CSU: Telekom blockiert mehr Wettbewerb beim DSL-Ausbau (Up.)

Geld und Hilfe für Kommunen zum Breitbandnetzausbau gefordert

Die CSU ist mit einer ungewöhnlich scharfen Kritik an der Deutschen Telekom an die Öffentlichkeit gegangen. Die Telekom blockiere die flächendeckende Breitbandversorgung in ländlichen Gebieten, sagte der christsoziale Landwirtschaftsexperte Klaus Hofbauer.

Anzeige

Im Zuge der Debatte zum zweiten Konjunkturpaket hat der Landwirtschaftsexperte der CSU, Klaus Hofbauer, mehr Investitionen und mehr Wettbewerb beim DSL-Ausbau gefordert. Die Deutsche Telekom, an der die Bundesregierung weiterhin über 30 Prozent hält, blockiere das aber. Die CSU-Landesgruppe erwarte "insbesondere von der Telekom mehr Engagement beim Netzausbau in ländlichen Gebieten", so Hofbauer. Hier sei der Bonner Konzern "mit eigenen Investitionen sehr zurückhaltend", versuche aber gleichzeitig, den Zugang von Wettbewerbern zu erschweren. Die Kommunen müssten in die Lage versetzt werden, selbst geeignete Breitbandnetze aufzubauen. Dazu sollten auch Mittel aus dem zweiten Konjunkturprogramm der Bundesregierung fließen.

Die Spitzen der großen Koalition hatten am 5. Januar 2009 die Ziele für das Konjunkturpaket II abgesteckt. Ein Bündel aus staatlichen Subventionen für den Ausbau der Infrastruktur, der Kurzarbeit und Qualifizierungsmaßnahmen ist auf zwei Jahre angelegt und hat ein Volumen von 50 Milliarden Euro.

Die Wettbewerber der Telekom hatten sich im Hinblick auf das Konjunkturprogramm schon in einem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt. "In nur 12 bis 15 Monaten könnten flächendeckend Übertragungsraten von mindestens drei MBit/s geschaffen werden - und das bei weiterhin günstigen Preisen für die Endkunden", kündigte Gerd Eickers, Präsident des VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten), am 29. Dezember 2008 an. Er rechne mit Kosten von 1,5 Milliarden Euro im ersten Schritt für die Versorgung des ländlichen Raumes, die die Wettbewerber in den Ausbau investieren würden.

Für einen Ausbau mit Glasfaser in ganz Deutschland benötigten die Firmen in den kommenden zehn Jahren noch einmal mindestens 40 Milliarden Euro. Die rund fünf Millionen Bundesbürger, die derzeit keinen DSL-Anschluss bekommen können, sollen von den VATM-Mitgliedsfirmen ein Breitbandangebot erhalten. Neben DSL sollen auch Glasfaser verlegt und Funknetze aufgebaut werden.

Update vom 6. Januar 2009, 16:17 Uhr
Telekom-Sprecher Philipp Blank will die Hofbauer-Kritik so nicht stehenlassen. Im Gegensatz zu anderen Anbietern investiere der Konzern "nicht nur in die lukrativen Ballungszentren", sondern treibe den Breitbandausbau auch in den ländlichen Gebieten voran, sagte er Golem.de. 2008 habe der Konzern mit rund 300 Gemeinden Kooperationen für einen DSL-Ausbau vereinbart. Hinzu kämen 100 Kommunen, in denen die Breitbandversorgung ohne Eigenleistung der Gemeinden möglich war. "Dadurch erhalten rund 100.000 Haushalte die Möglichkeit, mit DSL-Geschwindigkeit im Internet zu surfen. Weitere 300.000 Haushalte wurden durch den Regelausbau 2008 ebenfalls mit DSL versorgt."

Insgesamt könne die Telekom inzwischen 96 Prozent der Haushalte mit DSL-Anschlüssen versorgen. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies eine Steigerung um zwei Prozentpunkte. Der Konzern habe 2008 rund 300 Millionen Euro in den Breitbandausbau investiert, davon seien rund 100 Millionen gezielt in die Schließung von "weißen Flecken" in der Breitbandversorgung auf dem Land geflossen.


marco k. 27. Apr 2009

ja die telekom setzt sich unwarscheinlich für den ausbau des dsl netzes in ländlichen...

denis roth 17. Mär 2009

also wenn man schon dsl light hat dann sollte die telekom auch in der lage sein die...

hornet_79 08. Jan 2009

Kommt natürlich darauf an, was die Telekom unter DSL versteht... sechsfache ISDN...

Mark 07. Jan 2009

jeder selbsternannte Politiker muss irgendeinen Schmarren zum besten geben, damit er mal...

Kommentieren




Anzeige

  1. IT-Administrator (m/w)
    über KÖNIGSTEINER AGENTUR, Dresden
  2. Business Analyst (m/w) Support Accounting Systems
    HAMBURG SÜD Schifffahrtsgruppe, Hamburg
  3. SOC Security Analyst (m/w) in IT Security Services
    Allianz Managed Operations & Services SE, München
  4. Web & Mobile Applications Developer (m/w)
    Maenken Kommunikation GmbH, Köln

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Maynard

    Wayland-Shell für den Raspberry Pi

  2. BGH-Urteil

    Typenbezeichnung gehört in eine Werbeanzeige

  3. Startup Uber

    Privater Taxidienst Uberpop verboten

  4. Project Atomic

    Red Hat erarbeitet Host-System für Docker-Container

  5. Getac T800

    Robustes 8-Zoll-Tablet mit Windows

  6. MS-Flugsimulator X

    Flughafen Berlin-Brandenburg eröffnet

  7. Vorratsdatenspeicherung

    Totgesagte speichern länger

  8. Intel

    Broxton LTE erst 2016, Skylake-Produktion noch 2015

  9. Bitcoin-Börse

    Mtgox soll verkauft oder aufgelöst werden

  10. Samsung

    Topsmartphone mit Tizen kommt im Sommer



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Windows XP ade: Linux ist nicht nur ein Lückenfüller
Windows XP ade
Linux ist nicht nur ein Lückenfüller

Wenn der Support für Windows XP ausläuft, wird es dringend Zeit, nach einer sicheren und vor allem kostenlosen Alternative zu suchen. Linux ist dafür bestens geeignet. Bleibt nur noch die Qual der Wahl.

  1. Open Source Linux 3.15 startet in die Testphase
  2. Linux-Kernel LTO-Patch entfacht Diskussion
  3. Linux-Distribution Opensuse baut um und verschiebt Version 13.2

Robotik: Humanoide lassen sich mit dem Gehirn steuern
Robotik
Humanoide lassen sich mit dem Gehirn steuern

Der Roboter Geminoid soll bald nur durch Gedanken bewegt werden. Aber bei den Experimenten im Labor von Hiroshi Ishiguro geht es um mehr: Ishiguro will zeigen, dass Brain-Computer-Interfaces besser funktionieren, wenn das gesteuerte Objekt humanoid ist.

  1. Human Robots Roboter, menschengleich

Radeon R9 295X2 im Test: AMDs Wassermonster für 1.000-Watt-Netzteile
Radeon R9 295X2 im Test
AMDs Wassermonster für 1.000-Watt-Netzteile

Hybridkühlung, 50 Ampere auf der 12-Volt-Schiene - AMDs neue Dual-GPU-Grafikkarte ist ein kompromissloses Monster. In gut ausgestatteten High-End-PCs läuft sie dennoch problemlos und recht leise, und das so schnell, dass auch 4K-Auflösung mit allen Details spielbar wird.

  1. Schenker XMG P724 17-Zoll-Notebook mit Grafikleistung einer GTX 780 Ti
  2. Eurocom M4 13,3-Zoll-Notebook mit 3.200 x 1.800 Pixeln und i7-4940MX
  3. Nvidia Maxwell Geforce GTX 750 und GTX 750 Ti im Februar

    •  / 
    Zum Artikel