EU-Bürger bekommen biometrische Pässe

Sicherheit der Pässe soll erhöht werden

Mit großer Mehrheit hat das EU-Parlament einem Vorschlag zur Einführung von einheitlichen biometrischen Pässen für EU-Bürger zugestimmt. Die neuen Pässe sollen fälschungssicherer sein. Doch eine Verwendung der Daten für Zwecke der Strafverfolgung ist nicht ausgeschlossen.

Anzeige

Zwei Fingerabdrücke und ein Foto werden die meisten EU-Bürger künftig auf einem Chip gespeichert im Pass mit sich herumtragen. Das hat das EU-Parlament am 14. Januar mit 594 Stimmen bei 51 Gegenstimmen und 37 Enthaltungen beschlossen. Mit der Speicherung biometrischer Daten in den neuen Pässen soll auf EU-Ebene dem Missbrauch vorgebeugt werden.

Als Regel gilt zudem in Zukunft: ein Bürger, ein Pass. Folglich werden auch Kinder in Zukunft grundsätzlich einen Pass vorweisen müssen, wenn sie die Schengen-Grenzen passieren wollen. Es bestehen allerdings Zweifel daran, dass die Fingerabdruckdaten von jungen Kindern ein zuverlässiges Identifikationsmerkmal darstellen. Deshalb soll für Kinder unter zwölf nach einer Kompromisslösung gesucht werden.

In der Begründung wird auf den "Kampf gegen Kriminalität, Terrorismus und illegale Einwanderung" als ein Anlass für die Einführung der biometrischen Pässe hingewiesen. Wie eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linkspartei an die Bundesregierung kürzlich zeigte, eignen sich biometrische Verfahren dazu aber kaum. Allerdings wird die biometrische Erfassung der ganzen Bevölkerung ganz sicher die Begehrlichkeiten von Strafverfolgungsbehörden und anderen staatlichen Stellen wecken.

Das EU-Parlament will die Verordnung zur Einführung der biometrischen Pässe jedoch nicht als Ermächtigungsgrundlage zur Nutzung biometrischer Datenbanken auf nationaler Ebene für die Strafverfolgung oder andere Zwecke verstanden wissen: "Die Verordnung schafft keine Rechtsgrundlage für die Einrichtung oder Unterhaltung von Datenbanken für die Speicherung dieser Daten in den Mitgliedstaaten, die ausschließlich nationalem Recht unterliegt."

Mit anderen Worten: Die EU-Mitgliedstaaten müssen gegebenenfalls eigene Gesetze zur Nutzung der Datenbanken beispielsweise durch nationale Polizeibehörden erlassen. Warum die Fingerabdrücke und digitalisierten Fotos überhaupt in Datenbanken und nicht ausschließlich auf den Chips gespeichert werden sollen, wird nicht weiter begründet.

Laut EU-Parlament erfolgt die Einführung der biometrischen Pässe als Maßnahme im Rahmen des Schengener Abkommens. Es überrascht daher nicht, dass für Staaten, die das Schengen-Abkommen nicht oder nur teilweise umsetzen, Sonderbestimmungen vorgesehen sind. So gelten die Vorgaben zu den biometrischen Pässen nicht für Irland, Großbritannien oder Nordirland. In einigen anderen Ländern bleibt es den nationalen Parlamenten überlassen, die neuen Passbestimmungen zu übernehmen. [von Robert A. Gehring]


ManWithNoName 17. Jan 2009

"Mit großer Mehrheit hat das EU-Parlament einem Vorschlag zur Einführung von...

wand 16. Jan 2009

also "way before any 9/11" und sowas. @Schäuble&Ko: Warum holt eigentlich die Realität...

Schlamperladen 16. Jan 2009

Don't feed the http://de.wikipedia.org/wiki/Deppenleerzeichen

zorg 16. Jan 2009

Na passt doch wieder alles zusammen. "Die Regierung" als "legale Verbrecherorganisation...

^Andreas... 16. Jan 2009

Das haben die in den 80ern auch schon gesagt... Und heute fragen sich die gleichen Leute...

Kommentieren


Abschnitt5 / 16. Jan 2009

Eine Ladung Überwachung bitte!



Anzeige
  1. Frontend-Entwickler (m/w)
    Hahn Air Lines GmbH, Dreieich
  2. SAP-Applikationsberater (m/w) Module: SD und LES
    SÜDSALZ GMBH, Heilbronn
  3. Projektleiter/in SAP FI/CO mit Modulbetreuung
    Deutsche Welle, Bonn
  4. IT-Projektleiter (m/w) - Komplexe IT-Prozesse
    deron consulting GmbH, Stuttgart und Home-Office (Reisebereitschaft)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Xbox One

    Handel muss Gebrauchtspiele de-registrieren

  2. Lenovo

    "Wir können uns jede Übernahme leisten"

  3. Bundesdatenschützer

    Jobcenter sollen nicht bei Facebook recherchieren

  4. Navigation

    Google Maps erhält Routenplanung per Fahrrad

  5. Test Call of Juarez Gunslinger

    Hör-Spiel im Wilden Westen

  6. Fonic All-Net Flat

    Telefon-, SMS- und Datenflatrate für 25 Euro

  7. Drosselung

    Die Mär vom teuren Traffic oder wie viel kostet ein GByte?

  8. Telekom

    Bundestagspetition gegen Drosselung erreicht 50.000

  9. E-Ink

    Das E-Paper errötet

  10. Security

    WLAN-Suche als Einfallstor bei Android und iOS



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Blackberry Z10 im Langzeittest: Tausche Android gegen Blackberry
Blackberry Z10 im Langzeittest
Tausche Android gegen Blackberry

Mit dem Z10 versucht Blackberry ein Comeback im Smartphone-Markt. Auch Android-Anwendungen lassen sich auf dem Gerät installieren. Golem.de-Autor Tobias Költzsch hat zwei Wochen lang sein Galaxy S3 gegen das Z10 getauscht und im Langzeittest überprüft, wie schwer ein Umstieg ist.

  1. Smartphones Blackberry Q5 im Juli, Blackberry 10.1 wird verteilt
  2. Mobilfunk Fast drei Viertel der Smartphones laufen mit Android
  3. Blackberry-Chef "In fünf Jahren gibt es keine Tablets mehr"

Need for Speed Rivals: Verfolgungsjagden zwischen Cops und Rasern
Need for Speed Rivals
Verfolgungsjagden zwischen Cops und Rasern

Eine offene Spielumgebung, sehr schnelle Autos und spannende Verfolgungsjagden kündigt EA für Need for Speed Rivals an. Das Rennspiel auf Basis der Frostbite-3-Engine erscheint auch für die Next-Gen-Konsole.


Surface Pro im Test: Microsofts Tablet überzeugt als Notebook
Surface Pro im Test
Microsofts Tablet überzeugt als Notebook

Ein bisschen dicker, ein bisschen schwerer und dafür viel schneller: Das ist Microsofts Surface Pro im Vergleich zum Surface RT. Wir haben das Windows-8-Gerät auf seine Stärken hin untersucht und stellen fest, dass auch Microsoft Probleme mit einem kleinen Full-HD-Display hat.

  1. Microsoft Verkauf des Surface Pro startet am 31. Mai
  2. XPS 10 und Surface Deutliche Preissenkungen bei Windows-RT-Tablets
  3. Neue Firmware Update macht das Surface RT lauter

Zum Artikel