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Fehlerhafte Firmware in fast allen Seagate-FestplattenHersteller verspricht Updates und Datenrettung
In einer bereits für den Freitag angekündigten Stellungnahme erklärte Seagate in der Nacht zum Samstag, dem 17. Januar 2009, das merkwürdige Verhalten mancher seiner Produkte. Wie bereits berichtet, beschweren sich seit rund sechs Wochen Seagate-Kunden in Foren, dass ihre Laufwerke plötzlich und ohne Abhängigkeiten von anderer Hard- und Software nicht mehr ansprechbar sind.
Während sich die Forenbeiträge vor allem um die verbreitete Serie der Desktoplaufwerke Barracuda 7200.11 drehten, kann der Fehler laut Seagate auch bei den Modellreihen DiamondMax 22, SV35 und Barracuda ES.2 auftreten. Diese vier Serien machen quasi alle aktuellen Desktoplaufwerke im 3,5-Zoll-Format von Seagate aus. Dass auch die ES-Reihe betroffen ist, trifft professionelle Anwender besonders hart, empfiehlt Seagate doch diese Serie für den RAID-Einsatz. Seagate beschreibt den Fehler nur insoweit, als auf die Festplatten nach dem Einschalten des Systems kein Zugriff mehr erfolgen kann. Für besorgte Anwender gilt also vorerst, Maschinen mit entsprechenden Seagate-Festplatten möglichst nie herunterzufahren, bis die Laufwerke überprüft sind. Laut Seagate soll nur ein kleiner Teil der vier Serien mit der fehlerhaften Firmware versehen worden sein. Eine Liste von Seriennummern oder dergleichen gibt es bisher aber nicht, Seagate hat jedoch eine Liste der Laufwerke ins Netz gestellt, die von dem Problem betroffen sein können. Dieser Eintrag auf den Supportseiten von Seagate war bereits am Freitag kurz sichtbar, verschwand dann wieder und soll nun dauerhaft zur Verfügung stehen. Um herauszubekommen, ob eine Festplatte zu den Risikokandidaten gehört, muss der Anwender die genaue Modellbezeichnung, Seriennummer und Firmwareversion auslesen. Dafür stellt Seagate unter anderem das Windows-Tool DriveDetect zur Verfügung, auf anderen Systemen kann man die Daten mit Betriebssystembefehlen auslesen oder ein Image für eine Boot-CD mit dem Programm SeaTools verwenden. Modellbezeichnung, Seriennummer und Firmwareversion prüft Seagate nach einer E-Mail mit diesen Angaben an discsupport@seagate.com. Das Unternehmen verspricht jetzt eine zügige Antwort auf solche Anfragen, in den vergangenen Wochen war das laut den Berichten in den Foren nicht der Fall. Ist eine neue Firmware nötig, soll sie der Kunde per E-Mail erhalten. Eingespielt wird das Update in der Regel über eine Boot-CD. Seagate will die Updates in den kommenden Tagen auch zum direkten Download anbieten. Mit den Updates geht den Beschreibungen des Herstellers zufolge kein Datenverlust einher. Die Nutzdaten auf der Festplatte sollen auch von dem Absturz der Firmware nicht beeinträchtigt werden, nach der Aktualisierung ist das Laufwerk wieder nutzbar. In der Stellungnahme von Seagate heißt es weiterhin: "Wenn Sie aufgrund dieses Problems nicht auf Ihre Daten zugreifen können, wird Seagate kostenlose Dienstleistungen zur Datenrettung bereitstellen." Wie das gemeint ist, lässt sich im Moment schwer abschätzen: Die Daten sind auf den betroffenen Laufwerken ja noch vorhanden, ein Update der Firmware dürfte allemal schneller abzuwickeln sein, als die Festplatte von einem Datenrettungsunternehmen behandeln zu lassen. Wenn aber beispielsweise ein Laufwerk eines RAID-Verbundes unter ungünstigen Bedingungen ausfällt, kann es durchaus nötig sein, das Array von Spezialisten wiederherstellen zu lassen. (nie)
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