächst auf inhaltliche Richtigkeit prüfen und dann erst freischalten. Die Seiten sollen alle 20 Minuten aktualisiert werden.

Dafür hat die Britannica einen großen Köder für ihre Nutzer: Wie Britannica-Chef Jorge Cauz der australischen Zeitung Sydney Morning Herald sagte, werden viele der Änderungen auch in die gedruckte Version übernommen. Das Lexikon erscheint nach wie vor alle zwei Jahre in einer 32-bändigen Ausgabe.

Die Richtungswechsel ist umso erstaunlicher als die britischen Wissenshüter im Frühjahr 2006 noch das Wissenschaftsmagazin Nature heftig angegriffen hatten, weil dieses gewagt hatte zu konstatieren, dass die Qualitätsunterschiede zwischen Wikipedia und Encyclopædia Britannica nicht sehr groß seien. Tatsächlich hat die Online-Mitmachenzyklopädie in Vergleichen mit arrivierten Lexika immer wieder gut abgeschnitten, auch wenn Gründer Jimmy Wales im Interview mit Golem.de zugab, er habe manchmal "den Eindruck, dass einige der Tests uns begünstigen."

Cauz konnte sich auch dieses Mal einen Seitenhieb auf die ungleich populärere Konkurrenz nicht verkneifen. Er gab zu, dass sein Angebot "definitiv nicht so populär" ist wie die Wikipedia. Diese, fuhr er fort, "trägt zur Verbreitung von Wissen bei, und viele Menschen sind mit ihr als ihrer einzigen Quelle zufrieden - so wie viele damit zufrieden sind, jeden Tag bei McDonalds zu essen."

An der gedruckten Britannica arbeiten zwischen 2.500 und 4.500 Autoren, viele davon Wissenschaftler. Über die Öffnung für die Webgemeinde hofft das Lexikon weitere Mitarbeiter zu finden. Grund für die Entscheidung sei das große Interesse der Nutzer an einer Mitarbeit an der Britannica gewesen, berichtet Cauz. "Wir haben viele Leserbriefe mit Vorschlägen zur Verbesserung von Artikeln oder Hinweisen auf sachliche Fehler erhalten. Wir sahen, dass die Leser anfingen, sich an der redaktionellen Arbeit zu beteiligen." Es habe allerdings eine Weile gedauert, eine Infrastruktur zu schaffen, die sicherstelle, dass die Nutzerbeiträge schnell bearbeitet und dann online gestellt werden. "Wir entwickeln eine redaktionell betreute Wissensdatenbank", so Cauz.


Nikki 23. Jan 2009

Regionale Informationen zur Infrastruktur, Bildung, Bevölkerung oder Wirtschaft... für...

shoopy 23. Jan 2009

Von welchen essentiellen Informationen sprichst du denn? Und woran erkennst du bei einem...

GUEST 23. Jan 2009

Warum? Weil meine Anforderungen anders aussehen: 1. Ich benutze Wikipedia oft um mir...

veritas 23. Jan 2009

In der Tat. Irgendwie hat bisher nie jemand der hier so laut schreit einfach mal einen...

IT-Intellektueller 23. Jan 2009

Hehe ;) Ja, genau das meine ich... Und eine gewisse redaktionelle "Hoheit" über die...

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