Anzeige

Wie umweltschädlich ist Googeln? (Update)

Kohlendioxidausstoß von Internetnutzung berechnet

Wie viel Kohlendioxid wird durch Internetnutzung freigesetzt? Ein Harvard-Physiker sagt, durch den Besuch einer Website würden 20 Milligramm des Gases emittiert. Eine englische Zeitung behauptet gar: Zweimal googeln setzt so viel des schädlichen Gases frei wie einmal Tee kochen. Google bestreitet das.

Eine Anfrage in das Suchfeld tippen und auf die Schaltfläche "Google-Suche" klicken - fertig ist die Google-Suche. In Sekundenbruchteilen liefert die Suchmaschine die Ergebnisse aus - und setzt dabei halb so viel Kohlendioxid frei wie ein Wasserkocher. Das zumindest will Alex Wissner-Gross, Physiker an der Harvard-Universität und Gründer von Co2Stat, einem Beratungsunternehmen für Green IT, herausgefunden haben, berichtet die englische Sonntagszeitung The Sunday Times.

Anzeige

Wissner-Gross hat ausgerechnet, wie viel Kohlendioxid bei der Internetnutzung emittiert wird. Seinen Berechnungen nach werden beim Betrachten einer einfachen Website etwa 0,02 Gramm Kohlendioxid pro Sekunde freigesetzt. Enthält die Seite multimediale Elemente wie Bilder, Grafiken oder Videos, steige die Menge auf gut 0,2 Gramm.

Ganz besonders stark seien Kohlendioxidemissionen jedoch bei der Suche mit Google, so Wissner-Gross. 7 Gramm Kohlendioxid setzt eine Google-Suche seiner Rechnung nach frei. Zwei Suchanfragen emittieren damit etwa die gleiche Menge Kohelendioxid wie ein elektrischer Wasserkocher, der für eine Ladung kochenden Wassers etwa 15 Gramm des Gases freisetzt.

Der Forscher führt diese Menge auf Googles Infrastruktur zurück: "Google unterhält große Rechenzentren auf der ganzen Welt, die sehr viel Energie verbrauchen". Deshalb habe eine Google-Suche "einen deutlichen Einfluss auf die Umwelt", zitiert die Sunday Times den Physiker. Grund sei, dass eine Suchanfrage nicht von einem einzigen Server bearbeitet werde, sondern von mehreren, die unter Umständen auf unterschiedlichen Kontinenten stehen.

Google indes widerspricht dieser Darstellung. Auf eine durchschnittlich komplexe Suchanfrage erhalte der Nutzer im Schnitt in 0,2 Sekunden eine Antwort. Zusammen mit den Vorarbeiten wie der Indizierung von Websites liege der Energieverbrauch für eine solche Suche bei 0,0003 kWh, rechnete Urs Hölzle, der für das Design und den Betrieb der Server, Netzwerke und Datenzentren bei Google zuständig ist, im offiziellen Unternehmensblog vor. Das entspreche der Energiemenge, die der menschliche Körper in 10 Sekunden verbrauche. Umgerechnet auf die Kohlendioxidemission entspreche das 0,2 Gramm für eine Suche. Der heimische PC verbrauche während einer Suche mehr Energie als Google selbst, so Hölzle.

Das Unternehmen betreibe "die energieeffizientesten Rechenzentren der Welt". Deshalb sei die "Energie, die durch Google-Suchen verbraucht wird, minimal", schreibt der Google-Manager. Um die Entwicklung von Techniken zur sauberen und günstigen Stromgewinnung weiter voranzutreiben, habe Google zudem eigens eine Initiative ins Leben gerufen.

Was Wissner-Gross, der seine Ergebnisse beim Ingenieursverband Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) eingereicht hat, offensichtlich außer Acht lässt, ist die Tatsache, dass durch das Internet auch viel Kohlendioxid eingespart wird: Der Einkauf im Onlineshop etwa erspart die Fahrt zum Geschäft, das Nachschlagen im Internet den Weg zur Bibliothek. Manche Onlinepublikationen könnten auch den Druck von Büchern überflüssig machen und damit nicht nur Energie sparen, sondern auch den Wald schonen.

Laut einer Studie der Gartner Group ist die IT-Industrie für etwa 2 Prozent der globalen Kohlendioxidemissionen verantwortlich. Das entspricht in etwa dem Anteil der Fluglinien.

Nachtrag vom 13. Januar 2009, 10.14 Uhr:
Wissner-Gross hat inzwischen bestritten, Google in seiner Studie erwähnt zu haben. "Unsere Arbeit hat nichts mit Google zu tun. Unser Schwerpunkt lag auf dem Web insgesamt, und wir fanden heraus, dass der Besuch einer Website im Schnitt etwa 20 Milligramm CO2 freisetzt.", sagte der Physiker dem US-Branchendienst TechNewsWorld.

Die Zitate über Googles Rechenzentren und den Einfluss auf die Umwelt seien korrekt gewesen, so Wissner-Gross. Der Vergleich mit dem Wasserkocher hingegen stamme von der Times. Er habe keine Ahnung, woher die Werte stammten, sagte er.


eye home zur Startseite
blubb18 28. Sep 2010

Also ohne die Rückstrahlung von CO2 wäre nicht so viel Leben auf der Erde entstanden DA...

NobodyisPerfekt 21. Jan 2009

Haste Hunger? ... hier haste nen Fisch!

Nobody33 21. Jan 2009

Gott sei dank! Es gibt noch inteligentes Leben bei Golem! Ich dachte schon, hier...

Nobody33 21. Jan 2009

Dein Nik ist wohl programm, mehr kann man zu deinem Kommentar nicht sagen! Aber kauf...

huahuahua 19. Jan 2009

Ich möchte bitte eine Studie über das Verhältnis der Bananenernte zum CO2-Ausstoß und...

Kommentieren


grare & grare / 13. Jan 2009



Anzeige

  1. Requirements Engineer Integrationsprojekte Insurance (m/w)
    Daimler AG, Stuttgart
  2. Projektmanager (m/w) Einführung und Optimierung ERP-System
    über SCHLAGHECK RADTKE OLDIGES GMBH executive consultants, Nordrhein-Westfalen
  3. Abteilungsleiter IT (m/w)
    GAG Immobilien AG, Köln
  4. Dependency Manager Releases (m/w)
    T-Systems International GmbH, Bonn

Detailsuche



Anzeige

Folgen Sie uns
       

  1. Keine externen Monitore mehr

    Apple schafft Thunderbolt-Display ersatzlos ab

  2. Browser

    Safari 10 soll auch auf älteren OS-X-Versionen laufen

  3. Dota

    Athleten müssen im E-Sport mehr als nur gut spielen

  4. Die Woche im Video

    Superschnelle Rechner, smarte Zähler und sicherer Spam

  5. Axanar

    Paramount/CBS erlaubt Star-Trek-Fanfilme

  6. FTTH/FTTB

    Oberirdische Glasfaser spart 85 Prozent der Kosten

  7. Botnet

    Necurs kommt zurück und bringt Locky millionenfach mit

  8. Google

    Livestreaming direkt aus der Youtube-App

  9. Autonome Autos

    Fahrer wollen vor allem ihr eigenes Leben schützen

  10. Boston Dynamics

    Spot Mini, die Roboraffe



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Oneplus Three im Test: Ein Alptraum für die Android-Konkurrenz
Oneplus Three im Test
Ein Alptraum für die Android-Konkurrenz
  1. Android-Smartphone Diskussionen um Speichermanagement beim Oneplus Three
  2. Smartphones Oneplus soll keine günstigeren Modellreihen mehr planen
  3. Ohne Einladung Oneplus Three kommt mit 6 GByte RAM für 400 Euro

Zelda Breath of the Wild angespielt: Das Versprechen von 1986 wird eingelöst
Zelda Breath of the Wild angespielt
Das Versprechen von 1986 wird eingelöst

Vorratsdatenspeicherung: Vorgaben übertreffen laut Eco "schlimmste Befürchtungen"
Vorratsdatenspeicherung
Vorgaben übertreffen laut Eco "schlimmste Befürchtungen"
  1. Vorratsdatenspeicherung Alarm im VDS-Tresor
  2. Neue Snowden-Dokumente NSA lobte Deutschlands "wesentliche" Hilfe im Irak-Krieg
  3. Klage Verwaltungsgericht soll Vorratsdatenspeicherung stoppen

  1. Re: Bevormundung

    throgh | 14:15

  2. Re: Wer kauft sich vor Monatsende eine neue...

    ElDiablo | 14:12

  3. Re: Was ich irrsinnig finde:

    Emulex | 14:12

  4. Endlich eine neue Bookmark-Verwaltung!

    rudluc | 14:09

  5. Re: Richtig so! Übergebt die Whitelist an die...

    heubergen | 14:07


  1. 13:59

  2. 13:32

  3. 10:00

  4. 09:03

  5. 17:47

  6. 17:01

  7. 16:46

  8. 15:51


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel