25C3: DECT-Telefonate sind leicht abhörbar

Verschlüsselung wird meist nicht genutzt, ist aber auch kein guter Schutz

Telefonate über DECT sind leicht abzuhören. Wie, das erklärte eine Gruppe von Hackern auf dem 25C3. In den meisten Fällen wird auf eine Verschlüsselung ohnehin verzichtet, aber selbst der in DECT verwendeten Verschlüsselung rücken die Hacker zu Leibe.

Anzeige

In der Theorie sieht DECT sicher aus, aber die Algorithmen sind in den Geräten fest verdrahtet und stehen nur den Herstellern unter einer Verschwiegenheitsverpflichtung zur Verfügung. Allerdings verschlüsseln viele DECT-Geräte die Daten nicht, was Angriffe recht einfach macht. Mit einer ComOnAir-Karte und dem von den Hackern geschriebenen Linux-Treiber lassen sich Gespräche mitschneiden. Der Kostenaufwand dafür liegt bei rund 23 Euro.

Wird eine Verschlüsselung genutzt, funktioniert das einfache Mitschneiden nicht. Das lässt sich aber mit einer eigenen Basisstation lösen, denn alle von den Hackern bisher getesteten und verschlüsselten DECT-Telefone verbinden sich auch dann mit einer Basisstation, wenn diese vorgibt, keine Verschlüsselung zu unterstützen. So können Gespräche abgefangen und zum Beispiel über einen Asterisk-Server via SIP umgeroutet werden. Da die Gespräche unverschlüsselt über den eigenen Rechner laufen, können auch die Gespräche aufgezeichnet werden.

Damit aber nicht genug, auch dem eigentlichen Verschlüsselungsalgorithmus A11 rücken die Hacker mit Reverse-Engineering auf den Leib. Sie nutzten zum Knacken unter anderem Informationen aus einer Patentanmeldung von Alcatel, die einige Informationen über die Verschlüsselung verrät - das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) rät ausdrücklich von solchen Patentanträgen ab, um die Verschlüsselung zu schützen.

Weitere Informationen wurden durch eine Chipanalyse sowie den Vergleich unterschiedlicher Firmwareversionen gewonnen. Mit recht bescheidenem Aufwand konnten die Hacker so den geheimen Schlüssel eine Geräts knacken, denn auch die genutzten Zufallszahlen sind recht überschaubar.

Auch die Autoren von des WLAN-Sniffers Kismet haben sich mittlerweile mit DECT auseinandergesetzt und werden mit ihrer Software in naher Zukunft auch DECT unterstützen.

Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellen die Hacker demnächst unter dedected.org zusammen mit dem dafür notwendigen Code als Open Source zur Verfügung.


jdsjkkdfsj 29. Dez 2009

für wichtige telefonate nutze ich n festes telefon.für normale gespräche das dect...

leser 25. Jan 2009

..werden diese comonair dann für 2342 eur vertickert. ging(geht) es dann doch nur ums...

nabuko 21. Jan 2009

Ich hab meins beim Schlüsseldienst gekauft - Hat mich 60 für die Unkosten und nen...

Captain 31. Dez 2008

was dazu führt, das bessere Techniken auf den Markt kommen, weil es der Kunde verlangt...

Blubb1212 30. Dez 2008

Ja, das tun sie! Security-by-Obscurity bietet _keine_ Sicherheit. Die Hersteller hoffen...

Kommentieren


Tief im See / 31. Dez 2008

25C3: Nichts ist mehr wie es war…



Anzeige
  1. Datenbankadministrator Konzerncontrolling (m/w)
    KSB Aktiengesellschaft, Frankenthal
  2. Datawarehouse Engineer für Second Level Support (m/w)
    Loyalty Partner Solutions GmbH, München
  3. Senior SAP CRM Consultant (m/w)
    NEO Business Partners GmbH, deutschlandweit (Home-Office möglich)
  4. Projektleiter Online Solutions (m/w)
    Verlagsgruppe Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Quantified Self

    Alkoholmessgerät für das Smartphone

  2. Kim Dotcom

    "Google, Facebook, Twitter verletzen mein Patent"

  3. Samsung

    10 Millionen Galaxy S4 in weniger als einem Monat verkauft

  4. Innodisk

    Winzige NanoSSD erreicht 480 MByte/s

  5. München

    Limux bleibt technisch anspruchsvoll

  6. Android

    Updates für Google Drive und Chrome

  7. KDE Plasma Workspaces

    4.11 wird letzte Version vor Qt5-Wechsel

  8. Chrome

    Google spricht und hört zu

  9. Logitech

    iPad-Tastatur mit Kabel

  10. Filesharing

    Schweiz will Internetsperren auf das Urheberrecht ausweiten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Curvace: Künstliches Insektenauge mit 180-Grad-Sicht
Curvace
Künstliches Insektenauge mit 180-Grad-Sicht

Forscher haben ein künstliches Insektenauge entwickelt, das aus vielen kleinen Kameras besteht. Damit wird ein Sichtfeld von 180 Grad abgedeckt. Da es nur 1 mm dick ist, lässt es sich leicht biegen.

  1. Lumix LF1 Panasonic mit lichtstarker WLAN-Kamera für Enthusiasten
  2. Sony DSC-HX50 30fach-Zoomkamera mit 272 Gramm Gewicht
  3. Sony Hund als Action-Kameramann

Engine: Unity-Basis kostenlos mit Mobile-Werkzeugen
Engine
Unity-Basis kostenlos mit Mobile-Werkzeugen

Hobbyentwickler und kleine Studios können mit der Unity-Engine ab sofort kostenlos für Android und iOS produzieren. Etwas später sollen auch die Werkzeuge für Windows 8, Blackberry und weitere mobile Plattformen verfügbar sein.

  1. Eve VR ausprobiert Freie Sicht im Cockpit von Eve Online
  2. Test Ubuntu 13.04 Raring Ringtail geht's langsam an
  3. Unity Hat Adobe das Interesse an Flash verloren?

Blackberry Z10 im Langzeittest: Tausche Android gegen Blackberry
Blackberry Z10 im Langzeittest
Tausche Android gegen Blackberry

Mit dem Z10 versucht Blackberry ein Comeback im Smartphone-Markt. Auch Android-Anwendungen lassen sich auf dem Gerät installieren. Golem.de-Autor Tobias Költzsch hat zwei Wochen lang sein Galaxy S3 gegen das Z10 getauscht und im Langzeittest überprüft, wie schwer ein Umstieg ist.

  1. Smartphones Blackberry Q5 im Juli, Blackberry 10.1 wird verteilt
  2. Mobilfunk Fast drei Viertel der Smartphones laufen mit Android
  3. Blackberry-Chef "In fünf Jahren gibt es keine Tablets mehr"

Zum Artikel